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Wissen Gesundheit
01/10/2022

Genesene Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes

Nach einer Covid-19 Infektion erkranken mehr US-Kinder an Diabetes als Kinder, die nicht an Covid-19 erkrankt waren.

von Anita Kattinger

Seit der Pandemie wird in den USA über eine Zunahme von Typ-1-Diabetes bei Kindern berichtet: Expertinnen und Experten nahmen an, dass dies auf eine verzögerte Inanspruchnahme von Diabetes-Therapien zurückzuführen ist. Die US-amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC veröffentlichte jetzt eine aktuelle Übersicht zum Risiko für eine Diabetes-Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Schon bisher wusste man, dass SARS-CoV-2-Infektionen mit einer Verschlechterung von Diabetes-Symptomen einhergehen sowie Personen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Zudem weiß man, dass eine überstandene Infektion auch einen neu diagnostizierten Diabetes auslösen kann.

Die neuen Daten: Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die genesen waren, stellten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter ab 30 Tage nach der Infektion eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine neue Diabetes-Diagnose fest im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, oder im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen mit akuten Atemwegsinfektionen aus Zeiten vor der Coronavirus-Pandemie.

Generell sind Atemwegsinfektionen, die nicht mit SARS-CoV-2 zusammenhängen, nicht mit einem erhöhten Diabetesrisiko verbunden laut den Studienautoren (hier auf Englisch zum Nachlesen).

Für die Studie wurden Gesundheitsdaten aus zwei US-amerikanischen Datenbanken analysiert.

Empfehlung der Expertinnen und Experten: "Das erhöhte Diabetesrisiko bei Personen unter 18 Jahren nach einer Covid-19-Infektion unterstreicht die Bedeutung von Covid-19-Präventionsstrategien in dieser Altersgruppe, einschließlich der Impfung aller in Frage kommenden Personen sowie der Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten."

Eingeschränkte Daten

Die Studien-Autoren weisen auf einige Einschränkungen hin: Einerseits stammen die Gesundheitsdaten nur von versicherten Kindern, andererseits von Kindern mit bestätigten Covid-19-Infektionen. Zudem lässt sich aus den Datenbanken nicht herauslesen, ob es sich um Typ-1- oder Typ-2-Diabetes handelt.

Da in den USA Kinder und Jugendliche ethnischer Minderheiten ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen und einige ethnische Minderheiten überproportional von Covid-19 betroffen sind, könnte dies die Statistik beeinflussen, so die Wissenschafter. Künftige Studien sollten sich mit ethnischen Unterschieden bei Covid-19 und Diabetes befassen.

Gesundheitsdienstleister sollten bei infizierten Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren auf Diabetes-Symptome in ihrer Krankengeschichte achten. Zu diesen Symptomen können häufiges Wasserlassen, erhöhter Durst, erhöhter Hunger, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, Magenschmerzen und Übelkeit oder Erbrechen gehören.

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