Raab geht essen: 1,2,3, Acapulco liegt in China

Als einzig bekanntes Gesicht ist in unserer Stamm-Pizzeria nur die Chefin geblieben. Neue Kellner, neuer Pizzakoch.
Thomas Raab

Thomas Raab

1. Die Chinesen-Standln sind weg! Zumindest dort, wo sich in der Viale dei Ginepri schon für gewöhnlich kaum noch Touristen herumtreiben. Also weiter, neugierig, direkt in unsere Stamm-Pizzeria Acapulco.

2. Die hässlichen, ausgebleichten Plastiktischdecken sind weg! Und schöner geworden sind die Tische dadurch nicht. Aber wurscht, hinein mit uns, Hurra, wir sind wieder da, Platz nehmen und der Chefin ein herzliches: „Bonasera“ zuwinken. Und nein, sie hat es seit dem letzten Sommer wieder nicht gelernt, bringt auch heuer keinen Gruß zustanden, nicht einmal in ihrer Muttersprache, schaut nur bös’, wie der Schuhladenbesitzer ein paar Blöcke weiter. War alles bisher nicht tragisch, eher lustig. Dank Pizzen, hauchdünne Geschmacks-Explosionen. Dank Meeresfrüchte direkt aus dem Paradies. Dank Stammkellner, die ihre Chefin hassen. Dank spaßigen Gästen auf den Nebentischen: „Vielleicht is die Oide ausländerfeindlich!“, „Vielleicht schaut’s so grantig, weu ihr Oida mit seine 200 Kilo nur mehr den Espresso owalossen ko!“ Ja, wir sind auch heuer hier, das 13. Mal. Zuhause scheint nach Fallen der Mundschutzpflicht vielen Leuten ja sowieso alles wurscht – trotz Wurschtskandal. Corona hat sich verTRUMPinisiert. Hier in Italien aber: Masken, Desinfektionsmittel, Abstandsregel überall. Letzteres nun auch die Pizzeria Acapulco betreffend. Denn als einzig bekanntes Gesicht ist dort nur die Chefin geblieben. Neue Kellner, neuer Pizzakoch. Schuhsohlen. Nein, Danke.

Aber Himmel: 3. Der Eissalon Paradice, ein Familienbetrieb, umarmt immer noch die Straße. Und genau daneben neu: Gusto Pizza. Herrlich. Ein Take-away. Gehen und Kommen eben. Wie dieses Leben. Gut so.

Wir bleiben noch ein wenig.

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