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Chronik | Wien
05/02/2019

Kriminalität in Österreich sinkt, aber mehr Morde

Der Innenminister präsentiert die Zahlen zur Kriminalität 2018. Insgesamt sank die Zahl der Anzeigen um 7,4 Prozent.

472.981 Mal erstattete im Vorjahr jemand Anzeige bei der Polizei. Das bedeutet einen Rückgang von 7,4 Prozent im Vergleich zu 2017. Zuletzt waren es im Jahr 1999 mit 493.246 weniger als 500.000. Die Polizei konnte jedes zweite angezeigte Delikt aufklären.

Einen Rückgang von zwölf Prozent gab es bei Eigentumskriminalität. Wurden 2017 noch mehr als 195.000 Einbrüche, Diebstähle etc. begangen, waren es im Vorjahr 171.718 Anzeigen. Somit wurden jeden Tag rund 470 Eigentumsdelikte verübt. Aufgeklärt wurde rund ein Viertel der Taten. „Diese Delikte haben einen großen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl“, sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ).

Screening Gruppe wegen Gewalt an Frauen

Die Zahl der Gewaltdelikte ist insgesamt zwar gesunken, dennoch gab es mehr Morde. Die Zahl der getöteten Frauen ist laut Innenminster Kickl "dramatisch angestiegen", deshalb rief  Kickl eine Screenig Gruppe ins Leben.

Dort sollen die Morde akribisch untersucht werden, um mögliche Muster und Gefährdungsszenarien zu erkennen und aus den Ergebnisse die Präventionsmaßnahmen darauf abzustimmen.

Kriminalität im Internet gestiegen

Psychische Gewalt gegen Frauen wurde mit in die Erfassung von Gewaltdelikten genommen. Dass dies sinnvoll sei, wurde von mehreren Experten bestätigt. Dadurch stieg die Zahl der Gewaltdelikte gegen Frauen an – was an Beleidigungen und Drohungen im Internet liegt.

Im Internet stiegen die Gesamtzahlen an Kriminalität um 16,8 Prozent auf 19.627 Anzeigen.  Die meisten Tatverdächtigen sind 25 und 39 Jahre alt.

Die Zahl von Erpressungen im Interent stieg 2018 gleich um 236,2 Prozent an. In den meisten Fällen drohen die Täter den Opfern mit Gewalt, der Veröffentlichung von Sex-Videos oder dergleichen. Wegen des enormen Anstiegs wurde auch in diesem Fall eine spezielle Arbeitsgruppe des Bundeskriminalamts eingerichtet, die dieses Phänomen bekämpfen soll.

40 Prozent fremde Tatverdächtige

Insgesamt wurden 288.414 Tatverdächtige ausgeforscht, im Vergleich zu 2017 ist das ein Plus von 6,6 Prozent. 230.068 der Tatverdächtigen sind männlich, 58.346 sind weiblich. Mit 100.058 stellt die Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen den größten Anteil der Tatverdächtigen dar, gefolgt von den über 40-Jährigen (87.522). 115.258 Tatverdächtige waren keine österreichischen Staatsbürger. Der Anteil der fremden Tatverdächtigen lag somit bei 40,0 Prozent (2017: 39,1 Prozent). Zu den Herkunftsländern der Tatverdächtigen zählten 2018 Rumänien (11.701), Deutschland (10.652), Serbien (10.293), Türkei (7.658) und Afghanistan (7.337).