70 Prozent aller Frauen leiden in der Menopause an Hitzewallungen.

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Neue DNA-Studie
10/22/2016

Warum man in der Menopause Hitzewallungen hat

Rund 70 Prozent aller Frauen leiden während der Menopause an Hitzewallungen. Forscher fanden die Gründe dafür nun in den Genen.

Erst vor wenigen Monaten wurden neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen der Menopause und dem Alterungsprozess einer Frau publiziert. Diese belegen, dass die Menopause das Altern beschleunigt. Nun scheinen US-amerikanische Wissenschafter auch den Grund für die in den Wechseljahren typischen Hitzewallungen identifiziert zu haben. Laut der Studie, die im Fachblatt Menopause veröffentlicht wurde, spielen die Gene der Frau dabei eine wesentliche Rolle.

Bisher war weitgehend unklar gewesen, warum Hitzewallungen auftreten und warum manche Frauen sie intensiver erleben als andere. Bei manchen bleiben sie sogar ganz aus - ein weiteres Mysterium. Frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen Gewicht, Rauchen, Angst sowie Depressionen und dem Auftreten von Hitzewallungen angedeutet. Genetische Bedingungen wurden bisher nicht untersucht. "Wir haben die Ursache, die den Hitzewallungen zugrunde liegt, bisher nicht verstanden. Aber eine genetische Ursache lag nahe", so Carolyn Crandall, Studienleiterin und Medizinprofessorin an der Universität von Kalifornien.

DNA als Schlüssel

Um dem Rätselraten rund um die heißen Schweißschübe ein Ende zu bereiten, wurden die Erbanlagen (Genome) von über 17.000 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren untersucht. Die Probandinnen stellten ihre DNA im Zuge einer großen Gesundheitsinitiative der US-Regierung für Forschungszwecke zur Verfügung und machten auch Angaben über ihre Erfahrungen mit Hitzewallungen und Nachtschweiß.

Bei der Analyse wurde die DNA spezifisch im Hinblick auf mögliche Zusammenhänge zwischen genetischer Variation und der Wahrscheinlichkeit von Hitzewallungen untersucht. Und tatsächlich: Bestimmte Genvarianten, 14 an der Zahl, scheinen das Auftreten von Hitzewallungen zu bedingen – und zwar bei Frauen unterschiedlichster Ethnizität. Diese stehen in Zusammenhang mit einem Rezeptor (Tachykininrezeptor 3), der die Ausschüttung weiblicher Geschlechtshormone reguliert. Der Rezeptor befindet sich im Gehirn und reagiert dort mit den Nervenfasern. Diese regulieren die Freisetzung des Hormons Östrogen. Frauen mit Mutationen im Tachykinin-Rezeptor-3-Gen sind beispielsweise unfruchtbar.

Dies ist die erste Studie, welche die Varianten des Tachykinin-Rezeptor-3-Gens mit dem Auftreten von Hitzewallungen verbindet. Die Ergebnisse könnten in Zukunft eventuell zu neuen Wegen der Behandlung führen. So wäre es dann laut Crandall möglich Hitzewallungen zu lindern.

Tipps gegen Wechselbeschwerden finden Sie hier.

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