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Wissen Gesundheit
11/11/2021

Studie zu Covid-19: Tragen Schlafprobleme zu schweren Verläufen bei?

Menschen mit Schlafproblemen könnten ein höheres Risiko für eine Spitalseinweisung bei einer Covid-19-Erkrankung tragen.

Die Menschen in Österreich schlafen pro Nacht im Schnitt sieben bis acht Stunden. Allerdings leidet knapp die Hälfte der Bevölkerung an nicht erholsamen Schlaf – Tendenz steigend, wie Forschungen der MedUni Wien vor drei Jahren ergaben.

Ergebnisse einer aktuellen Studie der US-amerikanischen Cleveland Clinic muten vor diesem Hintergrund durchaus beunruhigend an. Im Zuge der Erhebung stellten Forschende fest, dass Covid-19 Menschen mit bestimmten Schlafproblemen schwerer treffen könnte. So sei die Rate an Krankenhausaufenthalten und Todesfällen in dieser Gruppe etwa um 31 Prozent erhöht.

Schlechtere Prognose

Unter der Leitung der Schlafforscherin und Ärztin Reena Mehra wurden retrospektive Daten von 5.400 Patientinnen und Patienten der Cleveland Clinic analysiert. Es zeigte sich, dass Menschen mit schlafbezogenen Atmungsstörungen und nächtlicher Hypoxie zwar kein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken, im Krankheitsfall aber eine schlechtere Prognose.

Die häufigste Ursache einer schlafbezogenen Atemstörung ist eine Verengung der oberen Atemwege durch Erschlaffen der Atemwegsmuskulatur während des Schlafes, das sogenannte Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Die Atempausen stören die Schlafqualität, sodass es zu Symptomen wie starker Müdigkeit am Tag und Konzentrationsschwäche kommen kann. Bei der schlafbezogenen Hypoxie kommt es nicht zu Atempausen, sondern zu länger anhaltenden Verminderungen der Atmungsaktivität, insbesondere im REM-Schlaf, was infolge zu teilweise drastischen Abfällen der Sauerstoffsättigung führen kann.

Das Team um Mehra berücksichtigte auch Grund- oder Vorerkrankungen bzw. Lifestyle-Faktoren wie Fettleibigkeit, Herz- und Lungenerkrankungen, Krebs und Rauchen, die Menschen anfälliger für schwere Covid-Verläufe machen.

Wichtiger Prädiktor

"Da die Pandemie weiter anhält und die Krankheit von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verläuft, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir besser vorhersagen können, wer schwerer erkrankt, damit wir unsere Ressourcen entsprechend einsetzen können", kommentiert Mehra, die die Abteilung für Schlafstörungen an der Cleveland Clinic leitet, die Erkenntnisse.

Die Studie habe das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Schlafstörungen und dem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe verbessert. Denkbar sei, dass Biomarker für Entzündungen in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen.

"Unsere Ergebnisse sind von großer Bedeutung, da weniger Krankenhausaufenthalte und eine geringere Sterblichkeit die Gesundheitssysteme entlasten könnten", sagt Cinthya Pena Orbea vom Cleveland Clinic's Sleep Disorders Center. "Wenn schlafbezogene Hypoxie tatsächlich zu schlechteren Covid-19-Verläufen führt, sollte man (…) dieser Untergruppe von Patienten eine frühzeitige Covid-19-Therapie zukommen zu lassen."

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