Historisches Wiener Kaffeehaus Café Wortner ist pleite

Als eines der ältesten Wiener Kaffeehäuser blickt das Lokal im 4. Bezirk auf eine mehr als 140-jährige Tradition zurück. Der Betrieb wird fortgeführt.
Das Café F. Worner in Klagenfurt mit Gästen im Freien und einem Blumenbeet im Vordergrund.

„Für den Hunger gibt es unsere Version von Wiener Klassikern. Unser Küchenteam pflegt enge Beziehungen zu den Lieferanten, kennt sie bestens und wählt mit Bedacht aus, was letztendlich auf den Tisch kommt. Unser Fokus liegt auf frischer Zubereitung mit ausschließlich regionalen Produkten“, heißt es auf der Firmen-Homepage.

Und weiter heißt es: „Wer in Wien ein traditionelles Kaffeehaus sucht, ist im Café Wortner genau richtig. ​Denn als eines der ältesten Wiener Kaffeehäuser schaut das Lokal auf eine mehr als 140-jährige Tradition zurück. Ferdinand Wortner eröffnete das Wiener Kaffeehaus am 15. September 1880, und von Anfang an war das Café Wortner ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt mitten im vierten Bezirk.“

Über die Freenet GmbH, Betreiberin des Café Wortner in der Wiedner Hauptstraße 55, ist vergangene Woche am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das Unternehmen steht im Eigentum der Freenet Finance Corporation, Liechtenstein. Der Betrieb beschäftigt 35 Mitarbeiter, wovon etwa 20 Vollzeitbeschäftigte sind. Die restlichen Mitarbeiter seien laut Geschäftsführer Oliver Janele Teilzeitbeschäftige für die Spitzenzeiten wie mittags.

Problem Baustelle

Hauptgläubiger ist laut Geschäftsführer Janele das Finanzamt. Bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) soll auch etwas offen sein. Der Geschäftsführer sagt zu KURIER, dass die monatelange Baustelle in der Wiedner Hauptstraße für den Geschäftsbetrieb "nicht sehr förderlich war und ist".

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Sanierung beabsichtigt

„Das Unternehmen wird fortgeführt, das habe ich schon der Gewerbebehörde bekannt gegeben. Der Geschäftsführer legt dieser Tage einen Sanierungsplan vor und wir hoffen, dass er von Gläubigern angenommen wird“, sagt Masseverwalterin Ilse Korenjak, eine renommierte Rechtsanwältin und Sanierungsexpertin, zum KURIER. Die vom Geschäftsführer vorlegten Unterlagen untermauern einen positiven Fortbetrieb.

Zur Höhe der Schulden kann Masseverwalterin Korenjak noch keine Angaben machen. Laut Geschäftsführer betragen die Verbindlichkeiten rund 300.000 Euro.

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