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Chronik | Wien
01/16/2019

Hoch hinaus: Diese Bauprojekte kommen heuer auf der Donauplatte

Im Frühling beginnen die Arbeiten für die umstrittenen Danube Flats. Sie bleiben nicht die einzige Hochhaus-Baustelle.

Nach jahrelangen Streitereien ist es nun amtlich: Die Danube Flats werden gebaut – und zwar ab April dieses Jahres. Das 160 Meter hohe Gebäude in der Donaustadt wird 49 Stockwerke zählen – laut Projektbetreibern wird es damit der höchste Wohnturm Österreichs und der dritthöchste in ganz Europa sein.

Die Danube-Flats-Baustelle wird heuer nicht der einzige Lückenschluss zwischen DC Tower 1 und Seidler-Turm sein. KURIER kennt die Details der vier anstehenden Projekte.

1. Danube Flats

Dass der Wohnturm am Standort des ehemaligen Cineplexx-Kinos an der Reichsbrücke bald realisiert wird, hat sich bereits angekündigt: In den vergangenen Wochen wurde bereits mit dem Abriss des Kinos begonnen.

Im Frühling soll er abgeschlossen sein, sodass die Tiefbauarbeiten beginnen können. Die Hochbauarbeiten starten Ende des Jahres. 2023 – also sieben Jahre später als ursprünglich geplant – soll der Wohnturm fertig sein.

Mitverantwortlich für die Verzögerungen sind um ihre Lebensqualität besorgte Anrainer – allen voran aus dem benachbarten Seidler-Turm. Sie haben seit der Präsentation im Jahr 2012 gegen das Projekt mobil gemacht. Zuletzt brachten sie beim Verwaltungsgericht Wien Beschwerden gegen den positiven Baubescheid ein, der Richter wies diese aber ab.

Somit halten die Projektentwickler, ein Konsortium aus S+B Gruppe und Soravia, nun eine rechtskräftige Baugenehmigung in Händen. Sie wollen 600 Appartements mit Größen von 30 bis 230 Quadratmetern in dem Turm unterbringen.

Bis zu 45 davon werden – wie im städtebaulichen Vertrag gefordert – Sozialwohnungen sein, der Rest wird verkauft. Zusätzlich sind 120–150 servicierte Appartements für Langzeit-Hotelgäste geplant.

Im Sockel sind ein Kindergarten, ein Ärztezentrum, Geschäfte und ein Fitnesscenter vorgesehen. „Wir haben versucht, ein Wohnhochhaus zu machen, das es in dieser Form in Mitteleuropa noch gar nicht gibt“, sagt Geschäftsführer Erwin Soravia.

Neben dem Turm entsteht noch ein zweites Gebäude mit neun Stockwerken und 130 Wohnungen.

2. DC Tower 2

Auf der gegenüberliegenden Seite der Reichsbrücke wird die Vollendung der DC-Tower-Trilogie allmählich konkret. Der DC Tower 2 soll Mitte des Jahres bei der Behörde eingereicht werden. Dieses Ziel gilt auch für die Wohnungs-Projekte DC Flats und DC Residential, die in Nähe der Türme entstehen sollen.

Der DC Tower 2 wird auf einer Fläche von  52.000 Quadratmetern rund 470 Wohnungen, Büros, Geschäfte und  Lokale beherbergen. Die Bauzeit ist mit vier Jahren veranschlagt, Kosten wird das Bauwerk voraussichtlich 170 Millionen Euro.

Mit einer Höhe von 175 Metern wird der Turm deutlich kleiner als sein Zwilling.

Der DC Tower 1 ist mit 250 Metern Österreichs höchstes Haus, geplant hat es der französische Stararchitekt Dominique Perrault.

Die Bauzeit für den DC Tower 2 ist mit vier Jahren veranschlagt, Kosten wird das Bauwerk voraussichtlich 170 Millionen Euro.

3. DC Tower 3

Früher als Turm Nummer zwei könnte der DC Tower 3 in den Himmel über der Donauplatte ragen. Denn erste Vorarbeiten für das kleinste Hochhaus im DC-Bunde sind bereits im Oktober 2018 gestartet. In den rund 100 Meter hohen Turm soll ein Studentenheim einziehen, geplant sind 832 Zimmer.

Der DC Tower 3 wird sich aber nicht nur hinsichtlich seiner künftigen Nutzung, sondern auch in puncto Gestaltung von seinen beiden Brüdern unterscheiden: Die Fassade wird aus hellen, dreidimensional verformten Elementen bestehen.

4. Austria Center

Damit nicht nur in den Hochhäusern, sondern auch am Boden dazwischen Leben einzieht, wird ab April das Austria Center Vienna (ACV) samt Vorplatz umgestaltet. Die bestehende gelbe Vordachkonstruktion des Konferenzzentrums, das etwas weiter entfernt vom Ufer liegt, wird abgebaut.

Bis 2020 soll der Ersatz stehen: eine gitterförmige, weiße Überdachung namens „Donausegel“. Darunter sind Pflanztröge und Sitzgelegenheiten geplant, auf denen die Bevölkerung Platz nehmen soll.

Bei Bedarf kann der Vorplatz geschlossen und auch als Indoor-Location bespielt werden – etwa bei besonders großen Kongressen. Über eine neue Zugangshalle, die bis 2022 errichtet wird, gelangen Tagungsgäste künftig durch vier Eingänge in das Austria Center.

Der gesamte Umbau wird mit rund 32 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die bestehenden und geplanten Hochhäuser auf einen Blick: