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Wissen Gesundheit
03/02/2020

Birkenblüte: Warum Allergiker heuer besonders stark leiden könnten

Mehrere Gründe sind verantwortlich dafür, dass die Belastung heuer höher als im Vorjahr wird.

von Ernst Mauritz, Marlene Patsalidis

Der milde Winter hat zu einer ungewöhnlich frühen Belastung von Pollenallergikern geführt. "Zwei Umstände kamen zusammen", erzählt der Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes, Uwe Berger: "Erle und Hasel hatten einerseits einen frühen Blühbeginn. Andererseits war auch der Reifegrad der Pollen schon sehr hoch – und damit ihr Gehalt an Allergenen. Es waren also sehr viele Pollenkörner mit sehr hohem Allergengehalt gleichzeitig in der Luft: Etwas Schlimmeres kann einem Allergiker nicht mehr passieren."

Zweijähriger Zyklus

Im Osten habe die Pollensaison heuer um fünf bis sieben Tage früher begonnen, im Westen aber um 14 Tage. Auch den Blühbeginn der Birke erwartet Berger heuer sieben bis 14 Tage früher: "Eine relevante Belastung mit Birkenpollen wird es Mitte März, eventuell regional auch schon Ende der ersten Märzwoche geben." Ähnlich sei es bei der Esche: "Schon jetzt sehen wir in unseren Fallen geringe Mengen dieser Pollen." Einzelne Eschen blühen bereits in Niederösterreich und Wien an thermisch günstigen Standorten.

Bei der Birke komme noch dazu, dass diese einen zweijährigen Zyklus habe: Nach einem schwächeren wird heuer schon alleine zyklusbedingt ein stärkeres Jahr erwartet. "Durch den milden Winter und eine sehr hohe Menge an reifen Pollen wird sich die Belastung zusätzlich erhöhen."

Insgesamt verlängert sich die belastende Zeit für Allergiker: Bereits kurz vor Weihnachten beginnt in Wien und Vorarlberg die Purpurerle zu blühen. Sie kommt nicht natürlich vor, sondern wird angepflanzt. Bevorzugt in Städten, weil sie das Stadtklima gut verträgt.

Berger: "Wenn aber mehr Purpurerlen gepflanzt werden und durch die milden Temperaturen die Pollensaison insgesamt früher beginnt, hat der Pollenallergiker nur mehr sehr wenige Verschnaufpausen im Jahr." Hinzu kommt in Ostösterreich die steigende Belastung durch das Unkraut Ragweed.

Zumindest ist heuer aber – in niedrigen Lagen – die Haselpollensaison beendet, auch die Erle hat den Höhepunkt überschritten. Allerdings: Wer jetzt noch einen Skiurlaub vor sich hat und in höhere Regionen kommt, kann durchaus nochmals Erlenpollen ausgesetzt sein.

Und stürmisches Wetter kann in diesen Tagen noch etliches an Pollen aus höheren Lagen in die Niederungen verfrachten.

Tagesaktuelle Informationen: www.pollenwarndienst.at

Praktische Tipps für Pollenallergiker

In ihrem neuen Ratgeber "Natürliche Anti-Allergika" widmet sich Autorin Aruna M. Siewert wirksamen Hausmitteln, die effektiv Linderung verschaffen.

  • Mit der Pollenprophylaxe beginnt man am besten direkt nach dem Aufstehen: Und zwar indem man etwas Kokosöl mit einem Wattestäbchen auf die Nasenschleimhäute aufträgt. Das Öl legt sich wie eine Schutzsicht über die Schleimhäute, das erschwert den Pollen, in den Organismus einzudringen. Vor jedem längeren Aufenthalt im Freien sollte die Prozedur wiederholt werden.
  • Nach Allergenkontakt hilft es, die Nase zu spülen. Nasenduschen sind in der Apotheke erhältlich. Zuhause gilt es die Pollen aus den Schlafräumen und vom Kopfkissen fernzuhalten. Bedeutet: Abends die Haare waschen beziehungsweise gut spülen. Die Haare sollten nicht ausgebürstet werden, da das die Pollen aufwirbelt und verteilt.
  • Bei Pollenbelastung ist auch auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten: Das hält die Schleimhäute feucht. Nur so können sie ihre Funktion als Schutzbarriere gegen Umweltstoffe erfüllen.
  • Wer einen Garten hat, sollte in den kommenden Monaten den Rasen kurz halten. Bienenfreundliche Pflanzen (Wildrose, Lavendel, Oregano) setzen auf Bestäubung durch Insekten statt durch Wind – und haben meist weniger und schwerere Pollen.

"Natürliche Anti-Allergika" von Aruna M. Siewert, 11,99 Euro.

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