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Heute vor 100 Jahren
07/03/2014

4. Juli: Erste Fotos vom Attentäter

Erster Weltkrieg. Ein Schnappschuss zeigt den Attentäter Princip.

von Martin Burger

28. Juni bis 28. Juli 1914 – ein Monat, in dem die Weichen für die Urkatastrophe des Jahrhunderts gestellt wurden. Der KURIER erinnert in seiner 31-teiligen Serie daran, was auf den Tag genau vor 100 Jahren geschah. Heute: der 4. Juli 1914, der Tag an dem das Foto des Attentäters bei seiner Festnahme erschien.

Mit der Beisetzung des Thronfolgerpaars in die Familiengruft bei Artstetten in Niederösterreich enden die offiziellen Leichenfeiern. "Aber in der Bevölkerung und in der Presse werden die Ereignisse dieser Woche noch lange erregten Widerhall finden", schreibt Die neue Zeitung. Wohl wahr. Der Attentäter, der Gymnasiast Gavrilo Princip, wird auf dem Titelblatt bei seiner Festnahme gezeigt. Trotz der Hektik des Ereignisses ist dem anonymen Fotografen ein erstaunlich scharfes Bild gelungen.
Knapp eine Woche ist seit dem Attentat vergangen. Trotz der alles beherrschenden Trauerbekundungen für das Herrscherhaus lassen die Blattmacher Platz für Alltägliches. Das Neue Wiener Journal berichtet, dass seit 150 Jahre Fuchsien aus Südamerika in österreichischen Gärten gezüchtet werden. Die Zukunft ist verheißungsvoll, zumindest für Fuchsien-Freunde: in Neuseeland habe man soeben "ein neues, von Amerika weit entfernt liegendes Fuchsienland entdeckt", wird vermeldet. Und auch dafür muss Platz sein: Der Slogan "Feschoform wirbt enorm" im Inseratenteil der Wiener Bilder soll Frauen zum Kauf eines Busenbalsams bewegen. Ein Must-have der 1910er-Jahre: "Rasch und sicher" würden Frauen und Mädchen einen "herrlich festen Busen, anmutige Figur und volle schöne Körperformen" erhalten, der Pflanzen-Extrakt würde sogar wirken "wenn früher nur geringe Anlagen vorhanden" waren. Das Unternehmen garantiert "Betrag zurück, wenn erfolglos".

Die Wochenzeitschrift "Die Bombe" zeigt eine anzügliche Karikatur zweier badender Grazien auf ihrem Cover. Unter dem Titel "Mütter von heute" bringt das Blatt folgenden Dialog: "Duldet Mama bei dir keinen Verehrer?" "Nur solche, die für sie selbst nicht mehr in Betracht kommen."

Die große KURIER-Sonderausgabe zum ersten Weltkrieg finden Sie hier.

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