Schwedische Frauen bekommen "Mansplaining-Hotline"

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Foto: Getty Images/Yuri_Arcurs/iStockphoto Symbolbild

Laut der schwedischen Gewerkschaft Unionen ist Mansplaining in der Arbeitswelt ein großes Problem.

Wenn Männer ungefragt Frauen die Welt erklären oder ihre Aussagen korrigieren, dann wird das Mansplaining genannt. Dabei ist es ganz egal, ob sich die Frau auf dem Gebiet besser auskennt als der Mann oder nicht. In Schweden wurde nun die erste Hotline für die Opfer von Mansplaining eingerichtet, am Montag nahm die Beratungsstelle ihre Arbeit auf.

Herabwürdigende Praxis

Ins Leben gerufen wurde diese von Unionen, der größten Gewerkschaft des Landes. Sie vertritt mehr als 600.000 Arbeitnehmer im privaten Sektor. Diese können sich nun für eine Woche täglich zwischen 10.00 und 16.00 Uhr an die Hotline wenden, wenn sie sich von männlichen Kollegen auf unangenehme Art und Weise belästigt und belehrt fühlen. Ziel der Initiative ist es, Bewusstsein für die schädliche Praxis zu schaffen, die Frauen nach Angaben von Unionen herabwürdigen und weniger kompetent wirken lassen würde.

In der Pressemitteilung der Gewerkschaft heißt es, dass Mansplaining eine Methode der Unterdrückung sei, durch die am Arbeitsplatz Diskriminierung und mangelnde Chancengleichheit erzeugt werde. Eine Studie der American Psychological Association habe gezeigt, dass Männer eher als Frauen zur Selbstüberschätzung neigen.

Die Hotline wird laut Unionen von einem Gender-Experten, feministischen Politikern, Comedians und Wissenschaftlern betreut. "Es geht darum, den Finger auf die kleinen alltäglichen Probleme zu legen, die groß werden, wenn sie sich stapeln". Frustrierte Anruferinnen werden individuell betreut und bekommen Ratschläge, wie sie sich im Fall von Mansplaining verhalten sollen.

Massive Kritik auf Facebook

Die Facebook-Seite von Unionen wurde indessen mit Kritik an der Initiative geflutet, diese kam hauptsächlich von Männern. Die Hotline sei unfair und sexistisch gegenüber Männern und würde außerdem zu einer Polarisierung in unserer Gesellschaft beitragen. Eine andere Nutzerin konterte daraufhin: "Eine gute Initiative. Den Kommentaren nach zu urteilen, fühlen sich viele Männer davon angesprochen. Das zeigt, wie sehr diese Art von Arbeit notwendig ist."

Warum sich manche Menschen von der Hotline angegriffen fühlen, erklärt Peter Tai Christensen, Gender-Experte bei Unionen, in einem Statement wie folgt: "Wir alle reagieren unterschiedlich auf die Veränderungen in unserer Gesellschaft. Manche von uns entwickeln und integrieren sich, während andere sich bewusst oder unbewusst dagegen wehren. Mansplaining kann als Reaktion darauf interpretiert werden, dass traditionelle Geschlechterrollen neu verhandelt werden."

(kurier / elmo) Erstellt am
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