IMPFUNG: ERSTE COVID-IMPFUNGEN IN ÖSTERREICH

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Politik Inland
01/08/2021

Impfung für Über-65-Jährige in Reichweite

In Heimen, auf Impfstraßen und beim Arzt: Wichtigste Zielgruppen kommen noch im Jänner dran.

von Raffaela Lindorfer, Johanna Hager

Jetzt soll es schnell gehen. Nach heftiger Kritik am schleppenden Impfstart wurde nun in der Regierung vereinbart, dass ab sofort immer alle vorrätigen Dosen verimpft werden. Die drei wichtigsten Zielgruppen sollen noch im Jänner drankommen, nicht erst im März. Wie es jetzt weitergeht – der KURIER hat die wichtigsten Antworten:

Wie viele Impfdosen gibt es derzeit in Österreich?

Am Donnerstag kam die wöchentliche Ration von 61.000 Impfdosen von BioNTech/Pfizer. Insgesamt sind damit rund 120.000 Dosen im Land. Die nächste Wochenration wird am Montag erwartet.

Was bedeutet der vorgezogene Impftermin?

Ursprünglich hätte erst ab 12. Jänner großflächig geimpft werden sollen – dabei bleibt es im Prinzip auch. Der Unterschied: Jene Impfdosen, die bereits im Land sind, sollen sofort verimpft und nicht für die zweite Teilimpfung aufbehalten werden. Mit Stand Donnerstag wurden 7.000 Personen geimpft, bis Sonntag sollen es laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) 30.000 sein. Bis Ende nächster Woche sind insgesamt 70.000 das Ziel. Das betrifft die rund 900 Alten- und Pflegeheime in Österreich. Ihre rund 158.000 Bewohner und Mitarbeiter haben im Impfplan höchste Priorität.

Wer ist nach den Heimen an der Reihe?

Als Nächstes gilt es laut Anschober, Menschen zu schützen, die mit Infizierten arbeiten. Österreichweit zählen rund 36.500 Personen zur Gruppe „exponiertes Gesundheitspersonal“. Ein Problem könnte hier (und schon vorher in den Heimen) die Impfbereitschaft darstellen: Laut Umfragen ist nur etwa die Hälfte der Pflege-Mitarbeiter bereit, sich impfen zu lassen.

Wann werden Ältere geimpft, die nicht in einer Pflegeeinrichtung leben?

Ursprünglich war von März die Rede – das wurde nun aber deutlich vorverlegt: Sie sollen bereits im Jänner drankommen. Laut Kanzleramt sollen in den Gemeinden Impfstraßen errichtet werden, wo nach Alter abgestuft geimpft wird – beginnend bei den Über-80-Jährigen bis zu den 65-Jährigen in den weiteren Monaten. Wie diese Impfstraßen organisiert sind – also etwa, welche Rolle die niedergelassenen Hausärzte spielen –, ist noch offen. Eine erste Impfstraße soll es am Wochenende des 16. und 17. Jänner in Tirol geben. Die Zielgruppe ist groß: In Österreich gibt es rund 1,7 Millionen Menschen, die über 65 Jahre alt sind.

Was bedeutet die Zulassung des Moderna-Impfstoffes für Österreich?

Je mehr, desto besser, könnte man sagen. Vom BioNTech/Pfizer-Impfstoff gibt es für Österreich eine Wochenration von 61.000 Dosen. Vom Moderna-Impfstoff sind für das erste Quartal 2021 knapp 200.000 Dosen zugesagt, 17.000 Dosen sollen noch im Jänner kommen. Beides sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, Moderna ist aber einfacher zu handhaben.

Die Gesundheitsagentur AGES wurde mit der Qualitätsprüfung für Moderna beauftragt – was bedeutet das?

Das ist gewissermaßen eine Auszeichnung: Als offizielles Prüflabor erhält die AGES mit Sitz im 22. Bezirk in Wien von jeder produzierten Charge eine Probe und unterzieht diese einer mehrstufigen Kontrolle. Nur, wenn jedes Detail stimmt, wird die Charge freigegeben – und zwar für den Gebrauch in allen 27 EU-Staaten. Die AGES hat auch bei der Evaluierung im Zuge der Zulassung mitgearbeitet.

Wie gut sind die Impfstoffe verfügbar?

Im EU-Portfolio an Impfstoffen sind erst zwei von sechs zugelassen – und damit wollen 450 Millionen EU-Bürger versorgt werden. Österreich stehen in Summe 18 Millionen Impfdosen zu. Es gebe kein Mengen- sondern ein Lieferproblem, sagt Sonderbeauftragter Clemens-Martin Auer. Bei Moderna hat man bereits während des Zulassungsverfahrens begonnen, zu produzieren. BioNTech/Pfizer will weitere Werke eröffnen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Leichter wird es, wenn der dritte Impfstoff zugelassen ist – jener von AstraZeneca.

Was bedeutet der dritte Impfstoff für Österreich?

Mit AstraZeneca will man in die Breite gehen, da der Impfstoff deutlich einfacher zu handhaben ist. Er wird einfach im Kühlschrank gelagert, damit können auch die niedergelassenen Ärzte ihre Patienten impfen. AstraZeneca ist kostengünstiger, gilt aber auch als weniger effektiv. Die Zulassung wird für Februar erwartet.

Und wann sind dann alle anderen in Österreich dran – auch die Jungen?

Im Sommer soll es laut Gesundheitsminister Anschober „ein konkretes Impfangebot“ für jeden in Österreich geben – um so zu verhindern, dass im Herbst die nächste Welle und der nächste Lockdown drohen. Geplant ist dazu auch eine breite Info-Kampagne über Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung.

Exkurs: Wie geht es mit der Teststrategie weiter?

Vergangene Woche ist eine Gesetzesnovelle zum vorzeitigen „Freitesten“ aus dem Lockdown ab 18. Jänner gescheitert. In der Zwischenzeit dürften sich ÖVP, Grüne und SPÖ offenbar angenähert haben: Die Rede ist nun von „Eintrittstests“, die leichter zu handhaben und in der Durchführung weniger unangenehm sein sollen.

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