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Chronik Wien
11/05/2019

Fotograf durch Kopfschuss getötet: Nachbar stellte sich

Der Verdächtige stellte sich der Polizei. Das Opfer, Andreas U., musste an seinem Geburtstag sterben.

von Michaela Reibenwein, Birgit Seiser, Konstantin Auer

Es war der Geburtstag von Andreas U.. Der 47-jährige Fotograf saß  Montagabend gemeinsam mit einer Nachbarin auf der Parkbank im Innenhof eines Gemeindebaus in  Neustift am Walde und feierte. Plötzlich kam ein weiterer Nachbar dazu. Er hatte eine Pistole dabei. Und er soll Andreas U. erschossen haben.

Nur wenige Stunden nach dem  Kopfschuss  spielen auf dem kleinen Fußballplatz im Hof schon wieder Kinder. Die Sitzgelegenheit, auf der der 47-Jährige gesessen hatte, bleibt am Dienstag aber leer. Die Bewohner der Wohnanlage in der Hameaustraße  sind schockiert.

„Wir haben uns hier alle verstanden, es ist so eine ruhige Gegend“, sagt etwa Burcu E. Die Schülerin hatte gerade für eine Schularbeit gelernt, als sie gegen 21.30 Uhr plötzlich einen Schuss hörte. Kurz darauf war   die Polizei da. „Wir durften nicht aus der Wohnung gehen und wussten nicht, was los war. Wir haben es für Böller gehalten.“

Über Burcu wohnt jene Frau, die  dem Opfer   zum Tatzeitpunkt auf der Parkbank gegenüber gesessen war. Die 31-Jährige blieb unverletzt, dürfte aber einen Schock erlitten haben.   „Wir sind alle oft im Hof gesessen, das war hier üblich“, sagt Burcu.  Der Verdächtige wohnte ebenfalls  in dem Gemeindebau  – direkt in dem Haus gegenüber des Opfers.

Der mutmaßliche Täter flüchtete nach der Schussabgabe mit einem Auto, die Polizei leitete noch in der Nacht eine Großfahndung ein. Daran beteiligt waren auch die Spezialeinheiten WEGA und Cobra und ein  Hubschrauber. Gegen 5 Uhr stellte sich der verdächtige 46-Jährige jedoch bei einer Polizeistation in der  Krottenbachstraße – nur wenige Minuten vom Tatort entfernt.

Verdächtiger hatte Waffenbesitzkarte

Er habe gesagt, dass er „der Gesuchte“ sei. Die diensthabenden Beamten verriegelten daraufhin die Sicherheitsschleuse beim Eingang. Bei ihm wurde die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt.
Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar, der Verdächtige habe in der ersten Einvernahme die Aussage verweigert.

Auch eine Befragung der Zeugin hätte laut Polizei noch keine neuen Erkenntnisse gebracht. Die Pistole habe der Verdächtige legal besessen – er hatte  eine Waffenbesitzkarte.

Verdächtiger war Haustechniker bei Feuerwehr

In welchem Verhältnis die beiden Österreicher zueinanderstanden, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Beim Opfer handelt es sich um Andreas U., der als Fotograf tätig war und schon einige der Bewohner fotografiert hat – wie auch auf seiner Homepage zu sehen ist.

„Er war immer sehr ruhig. Er ist immer mit Kopfhörern spazieren gegangen und saß auch oft bei der Sitzgruppe. Er hat sich auch um den kleinen Rosengarten  gekümmert“, sagt Nachbar Ali-Nihat Ertem. Der Mann lebte alleine und soll an einem Burnout gelitten haben.

Auch der Verdächtige – er soll bis zum Sommer bei der  Feuerwehr als Haustechniker gearbeitet haben – wird als „sehr nett“ beschrieben. „Er war hier mit seiner Frau. Beide waren immer freundlich“, sagt eine Nachbarin. Die Wohnung des Paares wurde von der Polizei versiegelt.   

 

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