China-Botschafter: "Die USA nutzen Taiwan, um China einzudämmen"

China-Botschafter: "Die USA nutzen Taiwan, um China einzudämmen"
Li Xiaosi, Botschafter der Volksrepublik in Wien, über "Provokationen", "Falschinformationen" und das "heilige Recht" auf territoriale Integrität.

Seit sechs Jahren vertritt der in Wuhan geborene Spitzendiplomat die Volksrepublik China als Botschafter in Österreich. Der 60-jährige Karrierediplomat gilt als ausgewiesener Europakenner, war auch in der Schweiz und in Deutschland im Einsatz.

Mit dem KURIER sprach der Vater einer Tochter über Chinas schwelenden Konflikt mit den USA um die Insel Taiwan, die verschlechterten Beziehungen zu Europa und die Vorwürfe des Völkermords an der uigurischen Minderheit.

KURIER: Herr Li, Sie schrieben in  einem Gastkommentar: “Wer mit dem Feuer spielt, wird sich selbst verbrennen.” An wen richtet sich diese Drohung?

Li Xiaosi: Niemand sollte die Entschlossenheit und den starken Willen Chinas unterschätzen, seine territoriale Integrität zu verteidigen. Diese Botschaft richtet sich gegen die Separatisten in Taiwan und auch gegen die ausländischen Kräfte, die sich in diesen Konflikt einmischen.

Also auch gegen Europa?

Gegen alle Kräfte, die sich in innerchinesische Angelegenheiten einmischen und unsere territoriale Integrität verletzen.

China-Botschafter: "Die USA nutzen Taiwan, um China einzudämmen"

Vorwürfe über Zwangsarbeit und Verfolgung der uigurischen Minderheit in der chinesischen Provinz Xinjiang bezeichnet Li Xiaosi als "Lügen".

Wäre auch ein Besuch eines österreichischen Kanzlers in Taiwan so eine Verletzung?

Österreich und China haben sich verpflichtet, die territoriale Integrität des anderen zu respektieren und sich nicht in interne Angelegenheiten einzumischen. China respektiert Österreichs immerwährende Neutralität, Österreich erkennt wiederum die Volksrepublik als einzige rechtmäßige Vertretung Chinas an. Deshalb ist es auch richtig, dass Österreich keine offiziellen Kontakte zu den Behörden auf Taiwan pflegt.

Nach dem Taiwan-Besuch Nancy Pelosis vor zwei Wochen hat sich der Konflikt verschärft. Ist er jetzt der gefährlichste der Welt?

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