Der höchste Wohnturm des Landes,  Danube Flats, ist umstritten

© Soravia

Chronik Wien
01/15/2019

Danube Flats: Baubeginn für Österreichs höchsten Wohnturm fix

Im April soll mit dem Bau von 600 Eigentumswohnungen begonnen werden.

von Stefanie Rachbauer, Michael Andrusio

Nachdem das Verwaltungsgericht Wien die Baugenehmigung bestätigt hat, beginnt demnächst der Bau von Österreichs höchstem Wohnturm. 49 Stockwerke wird das 160 Meter hohe Hochhaus der "Danube Flats" haben. Damit wird dies der höchste Wohnturm in Österreich und der dritthöchste in ganz Europa.

Zwischen 30 und 45 der rund 600 Apartements sind geförderte Mietwohnungen, sie sollen im ganzen Turm verteilt werden. Zusätzlich sind 120 bis 150 sogenannte Serviced Apartments geplant. Dabei handelt es sich um Unterkünfte für Langzeit-Hotelgäste.

Die Wohnungen werden zwischen 30 und 230 Quadratmeter groß sein. Alle verfügen über eine Terrasse. Außerdem sind eine Bar mit Outdoor-Pool, Gemeinschaftsküchen, Gastronomiebetriebe, ein Fitnessbereich, private Kinosäle sowie ein Concierge-Service vorgesehen.

Pool-Bereich

Terrasse bei Tag

Terrasse bei Nacht

Wohnung innen

Wohnung innen

In der Sockelzone des Turm sollen ein Kindergarten, ein Ärztezentrum, ein Fitnesscenter und Geschäfte in dem Gebäude untergebracht werden. Daneben entsteht noch ein zweites Gebäude mit neun Stockwerken und 130 Wohnungen.

Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2023 vorgesehen. Mit dem Abriss des alten Cineplexx-Gebäudes, das den Danube Flats weichen soll, wurde bereits begonnen. Der Abbruch soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. Im April wird dann mit den Tiefbauarbeiten begonnen

Beschwerde abgewiesen

Wie berichtet, hatten Anrainer - allen voran aus dem Hochhaus Neue Donau ("Seidler-Tower") an der Wagramer Straße - gegen das Projekt mobil gemacht. Sie befürchten seit der Präsentation des Vorhabens im Jahr 2012 eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität.

Zuletzt legten sie beim Verwaltungsgericht Wien Beschwerde gegen den positiven Baubescheid für die Danube Flats ein. Doch: Das Gericht wies ihre Einwände vergangenen November ab.

Theoretisch hätte das Konsortium aus S+B Gruppe und Soravia Group ab diesem Zeitpunkt zu bauen beginnen können. Die Projektbetreiber entschlossen sich allerdings, die sechswöchige Einspruchsfrist zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts abzuwarten. Diese ist nun abgelaufen.

Erst nach Ablauf dieser Frist sollen Details vorgestellt werden, hieß es. Heute, Dienstag, war es soweit.

Kritik an Flächenwidmung

Die Danube Flats sind nicht nur unter Anrainern, sondern auch auf politischer Ebene umstritten. Die FPÖ warf der Stadtregierung etwa eine Flächenwidmung auf Wunsch vor. Letzteres bestätigte 2017 die Volksanwaltschaft.

Nichtsdestotrotz beschloss der Gemeinderat 2015 die Hochhaus-Widmung. Im Gegenzug verpflichtete die Stadt das Konsortium zur Schaffung von sozialer Infrastruktur und von Sozialwohnungen.

Mitte 2016 – in jenem Jahr, für das ursprünglich die Fertigstellung angesetzt war – wurden die Danube Flats schließlich bei der Baubehörde eingereicht.

Umfangreiche Untersuchungen und Abstimmungen mit den vorhandenen Bauwerken – wie Autobahn, Reichsbrücke und Seidler-Tower – seien für den Verzug verantwortlich, erklärte die Soravia Group.

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