Hatten die Attentäter von Brüssel Kontakte zu Dschihadisten in Salzburg?

© APA/AFP/BELGIAN FEDERAL POLICE/-

Kontakte nach Salzburg
03/24/2016

Brüssel-Terror: Die Österreich-Connection

Die Brüsseler Terrorzelle hatte Kontakte zu zwei Dschihadisten in Salzburg. Österreichs Behörden ermitteln.

von Michaela Reibenwein, Konrad Kramar

Für den IS hatten sie gemeinsam in Syrien gekämpft, hatten sich für Anschläge in Europa ausbilden lassen: Zwei Mitglieder der Brüsseler Terrorzelle, verantwortlich für die Anschläge im November in Paris und vor drei Tagen in Brüssel – und mit ihnen ein Pakistani und ein Algerier. Jetzt sind die zwei Brüsseler Terroristen tot oder auf der Flucht, und ihre zwei Weggefährten sitzen in Salzburg in U-Haft. Zuvor in Österreich in einem Flüchtlingslager gestrandet, hielten die beiden offensichtlich bis zu ihrer Festnahme im Dezember Kontakt mit den Terroristen in Brüssel. Diese Spur – vor Wochen schon in französischen Boulevardmedien kolportiert – hat nun auch Österreichs Justizminister Brandstetter am Rande eines Treffens in Brüssel bestätigt. Ja, es gebe den Verdacht, erklärte Brandstetter und KURIER-Recherchen ergaben: Ja, die österreichischen Behörden verfolgen aktiv diese Spur: Die Österreich-Connection der Brüsseler Terrorzelle.

Als Flüchtlinge getarnt

Im Oktober 2015 kamen die vier im selben Boot auf der griechischen Insel Leros an. Sie hatten bewusst die Route der Flüchtlinge gewählt, und waren mit gefälschten syrischen Pässen unterwegs, um so unauffällig nach Europa zu gelangen. Auch auf dem Weg über den Balkan hinterließen sie bewusst Spuren, beantragten etwa in Serbien Asyl. Auch in Östereich beantragten Fozi B . (34) und Faysal A. (28) Asyl, wurden in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht.

Route über Österreich

Ihre Mitkämpfer aber reisten weiter, zurück in die Zentrale der Brüsseler Terrorzelle, begannen dort die Anschläge von Paris vorzubereiten. Die beiden in Österreich verbliebenen sollen sich bereit gehalten haben, um Anweisungen für etwaige Terrorakte entgegenzunehmen. Ein Hinweis aus Deutschland führte zu ihrer Festnahme.

Wie wichtig die Route über Österreich für die Brüsseller Terrorzelle war, beweist auch, dass einer ihrer Drahtzieher, Salah Abdeslam, ebenfalls aus Syrien über Österreich nach Belgien reiste – und zwar etwa zur gleichen Zeit wie die vier. Dabei wurde er ja bekanntermaßen von der Polizei kontrolliert, kam aber unbehelligt davon.

Abdeslam soll Blutbad in Brüssel geplant haben

Immer deutlicher wird, dass Abdeslam nicht nur für die Attentate in Paris, sondern auch in Brüssel eine zentrale Rolle spielte. Seit dem Wochenende in Haft, soll der Franzose mit marokkanischen Wurzeln gestanden haben, dass er mit dem, bei einer Razzia getöteten Mohamed Belkaid, ein Blutbad mit Schusswaffen in Brüssel geplant hatte.

In der belgischen Hauptstadt läuft die Fahndung unterdessen auf Hochtouren weiter. Die Suche konzentriert sich auf zwei flüchtige Attentäter. Einer ist der dritte Mann, der beim Anschlag auf den Brüsseler Flughafen dabei war. Er ist auch auf den Aufnahmen der Überwachungskameras zu sehen, mit weißer Jacke und Hut, gemeinsam mit Ibrahim el-Bakraoui und Najim Laachraoui. El-Bakraouis Tod ist inzwischen bestätigt, er sprengte sich am Flughafen mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Laut belgischen Medienberichten starb auch Laachraoui am Flughafen. Er war der Bombenbauer der Gruppe, der auch die Sprengstoffgürtel herstellte.

Sprengstoff in Wohnung

Zentrale für die Vorbereitung der Brüsseler Anschläge war offensichtlich jene Wohnung im Stadtviertel Schaerbeek, die die Polizei am Tag des Anschlages gestürmt hatte. Von hier aus waren die Täter per Taxi zum Flughafen aufgebrochen. Die Ermittler fanden riesige Mengen Chemikalien zum Bau des im Terror-Jargon „Mutter des Teufels“ genannten Sprengstoffes, mit dem die Gürtel, und Koffer vermutlich gefüllt waren.

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