© Wammerl Patrick

Chronik Österreich
09/11/2020

Heeres-Heli: Bell zeigt Muskeln

Der US-Hersteller Bell will dem Bundesheer 18 neue Hubschrauber liefern.

von Patrick Wammerl, Armin Arbeiter

Ein Desaster wie bei den Eurofightern will man nicht noch einmal riskieren. Deshalb zögert sich die Typenentscheidung für den Ankauf von neuen Bundesheerhubschraubern weiter hinaus. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Zuschlag nutzte nun die Möglichkeit, um vor Medienvertretern und mit prominenter diplomatischer Hilfe noch einmal ordentlich die Werbetrommel zu rühren. Der US-amerikanische Helikopterhersteller Bell präsentierte am Donnerstag am nö. Flugplatz Bad Vöslau im Beisein des US-Botschafters Trevor D. Traina sein Topmodell Bell 429 – zur allgemeinen Überraschung in zwei zivilen und keiner militärischen Version.

In typisch US-patriotischer Manier sprach der „Senior Vice President International Business“ von Bell, Patrick Moulay, vom „besten Hubschrauber für die Anforderungen des österreichischen Bundesheers“. 400 sind weltweit bereits im Einsatz. Im Falle eines Zuschlags für den Kauf der kolportierten 18 Helikopter wären auch österreichische Firmen der große Nutznießer, so Moulay.

Weil die Maschinen quasi nackt von Bell ausgeliefert werden, würde beispielsweise das Interieur und die Ausstattung vom österreichischen Unternehmen AAT in Ranshofen kommen. Die oö. Air Ambulance Technology liefert die Umbausätze für Rettungshubschrauber und andere zivile Lösungen. Damit könnten die Helikopter neben der Landesverteidigung auch für Rettungseinsätze oder den Katastrophenschutz dienen. Wie Botschafter Traina erläuterte, ist auch die von Österreich gewünschte Government-to-Government-Lösung (Anschaffung über eine andere Arme, Anm.) kein Problem. Es gebe mindestens zehn andere Staaten, die an einem solchen Modell interessiert wären.

Wie der Chefpilot der Schweizer Air Zermatt bei der Vorführung versicherte, gebe es derzeit keinen besseren Helikopter für den Einsatz im Hochgebirge als den Bell 429.

Der härteste Konkurrent um die Nachfolge der veralteten Alouette III (1967 angeschafft) ist nach wie vor der AW 169 des italienischen Herstellers Leonardo. Dieser Helikopter ist um einiges größer und im Betrieb teurer, während der Bell 429 ziemlich genau dem derzeitigen leichten Mehrzweckhubschrauber entspricht. Allerdings hört man, dass der Generalstab mit der Anschaffung des italienischen Typs noch andere Helikopter, die in den kommenden Jahren zu alt zum Fliegen sein werden, ersetzen will. Dem Finanzministerium wiederum soll der AW 169 zu teuer sein.

Es ist anzunehmen, dass es im Hintergrund heiß hergeht – die Entscheidung zum Helikopterkauf wurde bereits mehrmals verschoben.

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