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Wissen Gesundheit
04/30/2020

Gräser-Pollensaison: Was Covid-19 und Allergien trennt

Die Gräserpollen-Saison beginnt: Experten erwarten ein durchschnittliches Jahr. Atemschutzmasken könnten Betroffenen helfen.

von Ingrid Teufl

Der Pappelflug – also jene weißen, wollartigen Gebilde – ist ein untrüglicher Hinweis: Die Gräserpollensaison steht vor der Tür, die ersten Vertreter dieser Pflanzenfamilie haben bereits zu stäuben begonnen, bestätigt Uwe Berger vom Pollenwarndienst der MedUni Wien. Allergiker haben dann wieder eine anstrengende Zeit vor sich.

Saison startet etwas früher

Die Saison des Gräser-Pollenflugs startet heuer durch das warme Wetter zwar einige Tage früher. Dennoch gibt es gute Nachrichten: "Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Saison. Wenn es trocken bleibt, könnte sie sogar unterdurchschnittlich werden." Da könnte die Coronavirus-Pandemie aus Allergikersicht also etwas Gutes haben: "Wir erwarten Covid- und umweltbedingt durch weniger Schadstoffe auch weniger Symptome."

Symptome verwechseln?

Viele Allergiker machten sich allerdings Sorgen, die Symptome zwischen einer Allergie der Atemwege und einer Covid-19-Erkrankung zu verwechseln. Hier gibt Allergologin Erika Jensen-Jarolim klar Entwarnung: Die Symptome einer Allergie und einer Erkrankung nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 unterscheiden sich deutlich.

"Bei Covid-19 stehen Fieber und Husten im Vordergrund. Dazu kommt eine graduell rasch steigende Atemnot, die lange besteht." Bei einer Allergie der Atemwege reagiert der Körper mit juckenden Augen und Nase sowie Niesreiz. Bei allergischem Asthma tritt zudem "anfallsartige Atemnot" auf.

In der Grafik sehen Sie die Unterschiede im Detail:

Maske als Pollenschutz

Und sogar die ungeliebte Maskenpflicht könnte durch den Aspekt, dass sie den Träger zumindest ein wenig vor Pollen schützt, erträglicher machen. "Masken tragen kann tatsächliche vor Pollenallergenen schützen", sagt Jensen-Jarolim. "Schon vor Covid-19 wurden auch Nasenfilter erfolgreich eingesetzt, sind aber wie Masken leider doch einschränkend."

Mit mehr als 50 Prozent aller Pollenallergien machen Gräserpollen die größte Gruppe aus. An zweiter Stelle rangieren Überreaktionen gegen Baumpollen. Vor allem die erst kürzlich zu Ende gegangene Birkenpollen-Saison fiel heuer stark aus. Auch wenn die Corona-Maßnahmen den Fokus dieser beträchtlichen Gruppe ablenkte: "Jetzt bemerke ich, dass das Interesse, eine Allergie abzuklären, wieder steigt", sagt die Allergologin.

Allergiker sind nicht anfälliger

Durch die Corona-Krise machen sich Allergiker aber Sorgen, durch ihren belasteten Atemwege anfälliger für eine Coronavirus-Infektion zu sein. International stellten Mediziner dies in den Raum. Der Grund: Die Allergie löst im Körper bereits entzündliche Reaktionen aus, dadurch könnten Allergiker mehr gefährdet sein.

Valide Belege gibt es dafür keine ausreichenden. Jensen-Jarolim: "Allergiker sind nicht mehr gefährdet als die Normalbevölkerung." Bisher gebe es dazu aber nur eine Studie mit 140 Covid-19-Patienten in China.

Welche Pollen wann aktiv sind:

Asthma

Etwas anders ist es für Asthmatiker. "Hier gibt es eine Synergie mit dem Virus." Eine Gefahr, dass man nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 auch ein höheres Risiko für die davon ausgelöste Lungenerkrankung Covid-1Cortiso9 hat, besteht aber nicht, sagt Jensen-Jarolim.

Leidet der Betroffene aber bereits an allergischem Asthma, ist das Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf größer. "Die Neigung zu Krämpfen der Bronchomuskulatur kann den Verlauf einer Virusinfektion in der Lunge wie Covid-19 ungünstig beeinflussen, wo es ohnehin behinderte Atmung gibt."

Asthmatiker sollten medikamentös gut gewappnet sein – Stichwort „kontrolliertes Asthma“, um die Anfälle zu verringern. Das heißt: Verordnete Medikamente sollte man einnehmen.

Cortison

Das betrifft übrigens auch Cortison, das in Verdacht geriet, den Verlauf von Covid-19 negativ zu beeinflussen. "Wird Cortison lokal bei allergischen Reaktionen auf der Haut und bei bronchialer Allergie – also Asthma – eingesetzt, wird es kaum resorbiert", erklärt Jensen-Jarolim.

Es helfe jedoch lokal gegen die Entzündung und zur Aufrechterhaltung der Körperbarriere zur Umwelt. "Eine intakte Haut- und Schleimhaut-Barriere ist für Allergiker der beste Schutz gegen Virusinfektionen."

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