Politik | Inland
25.10.2018

Das Bundesheer sucht den Top-Helikopter

Im August gab es grünes Licht für die Anschaffung neuer Helikopter. Diese fünf Hubschraubertypen haben große Chancen.

Im August bekam der Verteidigungsminister grünes Licht für die Anschaffung neuer Helikopter. Die dringend notwendige Investition will gut überlegt sein – schließlich soll der neue Typ sowohl zivile als auch militärische Aufgaben erledigen können. Fünf Hubschraubertypen haben große Chancen darauf, bald in Österreich im Einsatz zu sein:

Bevor Waffen oder Gerät für das Bundesheer angeschafft werden kann, müssen diese sehr genauen Kriterien entsprechen: „Wir haben im Vorjahr ein militärisches Pflichtenheft bekommen, in dem beschrieben wird, welche Anforderungen das Bundesheer erfüllen muss. Auf Basis dieses Pflichtenheftes haben wir im Vorjahr einen sogenannten ‚Request for Information-Process‘ eingeleitet und uns weltweit Informationen eingeholt“, sagt der für die Beschaffung zuständige Oberst des Generalstabs Reinhard Zmug zu den KURIER FAKTEN.

Wichtig ist, dass die Mehrzweckhubschrauber sowohl zivile, als auch militärische Zwecke erfüllen. Von Luftaufklärung über Feuerunterstützung bis hin zu Rettungseinsätzen im Hochgebirge oder Löschflügen. Im Assistenzeinsatz haben die Hubschrauber ganze Arbeit geleistet. Auch die Nachtflugtauglichkeit muss unbedingt gewährleistet sein, Zmug zufolge ist das Bundesheer hier schon bisher auf einem guten technischen Stand.

Bis Ende diesen Jahres muss der Budgetrahmen genau mit dem Finanzministerium abgestimmt werden. „Wenn das klar ist, können die nächsten Schritte im Rahmen des Verfahrens zur Nachbeschaffung der erforderlichen Hubschraubertypen gesetzt werden“, sagt Zmug. „Der Vertragsschluss sollte möglichst frühzeitig, am besten 2019 erfolgen, damit wir die Alouette III bis 2023 ablösen können.“

Fakten:

  • 12 Mehrzweckhubschrauber wird das Bundesheer anschaffen – diese werden die im Jahr 1967 angeschafften 24 Alouette III ersetzen. Außerdem ist geplant, Schulungshubschrauber anzuschaffen. Obwohl es weniger Helikopter sind, wird sich die Einsatzfähigkeit laut dem Verteidigungsministerium nicht verringern, da diese weitaus mehr Lasten transportieren können sollen. Vor allem werden sie zivil und militärisch einsetzbar sein.
  • 2 Triebwerke benötigt ein leichter Mehrzweckhubschrauber, um im Hochgebirge Einsätze fliegen zu dürfen. „Durch die extremen Temperaturen und die verdünnte Luft wäre nur ein Triebwerk zu unsicher“, sagt Oberst Zmug. Für Rettungseinsätze ist diese Anzahl sogar Vorschrift.
  • +/- 5 Dioptrien sind der Rahmen für angehende Militärpiloten. Brillen oder Kontaktlinsen zu tragen, ist mittlerweile kein Hindernissgrund mehr. Auch das Alterslimit für Piloten wurde aufgehoben. Farbtauglichkeit ist jedoch nach wie vor eine Grundvoraussetzung.
  • 50 Jahre lang waren die Alouette III im Dienst des Bundesheeres, bis 2023 dürfen die Hubschrauber noch fliegen. Zahlreiche Menschen verdanken diesem Helikopter ihr Leben, unzählige Brände wurden mit dessen Hilfe gelöscht. Neben den Alouette III wird auch der OH 58B „Kiowa“ durch Mehrzweckhubschrauber abgelöst. 2023 wird der Kiowa 47 Jahre alt sein. Derzeit ist der Kiowa  der einzige Helikopter mit Waffensystem.