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Sport Wintersport
12/14/2019

Ein Händedruck oder 100.000 Euro: Wie viel ist ein Sieg wert?

Ein Überblick der Preisgelder im Wintersport. Mikaela Shiffrin ist mit 140.000 Euro bislang die Topverdienerin.

von Christoph Geiler

Im vergangenen Winter hatte Mikaela Shiffrin als erste Skiläuferin beim Preisgeld die 1-Million-Franken-Marke überschritten (Anm. die FIS mit Hauptsitz Schweiz weist die Prämien traditionell in Franken aus), auch in dieser Saison räumt der US-Skistar wieder groß ab. Mit 140.000 Euro hat Shiffrin bereits mehr Geld verdient als die beiden Herren-Topverdiener Henrik Kristoffersen (60.000) und Matthias Mayer (57.000) zusammen.

Aber wie viel Geld ist nun überhaupt im Wintersport im Spiel? Wo winken die größten Prämien? Welche Athleten schauen durch die Finger? Ein Überblick über die Preisgelder auf Pisten, Schanzen, Loipen und auf dem Eis.

Skeleton

Es erfordert schon viel Mut, um sich Kopf voraus auf einem Schlitten den Eiskanal hinunter zu stürzen. Die Bewunderung wird noch größer, wenn man weiß, was Janine Flock und ihre Skeletonkollegen für ihre spektakuläre Eis-Show erhalten: Nämlich genau nichts.

  • Preisgeld: 0 Euro

Flocks Podestplätze bei den ersten beiden Saisonrennen in Lake Placid schlagen sich finanziell nicht zu Buche, Preisgeld wird im Skeleton – und auch im Bobsport – erst am Saisonende ausbezahlt. Die Prämie für den Gesamtweltcupsieg hält sich mit 5000 Euro allerdings in Grenzen und steht in keinem Verhältnis zu den Kosten für einen Schlitten samt Kufen (30.000 Euro). „Ohne das HSZ und meine Sponsoren könnte ich es nicht machen.“

Eisschnelllauf

Vanessa Herzog durfte sich in Nagano über den ersten Podestplatz in dieser Saison freuen. Der dritte Platz über die 500-Meter-Distanz schlägt sich für Österreichs Sportlerin des Jahres finanziell aber kaum zu Buche. Selbst für einen Weltcupsieg gibt’s nur 750 Euro. Kurios: Wer länger läuft, der kriegt im Eisschnelllauf mehr Geld. In den anderen Distanzen (1000 bis 10.000 Meter) erhält der Sieger 1500 Euro.

  • Preisgeld: 750 Euro

Kunstbahnrodeln

Innerhalb einer Woche verdiente Jonas Müller zuletzt mehr Geld als in seiner gesamten Karriere. Der Vorarlberger Kunstbahnrodler gewann die ersten beiden Saisonrennen in Igls und Lake Placid und streifte für jeden Sieg 1.300 Euro ein.

  • Preisgeld: 1.300 Euro

Skispringen-Damen

Über den Sommer wurden bei den Skispringerinnen die Preisgelder angehoben. Ein Weltcuppunkt ist nun 34,6 statt wie bisher 27 Euro wert, davon profitiert Chiara Hölzl: Die Pongauerin feierte am Samstag in Klingenthal ihren ersten Weltcupsieg und bekommt neben 100 Weltcuppunkten auch noch 3.460 Euro Siegesprämie.

  • Preisgeld: 3.460 Euro

Nordische Kombination

Der Weltverband kann schön langsam einen Dauerauftrag einrichten, denn die Siegesprämien (7.300 Euro) wurden in diesem Winter nur an einen Nordischen Kombinierer ausbezahlt: Der Norweger Jarl Magnus Riiber gewann alle fünf Bewerbe.

  • Preisgeld: 7.300 Euro

Skispringen-Herren

Im Gegensatz zu den Damen kriegen die Herren 91 Euro pro Weltcuppunkt. Macht für einen Sieg  also 9.100 Euro. Für den zweiten Rang im Teambewerb von Klingenthal hinter Polen erhielt das ÖSV-Quartett Philipp Aschenwald, Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck und Stefan Kraft am Samstag immerhin 20.000 Euro.

  • Preisgeld: 9.100 Euro

Snowboard

Der Heimsieg am Freitag im Montafon hat für Alessandro Hämmerle nicht nur einen enormen ideellen Wert, er macht sich auch auf dem Konto des Snowboardcrossers bemerkbar. Zwar ist das Gesamt-Preisgeld bei den Snowboardern (22.700 Euro) nicht so hoch wie in anderen Sparten, auf den Sieger entfallen aber 45 Prozent.

  • Preisgeld: 10.200 Euro

Biathlon

Die Höhe des Preisgeldes spiegelt auch die Bedeutung und Popularität einer Sportart wider. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass im Boomsport Biathlon mittlerweile bereits 4,5 Millionen Euro pro Winter ausgeschüttet werden. Tendenz steigend: Der Norweger Johannes Tingnes Bø erhielt für seinen Sieg im Verfolgungsrennen in Hochfilzen 15.000 Euro. Der beste Österreicher Felix Leitner musste sich als 20. mit 500 Euro begnügen.

  • Preisgeld: 15.000 Euro

Ski Alpin

110.000 Euro pro Rennen – das schreibt die FIS den Veranstaltern als Mindestpreisgeld vor. Auf den Sieger entfallen dabei 41.000 Euro. Viele Weltcuporte erhöhen die Summe aber freiwillig. So winken beim Nachtslalom der Damen in Flachau für Rang eins fast 70.000 Euro.

  • Preisgeld: 41.000 Euro

Ski Alpin

Anlässlich des 80-Jahr-Jubiläums wird 2020 bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel das höchste Preisgeld der Historie ausgeschüttet. 100.000 Euro streifen der Abfahrts- und der Slalomsieger ein. Das Gesamtpreisgeld für die drei Rennen: 725.000 Euro.

  • Preisgeld: 100.000 Euro

Langlauf

Die Tour de Ski ist alle Jahre wieder das Highlight der Langläufer, dieses Etappenrennen (28. Dezember bis 5. Jänner) ist allein mit mehr als einer halben Million Euro dotiert, die Sieger der Gesamtwertung dürfen sich über 50.000 Euro freuen. Ein normaler Erfolg im Weltcup wird mit 9100 entlohnt.

  • Preisgeld: 510.000 Euro
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