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Der Pfizer-BioNTech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden.

© APA/AFP/GETTY IMAGES/Nathan Howard / Nathan Howard

Wissen Gesundheit
12/17/2020

US-Impfstoff-Lieferung: Pfizer-Fläschchen enthalten mehr Dosen als gedacht

Einige Durchstechflaschen enthalten wohl bis zu zwei zusätzliche Dosen, was die Versorgung ausweiten könnte. Pfizer und BioNTech haben dazu noch keine Empfehlung abgegeben.

In den USA ist das Ausrollen der Pfizer-BioNTech-Impfung bereits in vollem Gang. Von der anderen Seite des Pazifik erreichen Europa nun überraschende Neuigkeiten: Laut der US-Arzneimittelbehörde FDA befinden sich in den von Pfizer und BioNTech gelieferten Impfstoff-Fläschchen bis zu zwei zusätzliche Dosen des Wirkstoffs.

Bisher war kommuniziert worden, dass eine Durchstechflasche, die mit einer Spritze angestochen wird, fünf Dosen des Impfstoffs enthält.

Zwei zusätzliche Dosen

Berichten von US-Medien, darunter Politico und die New York Times, zufolge könnte das die Versorgung der Bevölkerung mit der Arznei um bis zu 40 Prozent steigern. Aufgefallen sei die Überfüllung zu allererst Krankenhausapothekern, die mit den Behältnissen hantierten.

Die FDA hat den Herstellern offenbar bereits mitgeteilt, dass die zusätzliche Flüssigkeit verwendet werden sollte, anstatt diese mitsamt Fläschchen zu entsorgen. Parallel dazu änderte die FDA auch die Leitlinien, die im Zuge der Notfallzulassung der Arznei vergangene Woche veröffentlicht wurden.

"Angesichts der Notfallsituation im Bereich der öffentlichen Gesundheit rät die FDA, dass es akzeptabel ist, jede verfügbare volle Dosis zu verwenden", bestätigte ein FDA-Sprecher gegenüber Politico. Auch gegenüber der Washington Post bekräftigte ein FDA-Sprecher, dass "jede verfügbare volle Dosis aus jeder Durchstechflasche zu verwenden sei".

Restflüssigkeit verunsicherte

Erin Fox, Arzneimittelexpertin von der Universität von Utah, erklärte der New York Times, das ein geringes "Überfüllen" in Mehrfachdosis-Fläschchen üblich sei. In diesem Fall sei es jedoch anders, sagt Fox, die in den vergangenen Tagen mehrfach von Spitalspharmazeuten Fotos halbleerer Fläschchen zugeschickt bekam – zusammen mit der Frage, ob man die Restflüssigkeit verwenden könne: "Sie dachten anfangs, dass sie es falsch gemacht hätten, weil so viel in der Durchstechflasche übrig war, nachdem sie die fünf Dosen hochgezogen hatten. Sie haben uns ein Bild geschickt und fragen, ob man die Extra-Dosis nutzen könne. Es ist ziemlich ungewöhnlich, eine volle Extra-Dosis oder mehr zu haben – aber es scheint so zu sein."

"Wir wollen niemals etwas verschwenden – weder Medikamente noch Impfstoffe", sagte Anna Legreid Dopp, Leiterin der Abteilung für klinische Richtlinien und Qualitätsverbesserung der American Society of Health System Pharmacists, zur New York Times.

Erklärungsansätze

Sharon Castillo, eine Sprecherin von Pfizer, hielt in einer Erklärung gegenüber der Washington Post fest, dass die Menge an Impfstoff, die nach dem Entnehmen von fünf Dosen in der Durchstechflasche verbleibt, "je nach Art der verwendeten Nadeln und Spritzen variieren" könne. Weil der Impfstoff vor der Verabreichung mit einer Kochsalzlösung aufgelöst wird, könne es auch hier zu Unterschieden bei der Endmenge kommen.

Pfizer und BioNTech haben die adaptierten FDA-Empfehlungen bisher nicht kommentiert, der Zeitung Politico teilte man mit, dass jede mit der Verimpfung des Präparats betraute Einrichtung die national zuständige Arzneimittelbehörde diesbezüglich konsultieren sollte.

Übrig gebliebene Impf-Flüssigkeit sollte jedoch keinesfalls aus mehreren Fläschchen zusammengemischt werden, um eine Verunreinigung und eine gesundheitliche Gefährdung der Geimpften zu vermeiden.

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