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Risikofaktor
11/19/2015

Bluthochdruck: Fünf Tipps, wie Sie ihn senken können

Was Ärzte jetzt besonders empfehlen.

von Ernst Mauritz

Die Zahl der Österreicher mit Bluthochdruck scheint zu steigen – bereits jede und jeder Fünfte gab laut Gesundheitsbefragung 2014 der Statistik Austria an, selbst betroffen zu sein. "Ein großer Teil dieser Entwicklung ist sicher auf das steigende Lebensalter zurückzuführen", sagt Univ.-Prof. Thomas E. Dorner vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien. "Es scheint aber auch das Bewusstsein zu steigen – mehr Menschen wissen heute um ihre Werte Bescheid." Hypertonie kann u. a. zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen und auch Demenz führen.

Dorner hat mit Zentrumsleiterin Univ.-Prof. Anita Rieder einen Blutdruckratgeber verfasst – mit vielen Tipps am Stand der Forschung.

Tipp1: Krafttraining bringt es

"Entgegen früheren Meinungen wird es heute bei Patienten mit Bluthochdruck empfohlen", sagt Dorner. Zwar steigt kurzfristig während der Übungen der Blutdruck an, langfristig sinkt er aber – denn mehr Muskelmasse bedeutet mehr Blutgefäße, dadurch verteilt sich die gesamte Blutmenge besser – und der Blutdruck sinkt. "Wichtig sind aber eine vorherige ärztliche Abklärung und eine gute medikamentöse Einstellung. Auch sollte die Trainingsintensität etwas geringer sein."

Tipp 2: Wer wirklich Salz reduzieren sollte

Zu diesem heftig diskutierten Thema sagt Dorner: "Rund ein Viertel aller Menschen reagiert besonders sensibel auf erhöhte Salzaufnahme." Was aber kaum bekannt ist: "Häufig sind Menschen in höherem Alter betroffen, die bereits übergewichtig sind und von einem oder mehreren Symptomen des sogenannten metabolischen Syndroms betroffen sind." Dazu zählen bauchbetontes Fett, niedriges ("gutes") HDL-Cholesterin, hohe Triglyzeride (bestimmte Blutfette) sowie ein gestörter Zuckerstoffwechsel. "Diese Personen sollten bei ihrem Salzkonsum besonders vorsichtig sein."

Tipp 3: Warum Kalium so gut ist

Belegt ist, dass eine Ernährung, die reich an Kalium, Magnesium und Ballaststoffen ist, eine blutdrucksenkende Wirkung hat. Gute Quellen sind u. a. Bananen, Brokkoli, Datteln, Fisolen, Kartoffeln, Spinat oder auch Orangen und Grapefruits. Neueste Erkenntnisse legen übrigens auch einen Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und der Entstehung von Bluthochdruck nahe, so die Mediziner. "So wird diskutiert, dass ein Mangel an Vitamin D über die Aktivierung eines Botenstoffes in der Niere zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt. Allerdings sind diesbezüglich noch mehrere Studien notwendig."

Tipp 4: Vorsicht bei bestimmten Medikamenten

Einige Schmerzmittel (nichtsteroidale anti-inflammatorische Medikamente wie z.B. Aspirin, Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac und ähnliche) können - bei regelmäßiger Einnahme - Bluthochdruck verursachen oder verschlimmern, schreiben Dorner und Rieder. Auch Husten- und Erkältungsmittel, die Pseudoephedrin oder Phenylephrin enthalten, können den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen, da sie die Blutgefäße verengen - darauf beruht ja auch ihr eigentlich erwünschter Wirkmechanismus in der Nase.

Tipp 5: Was Stress am besten senkt

Ob Stress tatsächlich Bluthochdruck auslösen kann, ist umstritten. Erwiesen ist, dass er bei bereits gefährdeten Personen ein zusätzlicher Risikofaktor ist. Neuere Daten zeigen gute Effekte für eine (leichte) Blutdrucksenkung bei der Transzendentalen Meditation, der Biofeedback-Therapie, der Kombination verschiedener Methoden zum Stressabbau und ganz besonders bei Bewegung. Bei Tai Chi und Akupunktur hingegen gebe es noch nicht so viele Studien, die eine positive Wirkung auf den Blutdruck nachweisen.

Infografik

Buchtipp

Bluthochdruck, Anita Rieder & Thomas E. Dorner, Medizinische Universität Wien, Manz Verlag, 168 Seiten, 21,90 Euro.