Justizanstalt Salzburg

© APA/BARBARA GINDL

Terrorismus
03/24/2016

Terror in Brüssel: Verbindung zu Dschihadisten in Salzburg

Inhaftierte werden laut Brandstetter "konkreter Kontakte verdächtigt".

Die in Salzburg inhaftierten Dschihadisten dürften nach Worten von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) Kontakte zu den Terror-Netzwerken von Paris und Brüssel gehabt haben. Dies sagte der Justizminister vor dem EU-Sondertreffen der Innen- und Justizminister nach den Brüsseler Terroranschlägen in der belgischen Hauptstadt.

"Wir haben in Österreich 38 - sind es derzeit - inhaftierte Dschihadisten. Wir haben auch Personen inhaftiert, das wissen Sie, in Salzburg, die verdächtigt werden auch konkrete Kontakte gehabt zu haben zu dem Netzwerk, das hier für die Anschläge hier und in Paris wahrscheinlich verantwortlich ist", sagte Brandstetter.

"Hätten uns da oder dort mehr Datenaustausch gewünscht"

"Die Justiz in Österreich hat ja auch durchaus funktioniert", betonte der Minister weiter. "Wir haben ja durchaus einiges getan. Und wir haben auch einige Erfolge gehabt. Aber man muss schon auch sagen: In unserem Bereich hätten wir uns da oder dort auch mehr Datenaustausch gewünscht."

Am 10. Dezember sind in Salzburg ein Pakistani und ein Algerier verhaftet worden, die mit falschen syrischen Pässen als Flüchtlinge eingereist waren. Sie befinden sich aktuell in Untersuchungshaft.

Französische Medien hatten bereits Anfang März berichtet, dass von ihnen getätigte Telefongespräche direkt auf das Umfeld des mutmaßlichen Drahtziehers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, verweisen. Von der österreichischen Justiz war dies bisher nie offiziell bestätigt worden.

Verfälschte Pässe

Nach bisherigen Erkenntnissen reisten am 3. Oktober 2015 der 28-jährige Algerier und der 34-jährige Pakistani mit einem etwa 30 bis 40 Personen fassenden Flüchtlingsboot gemeinsam mit zwei weiteren Männern, die später an der Durchführung der Attentate in Paris beteiligt waren, nach Griechenland ein.

Während die beiden späteren Attentäter ungehindert Griechenland verlassen konnten, fielen die beiden in Salzburg inhaftierten Beschuldigten den dortigen Behördenvertretern wegen ihrer verfälschten syrischen Reisepässe auf. Deshalb wurden sie etwa 25 Tage angehalten. Im Zuge ihrer anschließenden Weiterreise gelangten die beiden Ende November nach Salzburg, wo sie als Flüchtlinge in der Unterkunft der ehemaligen Autobahnmeisterei der Asfinag in der Münchner Bundesstraße untergebracht wurden. Dort wurden sie am 10. Dezember 2015 von Beamten der Landespolizeidirektion Salzburg festgenommen.

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