© APA/AFP/JOE KLAMAR

Chronik | Österreich
05/29/2019

Lauda-Abschied im Stephansdom: "Die Menschen brauchen Helden"

Tausende erwiesen der Formel-1-Legende die letzte Ehre. Reden von Van der Bellen, Schwarzenegger und Berger.

Nichts ist gewisser als der Tod, nichts ist ungewisser als seine Stunde, schrieb einst der mittelalterliche Theologe Anselm von Canterbury.

Ein fürchterlicher Crash am 1. August 1976 auf dem Nürburgring in Deutschland hätte Niki Lauda fast das Leben gekostet. Doch er kämpfte sich zurück.

Schon sechs Wochen nach dem Unfall startete Lauda in Monza und wurde sensationeller Vierter. Sein zweites Leben begann.

Lauda, ein Wiener Original, das zum Weltstar wurde, starb nun im Alter von 70 Jahren in Kreis seiner Familie. Heute wird er im Stephansdom feierlich verabschiedet.

„Wir haben uns gefragt: Wäre es ihm recht, so zu feiern?“, sagt Dompfarrer Toni Faber. „Einerseits war er unprätentiös und mochte keine großen Feiern. Andererseits hätte er die Öffentlichkeit nicht aussperren wollen.“

Dieser Spagat, hofft Faber, sei gut gelungen. Fans und Bewunderer, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen möchten, können am Sarg vorbeidefilieren: Von 8 bis 12 Uhr wurde die Motorsport-Legende im Stephansdom aufgebahrt. Laudas Witwe Birgit bettet gegen 7.50 Uhr seinen Rennfahrer-Helm auf dem Sarg, der Blumenschmuck ist ein Lorbeerkranz. Es ist übrigens das erste Mal, dass ein Sportler im Dom aufgebahrt wird.

 

Trauerfeier für Niki Lauda

  • 05/29/2019, 1:02 PM

    Requiem zu Ende

    Die Trauerfeier für Niki Lauda ist zu Ende. Der Wagen der Bestattung bringt den Sarg zum Friedhof, wo die Beisetzung im privaten Rahmen stattfinden wird.

     

  • 05/29/2019, 12:59 PM

    Jetzt wird der Sarg aus dem Dom gebracht

    Begleitet wird Lauda auf dem letzten Weg von Formel-1-Fahrern, darunter Alain Prost, Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

  • 05/29/2019, 12:42 PM

    Abschluss des Requiem

    Der Wagen der Bestattung steht bereit. Die Beisetzung findet am Nachmittag im privaten Kreis statt.

  • 05/29/2019, 12:34 PM

    Schwarzenegger: "Lauda hat mich inspiriert"

    "Er hatte keine Limits: Weder bei der Geschwindigkeit, noch bei seinen Siegen, wie er sein leben lebte, geschäftlich und in der Liebe für seine Familie", sagte Arnold Schwarzenegger.

    Als Schwarzenegger überlegte, Gouverneur von Kalifornien zu werden, soll ihm Lauda geraten haben: "Don't talk. Do it."

  • 05/29/2019, 12:22 PM

    Gerhard Berger mit sehr persönlicher Rede

    "Ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor dir. Ich hoffe, wir sehen uns wieder, mein Freund Niki."

  • 05/29/2019, 12:19 PM

    Kurz: "Es geht ein großer Österreicher"

    Auch Altkanzler Sebastian Kurz spricht über Lauda: "Er hat jenen kraft gegeben, die Unfälle oder Schicksalsschläge erleiden. Er hatte immer wieder die Kraft aufzustehen."
  • 05/29/2019, 12:10 PM

    Van der Bellen: "Man kann den Schmerz nicht nehmen"

    "Lauda hat gezeigt, wie weit man es bringen kann", sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei seiner Rede, "und wie man aus Fehlern lernen kann".

    "Seine Titel gaben Österreich Selbstbewusstsein und haben uns stolz gemacht", sagte er außerdem und zum Schluss: "Goodbye, you are a champion, bye, bye, danke für alles."

     

  • 05/29/2019, 11:59 AM

    "I don't wanna be your hero"

    "I don't wanna be your big man", Kolonovits spielt nun "Hero" von "Family Of The Year", "I just wanna fight with everyone else".

  • 05/29/2019, 11:57 AM

    Faber: Lauda für viele "Maßstab"

    "Seine Geradlinigkeit, sein Mut und Tatendrang machten ihn für viele zum Maßstab", sagt Faber, "für die Familie hatte er viel zu verschenken."

  • 05/29/2019, 11:56 AM

    Bereit zur Abfahrt

    Vor dem Stephansdom machen sich Bestattung und Polizei bereits starklar zur Abfahrt.

  • 05/29/2019, 11:27 AM

    „Sterben ist nicht nur Verlust"

    Mit diesen Worten leitet Faber die Totenmesse ein. "Für uns Christen kann Sterben auch ankommen und heimkommen bedeuten. Coming home. Wir beten in dieser Stunde, dass Niki angekommen ist."

  • 05/29/2019, 11:23 AM

    "You got a fast car"

    "Starting from zero got nothing to lose", der Wiener Musiker Christian Kolonovits spielt nach den Fürbitten "Fast Car" von Tracy Chapman vorträgt, eines von Laudas Lieblingsliedern, "Is it fast enough so we can fly away?".

  • 05/29/2019, 11:16 AM

    Das Requiem beginnt

    Van der Bellen, Arnold Schwarzenegger, Sebastian Kurz, Lewis Hamilton und Michael Ludwig wurden von Pfarrer Toni Faber begrüßt, meldet der KURIER-Reprorter aus dem Dom. Die Ehrengäste und Fans sind alle Freunde Niki Laudas, sagt Faber. Auch dieses Mal haben es viele allgemeine Gäste nicht in den abgesperrten Bereich des Stephansdom geschafft. Foto- und Videoaufnahem sind streng verboten.
  • 05/29/2019, 11:02 AM

    Van der Bellen und Schwarzenegger eingetroffen

    Damit dürfte die Riege der Ehrengäste komplett sein.
  • 05/29/2019, 10:56 AM

    Kurz in schwarz

    Altbundeskanzler Sebastian Kurz mit Freundin.

  • 05/29/2019, 10:53 AM

    Mehr Motorsport-Promis

    FIA-Chef Jean Todt und Formel-1-Rechteinhaber Chase Carey von Liberty und auch Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas auf dem Weg zum Dom.

  • 05/29/2019, 10:49 AM

    Noch eine Sport-Legende

    Franz Klammer erweist Niki Lauda die letzte Ehre.

  • 05/29/2019, 10:46 AM

    Andere Sport-Legende

    Hermann Maier auf dem Weg zum Stephansdom.

  • 05/29/2019, 10:44 AM

    Promi-Aufmarsch

    Formel-1-Fahrer wie Alexander Wurz, David Coulthard, Nico Rosberg wurden bereits gesichtet. Ebenfalls: Schauspieler Daniel Brühl, Sänger Andreas Gabalier (in kurzer Hose) und das Schauspielerpaar Nina Proll und Gregor Bloeb.

  • 05/29/2019, 10:31 AM

    Erste Ehrengäste treffen beim Stephansdom ein

    Unter den ersten prominenten Trauergästen waren Event-Manager Hannes Jagerhofer, ORF-Chef Alexander Wrabetz und die Herausgeber Christoph und Eva Dichand, der ehemalige Skistar Karl Schranz, sowie der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Die Wirtschaftsprominenz ist mit Unternehmer und Investor Rene Benko und Novomatic-Boss Harald Neumann vertreten.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Ex-Formel-1-Fahrer Gerhard Berger und Arnold Schwarzenegger werden Reden halten.

Auch Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Schauspieler Daniel Brühl sollen ihr Erscheinen angekündigt haben. „Heinz Prüller, Karl Schranz und das Mercedes-Team werden wohl auch dabei sein“, sagt Faber.

„Fast Car“ und „Hero“

Der Musiker Christian Kolonovits wird mit einem kleinen Ensemble spielen, und zwar einige von Laudas Lieblingsliedern: Fast Car und Baby Can I Hold You von Tracy Chapman, Hero von der Band Family Of The Year und Imagine von John Lennon.

Vorsicht: Zwar sind für 400 Ehrengäste Plätze reserviert, 1.500 weitere Plätze stehen zur freien Verfügung. „Wir wissen aber nicht, ob 1.000 oder 5.000 Besucher kommen. Ich tippe auf viele“, erklärt Faber. Daher empfiehlt sich eine frühe Anreise. Nach dem Requiem wird der Sarg aus der Kirche getragen, die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Faber selbst hatte eine gute Beziehung zu Lauda. „Ich würde ihn sicher nicht als großen Kirchenheiligen beschreiben“, scherzt er. „Aber er war ein Suchender mit großem Herz und großer Liebe zum Nächsten.“ Freilich habe Lauda nicht jede Messe besucht, sehr wohl aber sei er regelmäßig im Dom gewesen, um Kerzen anzuzünden. „Er wollte das Beste aus dem Leben machen, auch wenn es oft schwierig war“, sagt Faber. „Dieses Gottvertrauen hat ihn geschützt und gerettet.“

Für Faber persönlich schließt sich auch ein Kreis: „Ich weiß noch, wo ich am 1. August 1976 war – als die Reichsbrücke eingestürzt und Lauda fast verbrannt ist.“ Am Heimweg vom Jungscharlager habe er davon erfahren. „Nie und nimmer hätte ich als damals 14-Jähriger damit gerechnet, einmal Laudas Begräbnis auszurichten.“ Heute, Mittwoch, war es so weit.