WIEN: SCHUSSABGABE BEI BANKÜBERFALL IN DONAUSTADT - EIN VERLETZTER

© APA/HANS KLAUS TECHT / HANS KLAUS TECHT

Chronik Wien
03/30/2021

Banküberfälle in drei Bundesländern: Mehrmonatige Raubserie geklärt

Die Polizei hat vier Hauptverdächtige ausgeforscht. Die Schadensumme soll im sechsstelligen Bereich liegen.

Maskierte Männer, die mit gezogenen Waffen in Bankfilialen marschierten und dort die Mitarbeiter aufforderten, ihnen Geld auszuhändigen - das Vorgehen einer Bande, die vergangenes Jahr insgesamt sieben Banken überfallen haben soll, war stets sehr ähnlich. Raubermittlern der Wiener Polizei ist es nun gelungen, die Serie zu klären und die Tatverdächtigen festzunehmen.

Vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen, denn der erste Raubversuch ereignete sich bereits am 30.07.2020 in einer Bank in Wien-Alsergrund. Dabei betraten zwei bewaffnete Männer die Filiale, mussten jedoch kurz darauf ohne Beute die Flucht ergreifen, denn es handelte sich um eine Servicefiliale ohne Kassenbereich.

Sechs erfolgreiche Überfälle in Folge

Am 07.08.2020, also nur eine gute Woche später, hatten die mutmaßlichen Täter mehr Erfolg. Diesmal gingen zwei Männer in eine Bank in Wien-Leopoldstadt und bedrohten dort die Angestellten mit einer Schusswaffe. Sie konnten mit Bargeld entkommen.

Weitere fünf Tage später wurde eine Bank in Salzburg ausgeraubt. Erneut betraten zwei bewaffnete Männer die Filiale, bedrohten die Angestellten mit einer Faustfeuerwaffe, ließen sich Geld übergeben und ergriffen die Flucht.

Ermittlungen der Landeskriminalämter Wien und Salzburg ergaben kurz darauf, dass die Verdächtigen mit einem Auto geflüchtet waren. Auch konnten die Ermittler zu diesem Zeitpunkt erstmals eine dritte Person in Zusammenhang mit den Taten bringen.

Nicht einmal eine Woche später, am 18.08.2020, soll die Bande in Graz zugeschlagen haben. Das Vorgehen war exakt das gleiche wie schon in Wien und Salzburg. Erneut fungierte eine dritte Person wohl als Fahrer. 

Diesmal gelang es allerdings Polizisten des Landeskriminalamtes Steiermark, Fahndungsfotos der unmaskierten Tatverdächtigen zu sichern.

Serie unterbrochen

In Folge legten die mutmaßlichen Täter eine Pause ein, denn die nächsten Überfälle, die mit den Männern in Verbindung gebracht werden, ereigneten sich erst am 01.10.2020 und am 08.10.2020, also mehr als ein Monat nach dem Raub in Graz. Die mutmaßlichen Bankräuber waren nun zurück in Wien, wo sie in Wien-Floridsdorf sowie in Wien-Margareten zuschlugen.

Im Unterschied zu den Taten davor betrat nun lediglich ein Mann die Bankfilialen. Bewaffnet war aber auch dieser - in beiden Fällen gelang die Flucht samt Bargeld.

Schließlich kam es am 19.10.2020 zum siebenten Bankraub, der sich erneut in Wien-Floridsdorf ereignete. Diesmal marschierten wieder zwei bewaffnete Männer in die Bank, wo sie die Angestellten bedroht haben sollen, um dann mit der Beute zu flüchten.

Diesmal kam die Bande aber nicht weit. Aufgrund der vorausgegangenen Fahndungsmaßnahmen konnten Polizisten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) und Beamte des Einsatzkommandos Cobra das Fluchtauto anhalten und vier Verdächtige festnehmen.

Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen 26-jährigen kosovarischen Staatsangehörigen, einen 25-Jährigen aus der russischen Föderation und um zwei österreichische Staatsbürger im Alter von 23 und 32 Jahren. Die Personen konnten von den Ermittlern des Landeskriminalamtes Wien allesamt mit der Raubserie in Verbindung gebracht werden.

Keine Verletzten, aber hoher Schaden

Weiterführende Ermittlungen der Wiener Kriminalisten haben gezeigt, wie organisiert die vier Tatverdächtigen vorgegangen sind. So wurden Handys mit Hilfe eines gestohlenen Führerscheines angemeldet. Die mutmaßlichen Täter trugen bei den Überfällen Schutzmasken, Hauben, Hüte oder Kappen.

Opfer wurden bei den Taten nicht verletzt, aber durch die Bedrohung mit der Faustfeuerwaffe eingeschüchtert. Bis dato konnte nur ein kleiner Teil der Raubbeute sichergestellt werden. Die Schadensumme beläuft sich laut Polizei auf einen nicht näher definierten sechsstelligen Betrag.

Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt wird nun ein Zusammenhang mit ähnlich Fällen im Ausland überprüft. Die Beschuldigten befinden sich in einer Justizanstalt.

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