Millionenpleite eines bekannten Gasthauses

"Angestrebt wird die Fortführung des Unternehmens, zumal auf eine gute Buchungslage verwiesen wird", so der AKV
Ein Teller mit Schnitzeln und Zitronenscheiben.

„Willkommen im Gasthaus Kirchenwirt Bernhardt im schönen Hengsberg. Wir freuen uns, Sie als Gast begrüßen zu dürfen! Unser Kaffeehaus bietet eine Reihe von Einrichtungen und ist somit der perfekte Ort für einen Besuch. Sie werden mit echter Gastfreundschaft und einer großartigen Auswahl an österreichischen und internationalen Gerichten begrüßt. Unser freundliches Personal serviert Ihnen fantastische hausgemachte Gerichte, lokale Produkte, regionale Produkte und traditionelle Küche“, heißt es auf der Firmen-Homepage. "Setzen Sie sich und genießen Sie unseren fachmännisch zubereiteten Fisch, unsere Pasta, Pizza und Schnitzel, die für jeden Geschmack etwas bieten. Wenn Sie eine Naschkatze sind, werden Sie unsere köstlichen Kuchen und Torten, Eiscreme, Gebäck und Desserts genießen. Bestellen Sie Bier, Wein, Kaffee und Tee, um Ihre leckere Mahlzeit abzurunden. Genießen Sie Mittag- und Abendessen in unserem stilvollen Lokal.

Die Rede ist von Isabella Bernhardt, der Betreiberin des „Kirchenwirt Hengsberg“ in der westlichen Südsteiermark. Sie hat heute, Dienstag, am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. Drei Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen.

„Frau Bernhart übernahm im Jahr 2016 gemeinsam mit ihrem Ehegatten den Betrieb „Kirchenwirt Hengsberg“. Das Ehepaar Bernhardt erwarb im Jahr 2018 die bis dahin gepachtete Betriebsliegenschaft in Hengsberg jeweils zur Hälfte und es wurden in weiterer Folge erhebliche Investitionen in den Gastronomiebetrieb getätigt, wobei hier erhebliche Kreditmittel in Anspruch genommen worden sein dürften“, heißt es vom AKV.

Die Insolvenzursachen

„Nachfolgend kam es bekanntlich zur COVID-19 Pandemie und zu den bekannten Betriebsschließungen. Diese führten laut Insolvenzantrag zu einem erheblichen Liquiditätsengpass, sodass Zinsdienste nicht geleistet werden konnten. Weiters kam es zu Rückständen bei der Abgabenbehörde sowie bei der Sozialversicherung“, heißt es weiter.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten betragen laut Gläubigerliste 1,23 Millionen Euro, davon entfallen rund 1,14 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten.  „An Aktiva sind vorhanden der Hälfte-Anteil an der Betriebsliegenschaft sowie die Geschäfts- und Betriebsausstattung, wobei im Zerschlagungsfalle erfahrungsgemäß bei einem auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Gastroinventar erhebliche Wertberichtungen vorzunehmen sind. Die Aktiva dürften inklusive Hälfte-Liegenschaft maximal rund 350.000 Euro betragen“, so der AKV 

 

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Die Zukunft

Angestrebt wird die Fortführung des Unternehmens, zumal auf eine gute Buchungslage, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Weihnachtsfeiern, verwiesen wird.

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