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Wissen Wissenschaft
11/02/2021

Booster-Impfung erhöht Schutz vor Covid deutlich

Neue Empfehlungen. Jeder kann sich nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung geben lassen, besonders Risikogruppen sollten das tun.

von Ernst Mauritz, Elisabeth Gerstendorfer, Ute Brühl

Das Nationale Impfgremium (NIG) gibt für alle Menschen ab 18 Jahren die dritte Impfung sechs Monate nach der Zweitimpfung frei. „Nach sechs Monaten lässt der Impfschutz merklich nach“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Dienstag.

Was wird empfohlen?

„Menschen mit erhöhtem Risiko sollen auf jeden Fall nach sechs Monaten geimpft werden, die anderen können sich impfen lassen“, erklärte Impfstoffexpertin Ursula Wiedermann-Schmidt. Länger als zwölf Monate sollte aber niemand warten. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen ab 65, chronisch Kranke, Menschen in Pflegeheimen und alle, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, wie pädagogisches und Gesundheitspersonal sowie alle mit Astra Zeneca Geimpften. Aufgefrischt wird mit Biontech/Pfizer und Moderna, bei Moderna kommt aber nur die halbe Dosis zum Einsatz – und Personen unter 30 sollten mit Biontech/Pfizer geimpft werden (bei Moderna kam es in dieser Altersgruppe gehäufter zu Herzmuskelentzündungen). „Die dritte Impfung führt zu exorbitant hohen Antikörperspiegeln, viel höher, als dies nach der zweiten Impfung der Fall ist“, so Infektiologe Herwig Kollaritsch.

Sollte man vor einer dritten Impfung einen Antikörpertest durchführen lassen?

„Ein Antikörpertest gibt derzeit keine sichere Aussage darüber, ob ein sicherer Schutz vor Covid-19 gegeben ist“, sagt Mückstein. „Es ist kein Schutzkorrelat definiert“ – also kein Grenzwert, ab dem man vor einer Infektion sicher geschützt ist. Die Virologin Dorothee von Laer geht davon aus, dass ab einem Antikörperwert von 100 BAU/ml zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schutz gegeben ist. Aber trotz hoher Antikörpertiter kann es auch bei Geimpften zu Impfdurchbrüchen kommen. Mückstein: Wenn Ärzte entgegen den Empfehlungen des NIG zu einem Antikörpertest raten und nicht „aufgefrischte“ Patienten erkranken, „kann das haftungsrechtliche Folgen für den Arzt haben.“

Muss man nach der dritten Impfung mit stärkeren Impfreaktionen rechnen?

Damit sei laut dem Virologen Lukas Weseslindtner nicht zu rechnen. „Studien bilden ab, dass die zu erwartenden Impfreaktionen mit jenen der zweiten Impfung vergleichbar sind – also Schüttelfrost, Infektzeichen oder sich einen Tag lang krank zu fühlen. Sie sind nicht automatisch viel stärker als bei der ersten und zweiten Impfung.“ Daten würden zeigen, dass manche Menschen die dritte Impfung sogar besser vertragen als die zweite. Die Höhe der Antikörper im Blut habe keinen Einfluss darauf, wie stark die Reaktion des Immunsystems auf die dritte Impfung ausfällt. Sie sagt auch nichts darüber aus, wie stark jemand reagieren könnte.

Wie lange gilt das Impfzertifikat mit zwei Impfungen – und wie lange verlängert der Booster die Gültigkeit?

Die Zweitimpfung gilt derzeit für max. 360 Tage. Bei Johnson & Johnson sind es ab dem 22. Tag nach der Einzelimpfung 270 Tage. „Die Boosterimpfung verlängert die Gültigkeit des Impfzertifikats derzeit um ein Jahr“, heißt es im Gesundheitsministerium. Neue Erkenntnisse können diese Fristen aber verändern.

Muss man sich für die 3. Impfung anmelden?

In Wien ist vorerst in den Impfzentren eine Anmeldung erforderlich, heißt es im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Lange Wartezeiten sollen so vermieden werden. Eine Liste der Wiener Impfordinationen gibt es hier: https://www.wien.gv.at/spezial/corona-impfordination/

Laut Gesundheitsministerium gibt es in den Bundesländern teilweise auch die Möglichkeit, bei Impfaktionen den dritten Stich ohne eine Voranmeldung zu erhalten. Informationen unter: www.oesterreich-impft.at

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