Hitze kommt zurück: Kein Ende des Sommers in Sicht

Schon jetzt steht fest: Der Sommer 2024 wird zumindest einer der drei heißesten der Messgeschichte Österreichs.
Ein älterer Mann sitzt in einem Rollstuhl unter einem gelben Sonnenschirm.

Ein kleiner Luftgruß vom Atlantik bescherte am Montag ganz Österreich Abkühlung. Hitzegeplagte - vor allem ältere Menschen, Kinder und Kranke leiden unter hohen Temperaturen - können aber nur kurz aufatmen. 

Heute wird es schon wieder wärmer, wobei es bei 26 bis 29 Grad wie schon so oft in diesem Sommer im Westen etwas kühler ist.

"Am Donnerstag wird es dann in ganz Österreich heiß, mit über 30 Grad", sagt Alexander Orlik von der GeoSphere Austria (ehemals ZAMG). Es werden also weitere Hitzetage in der Bilanz des Sommers 2024 dazukommen. In Wien wurden bisher 33 gezählt. Ein Rekord scheint außer Sicht.

Die meisten Hitzetage

Der stammt in der Bundeshauptstadt aus dem Jahr 2015 (42 Tage.) Im selben Jahr erlebten etwa auch Linz (42) und Eisenstadt (40) so viele Tage mit 30 Grad und mehr wie nie zuvor. In Landeshauptstädten wie Innsbruck, das mit 46 Hitzetagen den Rekord unter den Landeshauptstädten hält, sowie Klagenfurt (40) und Graz (41), gab es 2003 die meisten Hitzetage.

Auch diese Spitzenwerte sind heuer außer Reichweite. Dennoch ist laut Orlik bereits wenige Tage vor August-Ende klar: "2024 wird einer der heißesten Sommer, die es in Österreich seit Beginn der Messungen gegeben hat." Er dürfte etwa gleich warm wie 2003 und 2019 bilanzieren. In Tieflandregionen könnte er auf Platz eins zu liegen kommen.

Wärme Nächte fallen ins Gewicht

Dass das möglich ist, obwohl die Zahl der Hitzetage zwar sehr hoch aber eben nicht auf Rekordnivau ist, erklärt der Meteorologe so: "Es liegt daran, dass die Nächte sehr warm waren." Die Sonnenscheindauer sei hingegen eigentlich recht durchschnittlich gewesen.

Der August, so rechnet der Klimaforscher, wird wiederum "ziemlich sicher der wärmste werden". Für Orlik spiegelt sich in Summe der Erwärmungstrend der vergangenen Jahre wieder. "2003 ist Neuland betreten worden, das sich mit 2015 manifestiert hat." 

In Österreichs Messreihe, die bis ins Jahr 1767 zurückreicht, sind die wärmsten Sommer bisher alle in den 2000er-Jahren zu verzeichnen gewesen: 2003, 2019, 2015, 2022, 2017, 2018, 2023. 2024 reiht sich nunmehr im absoluten Spitzenfeld ein.

Kurze Abkühlung, kein Herbst

Die Hitze der kommenden Tage wird am Freitag gebrochen, wobei es in Wien laut dem Meteorologen auch am Samstag noch relativ heiß sein wird. "Das ist aber nur ein kurzer Temperaturrückgang, der den Sommer nicht beenden wird", sagt Orlik.

Auch nach dem leichten Temperaturrückgang am Wochenende "werden die Temperaturen für die Jahreszeit deutlich zu hoch sein - nichts, das an Herbst erinnert." Für jene, die von der Hitze genug haben, hat der Experte der GeoSphere Austria aber auch positive Nachrichten: 

"Die Tage sind inzwischen kürzer als im Hochsommer. Dadurch beginnt die Erwärmung später am Tag und die Abkühlung früher."

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