Wellness
20.07.2016

Wie gesund die Wassermelone wirklich ist

Im Sommer hat die Wassermelone Hochsaison. Doch wie gesund ist die aus Afrika stammende Nutzpflanze wirklich?

Frisch aufgeschnitten, im Joghurt, oder, für den etwas ausgefalleneren Gaumen, im Salat: Die Wassermelone ist Sommer für Sommer in aller Munde. Dass das rote Fruchtfleisch der Wassermelone vorzüglich schmeckt, ist kein Geheimnis. Über das Gesundheitspotenzial der Wassermelone wissen jedoch viele nicht ganz so gut Bescheid. Wir haben mit der privaten Ernährungsberaterin Verena Wartmann über das Lieblingssommerobst vieler Österreicher gesprochen.

Gesundes Allroundtalent

Die Wassermelone gehört zur Familie der Kürbisgewächse, wird bei uns aber als Obst verwendet. Pro Portion (125 g) hat die Wassermelone in etwa 47 Kalorien. Neben einem hohen Gehalt an Carotinoiden, vor allem Lycopin, enthält die Wassermelone mit Vitamin C, Eisen, Natrium, Vitamin B6 & B1, Magnesium und Kalium eine ganze Reihe weiterer wertvoller Nährstoffe. "Die Wassermelone kann aufgrund ihrer Inhaltsstoffe zur Stärkung des Immunsystems, dem Schutz vor Augenkrankheiten und Krebs und der Reduktion des Risikos an z.B. Asthma, Arteriosklerose und Arthritis zu erkranken beitragen. Zudem hat sie eine entzündungshemmende Wirkung und ist gut für Herz und Gefäße", so Wartmann.

Natürlicher Sonnenschutz

Nicht ohne Grund ist die erfrischende Wassermelone gerade im Sommer so heißbegehrt. "Die in der Wassermelone in Form von Vitamin A, C und Lycopin enthaltenen Antioxidantien wirken als Radikalfänger. Sie fungieren im Sommer als kleiner Sonnenschutz der Haut, sie schützen nämlich Körperzellen vor Oxidation und Schädigung", so Wartmann. Der UV-Schutz erfolgt, indem das Antioxidantien in die Zellmembran eingebaut wird und dort mit freien Radikalen interagiert.

Ein regelmäßiger Konsum von Wassermelone könne die Haut laut Wartmann somit widerstandsfähiger gegen UV-Strahlung machen: "Sie kann den natürlichen Sonnenschutz der Haut von innen heraus stärken - ist jedoch kein Ersatz für die passende Sonnencreme", warnt Wartmann.

Süßer Durstlöscher

Auch der Wassergehalt der grünschaligen Melone macht sie zur perfekten Sommerfrucht. "Die Wassermelone besteht aus etwa 93 Prozent aus Wasser und kann an heißen Sommertagen zu den Durstlöschern gerechnet werden", so Wartmann. Dennoch mahnt die Expertin dazu an heißen Tagen über den ganzen Tag verteilt zusätzlich auf mindestens zwei Liter reine Wasserzufuhr achten.

Aufgrund der Süße einer reifen Wassermelone gehen viele davon aus, dass sehr viel Zucker in der Frucht enthalten ist. 100 g Wassermelone haben jedoch nur 28 Kalorien, bei 6 g Kohlenhydraten, das entspricht zwei Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: Ein mittlerer Apfel von 110 g hat etwa 13 g Zucker.

"Beim Obst gilt, dass man keine großen Mengen auf einmal essen sollte. Die Empfehlung liegt pro Portion bei 125 bis 150 g. Löscht man beispielsweise mit einem Kilo Wassermelone seinen Durst im Sommer, muss man bedenken, dass man 20 Stück Würfelzucker verarbeiten muss", so Wartmann. Grundsätzlich zähle jedoch ohnehin immer die Gesamtmenge an verzehrtem Zucker über den Tag verteilt. Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) sollte diese 50 g pro Tag nicht übersteigen.

Melone ist nicht gleich Melone

Auch wenn die Wassermelone zahlreiche gesundheitliche Vorzüge aufweist, gesünder als andere Melonensorten ist sie nicht. "Möchte man etwas für seine Gesundheit tun, wechselt man am besten ab. Der große Unterschied anderer Melonenarten zur Wassermelone liegt in dem hohen Prozentanteil an Wasser", erklärt Wartmann.

Während die Honigmelone deutlich mehr Vitamin A, Kalium und Beta-Carotin als die Wassermelone hat, kann die Cantaloupemelone mit einem besonders hohen Vitamin A-Gehalt punkten. Die Futuromelone zeichnet sich hingegen durch einen hohen Gehalt an Eisen und Vitamin C aus. Die Galiamelone die zu den Netzmelonen gehört, enthält etwa so viel Kalium wie die Honigmelone, jedoch deutlich weniger Vitamine als andere Melonen – selbst Wassermelonen sind gehaltvoller.

Verena Wartmann ist Ernährungswissenschafterin in Wien. Weitere Informationen finden Sie hier.