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Kultur
12/18/2019

Noch nicht alle Geschenke? Last-Minute-Ideen aus der KURIER-Redaktion

Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen oder suchen Sie noch?

von Marco Weise, Elisabeth Hofer, Anita Kattinger, David Kotrba, Julia Pfligl

Geschenke gibt es viele – richtige wie falsche, persönliche wie unpersönliche, und welche, die man am besten erst gar nicht auspackt, weil danach das Drama beginnt: „Hey, du freust dich ja gar nicht über das selbst gemalte Bild?!“ Ähm ... Um erst gar nicht in Erklärungsnot zu geraten, empfiehlt sich die Notlüge in Kombination mit schauspielerischer Raffinesse. Denn man will ja niemanden vor dem Weihnachtsbaum kränken. Auf der sicheren Seite (ohne Garantie) sind Sie mit den von uns ausgesuchten Geschenkideen, mit denen Sie nachhaltig beeindrucken. In diesem Sinne und alle zusammen im Chor: Make Christmas great again! Das passende Outfit gibt es bereits.

PC mit Murmelantrieb

Beim PISA-Test tritt Österreichs Bildungssystem auf der Stelle und gerade im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich ist der Fachkräftemangel omnipräsent. Wer seinen Kindern und dem ganzen Land etwas Gutes tun will, der könnte einen Blick auf ein neues Spiel werfen. Es heißt „Turing Tumble“ und soll Kindern (und Erwachsenen!) beibringen, wie Computer arbeiten – auf rein mechanische Weise, mit Murmelantrieb.

Angeleitet durch ein Szenario im Comic-Stil muss man mithilfe unterschiedlicher farbiger Wippen, Schalter und anderer Teilchen Rechenoperationen entwickeln, um Aufgaben zu lösen. Die so selbst gebauten Computer können addieren, subtrahieren, multiplizieren, dividieren und mehr. Laut dem Uni-Professor Paul Boswell, der das Spiel entwickelt hat, tauchen Spieler auf diese Weise tief in die Materie ein, ohne zuvor eine Programmiersprache lernen zu müssen. Im Online-Shop store-de.turingtumble.com kann das Spiel für rund 75 Euro erworben werden. Dazu kommen die Versandkosten nach Österreich, die ca. 10 Euro betragen.

So geht Schlachten

In den kalten Monaten fanden früher traditionell Hausschlachtungen und Sautänze statt. Familie Wiesner von der Arche De Wiskentale (www.dewiskentale.com) zelebriert diese für eine kleine Gruppe von Interessierten: Von Techniken der Schlachtung und Zerlegung bis hin zur Wurst, Speck oder Schinkenherstellung dürfen sich die Kursteilnehmer an Mangalitza-Schweinen üben. Wer lieber nicht selbst Hand anlegt, sondern nur gut speisen möchte, wird bei Max Stiegl satt. Der Vier-Haubenkoch lädt auch heuer wieder zu seinem landesweit bekannten Sautanz im Innenhof seines „Gut Purbachs“ am Neusiedler See.

Sie fragen sich, ob es für sensible Mägen nicht etwas über Blümchen und Bienchen gibt? Der Bienenzuchtverein Wien-West (bienewienwest.at) bietet 10- bis 15-Jährigen an, kostenlos in der Imkerei mitarbeiten zu dürfen. Die Jugendlichen bekommen ein eigenes Bienenvolk und Bienenbeute – die Ernte darf mit Nachhause genommen werden.

DNA- und DJ-Kurs

War der/die Beschenkte bereits „Pizzabäcker für einen Tag“, hat schon Bier selbst gebraut, Porzellan hübsch bemalt, das Gin-Seminar erfolgreich abgeschlossen und den Whiskey-Lehrgang mit Auszeichnung  bestanden?

Ja! Na, wie wäre es dann mit einem „DNA Analysieren“-Kurs. Angeboten wird der achtstündige Workshop  um 190 Euro auf mydays.at. Das Labor befindet sich in Krems, in dem man sich wie ein „Profi beim CSI“ fühlen soll, so lautet zumindest das Versprechen. Analysiert wird dabei allerhand – auch die eigene Persönlichkeit.  
Lieber nicht, meinen Sie.

Okay, wie wäre es dann mit einem DJ-Basic-Kurs (ab 399 Euro) mit Theorie- und Praxisteil  – angeboten von der Lautstark DJ Academy (academy.lautstark.cc), die in Wien und Linz tätig ist.  Ein Geschenk für  alle mit Taktgefühl, die schon immer einmal   wissen wollten, was der französische Star-DJ David Guetta hinter dem DJ-Pult so macht, wenn er einmal nicht die Hände in die Höhe streckt.

Tierische Weihnachten

„I want a Hippopotamus for Christmas“ heißt ein im anglophonen Raum bekanntes Weihnachtslied. Auf Deutsch übersetzt: „Ich wünsche mir ein Nilpferd zu Weihnachten“. Das mag ein mitunter seltsamer Wunsch sein. Unerfüllbar ist er aber keineswegs.

 Zugegeben – der Dickhäuter steht am Ende nicht mit roter Schleife unter dem Baum und er ist auch nicht ganz billig. Aber: Um 200 Euro im Monat kann man Pate eines Nilpferds,  Eis- oder Brillenbären, einer Giraffe, eines Wolfs oder einer Großkatze im Tiergarten Schönbrunn werden. Etwas weniger, nämlich 80 Euro im Monat, kostet die Patenschaft für einen Ameisenbären, ein Bennettkänguru, Pinguine,  oder Zwergotter. Reptilien-Pate kann man schon ab 40 Euro monatlich werden, Elefanten, Pandas, Koalas, Nashörner oder Orang-Utans fallen in die teuerste Gruppe unter den Zootieren – für sie zahlen Paten 280 Euro im Monat. (zoovienna.at)
Durch eine Patenschaft wird die „hohe Qualität der Tierhaltung sowie die Forschung und die ständige Verbesserung der „Lebensräume“ der Tiere in Schönbrunn“ unterstütz, heißt es auf der Website des Tiergartens.

Übernimmt man eine Patenschaft für ein ganzes Jahr, gibt es neben einer Paten-Urkunde unter anderem eine Namenstafel beim Gehege, einen Gutschein für eine Jahreskarte, Einladungen zum Paten-Stammtisch oder zum Paten-Sommerfest.

Trageband für AirPods

Wer sich heute zu Fuß durch größere Städte bewegt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest einem Menschen begegnen, der Apples AirPods im Ohr trägt. Die kleinen drahtlosen Kopfhörer wurden erstmals 2016 präsentiert und entwickelten sich sofort zum Verkaufsschlager.

Die Firma Tapper produziert ein Produkt, das das Konzept der drahtlosen Kopfhörer eigentlich ad absurdum führt. Das schwedische Unternehmen wurde nur drei Tage nach der Präsentation der AirPods gegründet und bietet Bänder an, mit denen die AirPods um die Schultern getragen werden können, wenn man sie mal nicht im Ohr haben will. Die kabellosen weißen Stöpsel werden somit an die Leine gelegt. Nachfrage nach den Tapper-Bändern scheint es jedenfalls zu geben.

Im Online-Shop des Unternehmens kann man Bänder aus Strick, Leder oder Nylon in vielen Farben erwerben. Ab 30 Euro ist man dabei. Verschickt werden die Bänder kostenlos in alle Welt. Einige Bänder-Varianten sind auf gettapper.com bereits ausverkauft.

Coole Socke - ganz und gar individuell

Socken unterm Christbaum? Eine heikle Angelegenheit. Lange Zeit als Inbegriff fehlender Geschenkefantasie verschrieen, mauserten sie sich in jüngster Zeit zum modischen Kultaccessoire mit ausgefallenen Motiven – je bunter, desto besser. Wem das noch nicht individuell genug ist, der kann nun auch Gesichter auf Socken drucken lassen. Sein eigenes, das der besten Freundin oder das Antlitz des Haustiers. Bei www.supersocken.de etwa kostet ein Paar personalisierter Füßlinge 23,95 Euro, bei www.santasocks.com kann man neben Socken auch Unterwäsche oder Decken bedrucken lassen.

O Regenwald, wie grün sind deine Blätter

Weihnachtliches Grün einmal anders? Im Laufe seines Lebens entzieht ein Regenwaldbaum der Erdatmosphäre 700  Kilogramm schädliches  – trotzdem schreitet die Rodung der Regenwälder immer weiter voran.

Wer also dem Klima etwas Gutes tun will, kann für 18 Euro die Pflanzung eines Baumes im „Regenwald der Österreicher“ in Costa Rica finanzieren. Auf bereits gekauften Flächen werden dort pro Hektar bis zu 800 Bäume aus über 100 Arten gepflanzt. Jeder Baum-Käufer  erhält ein Farbzertifikat, das auch unter den Baum gelegt werden kann – unter den Christbaum.