Leben
01.02.2018

"Mansplaining" steht jetzt auch im Wörterbuch

Neben "Mansplaining" wurden auch Wörter wie "tomgirl", "snowflake" und "hangry" hinzugefügt.

Die Zeiten ändern sich. Die Wörter in unserem Sprachgebrauch auch. Bestes Beispiel für diesen Wandel sind die neu aufgenommenen Begriffe im Oxford English Dictionary. Ein Blick auf die nun veröffentlichte Liste zeigt: Das Wörterbuch orientierte sich bei den Neuzugängen einmal mehr stark an der auf sozialen Medien verwendeten Sprache und der derzeit intensiv geführten Debatte über Sexismus.

Wörter-Update

1.100 Begriffe wurden im Zuge des aktuellen Updates hinzugefügt, darunter "Mansplaining". Das Wort, welches sich aus den englischen Ausdrücken für "Mann" ("man") und "erklären" ("explain") zusammensetzt, bezeichnet die sexistische Praktik, wenn Männer Frauen ungefragt die Welt erklären, sie belehren oder ihre Aussagen korrigieren. Ob sich die Frau auf dem Gebiet besser auskennt als der Mann ist dabei unwesentlich. Der Begriff verbreitete sich rasant im Internet, nachdem die amerikanische Autorin Rebecca Solnit im Jahr 2008 den Essay "Men Explain Things To Me" in der Los Angeles Times veröffentlicht hatte, der auch der Ausgangspunkt für ein später von ihr veröffentlichtes Sachbuch zum Thema war. Die Autorin gebrauchte den Begriff selbst zwar nicht, beschrieb das Phänomen aber recht anschaulich. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde das Wort unter anderem bekannt, weil Schweden im Jahr 2016, wenn auch nur temporär, die erste Beratungshotline für Opfer von Mansplaining einrichtete (mehr dazu hier). Seither machen immer wieder Meldungen über Fälle von Mansplaining Schlagzeilen.

Neben Mansplaining fanden auch Wörter wie "hangry" (Bezeichnung für schlechte Laune aus Hunger, zusammengesetzt aus "hungry" und "angry"), "snowflake" (Bezeichnung für eine besonders sensible Person, die leicht eingeschnappt reagiert) und "tomgirl" (Bezeichnung für einen Mann, der zu seiner femininen Seite steht) Eingang ins Oxford English Dictionary.

Sprache als Spiegel der Gesellschaft

Dass Neuaufnahmen in Wörterbüchern und die Hervorhebung bestimmter Begriffe immer auch einen gesellschaftlichen Wandel dokumentieren, hat sich in der Vergangenheit mehrfach gezeigt. So wählten die britischen Oxford Dictionaries 2015 ein lachendes Emoji zum Wort des Jahres. Die symbolbehafteten Bildnisse seien aus der modernen, digitalen Kommunikation nicht mehr wegzudenken, begründete die Jury ihre Wahl. Das US-Wörterbuch Merriam-Webster rief den Begriff "feminism", also " Feminismus", Ende 2017 zum Wort des Jahres aus. Die Sexismus-Debatte erhöhte die Online-Suche nach dem Begriff drastisch (mehr dazu hier).