Besondere Szene am Krippenpfad

Krippendarstellung am Rathausplatz: Maria liegt im Bett und ruht sich aus, während Joseph auf das Kind aufpasst.

© Nina Oezelt

Chronik Wien
12/24/2020

Moderne Arbeitsaufteilung am Wiener Krippenpfad

Kein Markt am Rathausplatz, aber mehr Aufmerksamkeit für den Krippenpfad: Eine Szene zeigt modernen Arbeitsaufteilung.

von Nina Oezelt

Letztes Jahr waren es "Italienische Krippen", das Jahr davor "Wiener Krippen" und heuer ist das Motto des Wiener Krippenpfades "Alpenländische Krippen".

Auf zwölf Stationen findet man auf der rechten Seite des Rathausparks, wenn man das Burgtheater im Rücken hat, Krippen, die vom Wiener Krippenverein gestaltet wurden.

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Am Rathausplatz werden noch die letzten Vorbereitungen für den Eistraum getroffen, der KURIER berichtete.

Die Lokale haben geschlossen, Christkindlmärkte gibt es auch nicht. Die Wiener schlendern, manchmal mit eigenen Thermoskannen, durch Parks und Gassen. 

Lied auf Fußdruck

So wie Hannah Fergg, eine Geographie-Studentin, die mit einem Kaffee in der Hand durch den Krippenpfad spaziert. Mit ihrem Fuß betätigt sie das Pedal vor den kleinen Krippenhütten und lacht.

Jedes Mal geht das Licht an und es ertönt ein anderes Weihnachtslied. "Stille Nacht", " Freue dich das Christkind kommt bald" oder " Lasst uns froh und munter sein".  "Normalerweise würde ich meinen Kaffee jetzt in einem Kaffeehaus trinken, aber da alles zu hat, gehe ich hier spazieren und schau mir die Krippen an", sagt sie.

Alpenländische Krippen

Am diesjährigen Krippenpfad am Wiener Rathausplatz ist das Motto "Alpenländische Krippen".

12 Krippen

Es gibt 12 Stationen mit unterschiedlichen selbstgebauten Krippen des Wiener Krippenvereins.

Musikalische Untermalung

Mit einem Fußpedal können die Besucher die Beleuchtung und die Musik einschalten.

Stille Nacht

Von "Stille Nacht", "Ihr Kinderlein kommet", "Jingle Bells" bis zu "Lasst uns froh und munter seid" ertönt, wenn man das Fußpedal vor der Krippenbox betätigt.

Kontrastprogramm zum Christkindlmarkt

Seit 1975 gibt es einen Christkindlmarkt am Rathausplatz. Dieses Jahr wurde er wegen Corona abgesagt.

Krippenpfad

Der Krippenpfad bleibt diesmal bis 6.1. 2021 bestehen.

Krippenbaukurse

Der Krippenverein hat seinen Sitz in der Herbststraße 114 im 16. Bezirk. Dort werden auch Krippenkurse angeboten.

Die Weihnachtskrippe stellt die Geburt Jesu dar. Viele Krippen verbinden die Bilderwelt der Adventzeit mit der des Dreikönigsfests.

Meist ist das Jesus-Kind in einem Futtertrog, daneben Maria und Joseph. Die Tiere umrunden die Szene, Esel, Ochse und Schafe, dazwischen oft auch Hirte und Hund. Die drei Weisen aus dem Morgenland sind oft am Rand zu finden.

Den Krippenpfad am Rathausplatz gibt es seit 2018. Den Auftrag dafür gibt die Firma Stadt Wien Marketing Gmbh, die auch den Wiener Eistraum organisiert. Stadt Wien Marketing entscheidet auch darüber, welches Thema der Pfad realisiert.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt dieses Jahr eine Krippenszene, bei der sich Maria im Bett ausruht und Joseph auf das Jesuskind aufpasst. Die klassische Darstellung in der Krippe zeigt hingegen meist Maria kniend vor dem Kind und hinter ihr Joseph stehend.

"Ich mag die knienden Mariendarstellungen nicht. Sie hat etwas geleistet und darf sich ausruhen. Außerdem kniet Maria eher nur im deutschsprachigen Raum; In Italien oder Spanien sitzt oder liegt sie meistens", sagt dazu Ilse Ofner, Obfrau des Krippenvereins. Sie hat die Krippe gemeinsam mit Josef Eiböck die Krippe gebaut.

Blick in die Christkindlmarkt-Vergangenheit

In den Jahren davor gab es eine klassische Krippe, die im Park stand und vom Veranstalter des Wiener Christkindlmarktes beigestellt wurde. Aber ein Blick in die Vergangenheit in die Gestaltung des Rathausparks zeigt, wie sich die Dekorationselemente über die Jahre verändert hat.

1987 gab es beispielsweise einen Glockenbaum, 1988 hingegen eine Kunstpyramide, die im Rathauspark aufgestellt wurde. Über einige Jahre hinweg konnte man dann Pony reiten im Park. 1998 wurden Märchen-Torbögen aufgestellt: Mit dem "gestiefelten Kater", "Mimi" und "Frau Holle".

Im Jahr 2003 wurde das Wolkenpostamt restauriert und im Jahr 2005 die Eingänge in die Parks, der Leseturm für den Kasperl und ein Christbaumkugel-Baum aufgestellt.

Immer mehr Bäume wurden über die Jahre hinweg, damals noch von der Firma Kreitner & Partner, umgestaltet. Der Park wurde über die Jahre hinweg immer bunter und heller: Zirkuswagon mit Clown-Kapelle, Hausmusik und eine Packerlwerkstatt und Ponyreiten für Kinder.

Damals hieß das Spektakel noch Adventzauber. 2014 wurde zusätzlich der Pavillon „Waldhaus & Waldprinzessin mit Tieren“ zum Bestaunen einer bunten Wald-Szenerie eröffnet. 2016 wurde der Wiener Adventzauber dann zum Wiener Weihnachtstraum. Damals wurde der Eistraum mit 4500 Quadratmeter installiert, heute hat er eine Fläche von 8500 Quadratmeter. 

Krippenbauworkshops beim Wiener Krippenverein

Seit 2001 gibt es in Wien den Krippenverein. Derzeit zählt er 67 Mitglieder. Finanziert wird der Verein durch Krippenbaukurse. "Mitglied kann jeder werden", sagt Obfra Ofner. Jeden Montag um 16 Uhr treffen sich die Vereinsmitglieder zum Krippenbauen, zu den Vorbereitungen für Ausstellungen und Kurse. 

"Im Sommer gehen wir gemeinsam Material sammlen", erklärt die Obfrau. Die meisten Gegenstände, die für die Krippe verwendet werden, sind aus der Natur. 

Rund sieben Kurse gibt es im Jahr. Mit Hillfe von drei Krippenbaumeister lernen die Teilnehmer die Kunst und Tradition der Krippe kennen. Der Krippenverein stellt normalerweise auch auf anderen Christkindlmärkten, wie im Schloss Hof oder am Wasserschloss in Kottingbrunn aus. 

Die nächsten Krippenbaukurse sollen, wenn Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht, im Februar stattfinden. Die Teilnahme an einem Krippenbaukurs kostet 135 Euro, der Krippenfigurenkurs 155 Euro.

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