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Chronik Wien
07/09/2020

Luxushotel statt Handelsgericht: Und die Innere Stadt freut sich

Einst wurden dort Insolvenzen verhandelt, jetzt zieht ein Spitzenhotel ein. Wie die Stadt davon profitiert.

von Kid Möchel, Katharina Zach

In die Riemergasse zu gehen, das bedeutete früher nichts Gutes. Denn in dieser Gasse war bis 2003 das Handelsgericht angesiedelt. Unternehmer mussten dort vor dem Insolvenzrichter ihre Pleite eingestehen, Konkurse wurden abgewickelt. Nach all den Pleiten soll dort jetzt der Luxus einziehen. Diesmal aber wirklich.

2023 will die Luxushotelkette Mandarin Oriental im ehemaligen Gerichtsgebäude ein Fünfsternehotel eröffnen. Das neue Mandarin Oriental Vienna wird 151 Zimmer und Suiten umfassen, im ausgebauten Dachgeschoß und im Geschoß darunter werden 17 Luxusapartments entstehen. Im Innenhof sollen ein Restaurant, eine Bar und ein Wintergarten errichtet werden. Auch ein Spa samt Schwimmbad und Fitnesscenter soll es geben. Bankett- und Konferenzräume sind ebenfalls vorgesehen. Insgesamt soll das Hotel 17.000 Quadratmeter umfassen.

Seit 2016 gehört die Immobilie in der Riemergasse 7 der Schweizer Investmentgesellschaft Brisen Group um den russischstämmigen Briten Dimitry Vallen. Mehr als 100 Millionen Euro will man in das Projekt (Kaufpreis und Umbau) investieren.

Erste Hotelpläne schon 2004

Das denkmalgeschützte ehemalige Gerichtsgebäude galt lange eher als Ladenhüter. Die Besitzgesellschaft, die Riemergasse 7 Entwicklungs- und Verwertungs GmbH, wechselte mehrmals den Eigentümer. Dabei gab es den Plan, an diesem Standort ein Hotel zu eröffnen, schon seit 2004. Damals hieß es, dass 2007 ein Hotel in die denkmalgeschützten Jugendstil-Räumlichkeiten einziehen wird. Doch daraus wurde nichts. Zuletzt hieß es, dass dort 2014 ein Four Seasons eröffnen sollte. Auch diese Pläne zerschlugen sich.

 

Mehr als zehn Jahre stand das Gebäude leer. Zuletzt sah man ihm den Leerstand an, Anrainer wandten sich deshalb an die Bezirksvorstehung. „Ich begrüße, dass der Standort nun wieder belebt und gepflegt wird“, sagt Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP). Auch Bürgermeister Michael Ludwig und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (beide SPÖ) freuen sich. Das Hotel bringe Wertschöpfung und Arbeitsplätze für die Stadt.

Denkmalschutz als Herausforderung

Die größte Herausforderung bei dem Projekt ist der Denkmalschutz, unter dem das bis 1908 nach den Plänen von Alfred Keller errichtete Jugendstil-Gebäude steht.

„Jedes Stiegenhaus wird erhalten, jede Türe wird angeschaut, ob sie erhaltenswert ist oder nicht“, sagt Brisen-Sprecher Thomas Brey zum KURIER. „Es gibt vom Denkmalamt, vom Eigentümer und Hotelbetreiber ein gemeinsames Interessen, den Charakter des Gebäudes zu erhalten. Wir haben eine gute Lösung gefunden – im Sinne des Denkmalschutzes und eines modernen Luxushotels“.

Der Tourismus hofft auf viele Gäste nach der Corona-Krise. Immerhin: Städtetrips sind mit einem Anteil von fast 30 Prozent die beliebteste Art der Luxusreisen.

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