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Chronik Österreich
08/02/2019

Überraschende Fakten zur Mordbilanz

Rechnet man die Tötungsversuche dazu, gibt es bei Männern eine ähnliche Steigerung wie bei Frauenmorden.

von Dominik Schreiber, Patrick Wammerl

Nach mehreren Bluttaten gegen Frauen in den vergangenen Monaten richtete der damalige Innenminister Herbert Kickl eine SOKO Frauenmorde im Bundeskriminalamt ein. Diese analysiert derzeit – wie noch niemals zuvor – 174 Morde und Mordversuche mit wissenschaftlichen Methoden. Das Ergebnis der Kommission soll in den kommenden Wochen präsentiert werden.

Warum die Analyse der Experten versuchte und vollendete Taten zusammenrechnet, hat einen einfachen Grund: Oft entscheidet lediglich der Zufall, ob das Opfer einen tätlichen Angriff überlebt oder nicht. Ein Stich in den Bauch kann wichtige Organe knapp verfehlen – oder eben voll treffen. Ein paar Millimeter entscheiden mitunter über Leben und Tod.

Auch Männer betroffen

Die Fachzeitung der Kriminalpolizei (kripo.at) hat kürzlich die Entwicklung dieser Taten über zehn Jahre ausgewertet. Das Ergebnis zeigt überraschend, dass die Gewaltsteigerung Männer als Opfer beinahe ebenso betrifft wie Frauen. Der Unterschied ist allerdings, dass die Bluttaten bei Männern seltener mit dem Tod enden als bei Frauen (siehe Grafik unten).