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Wissen Gesundheit
11/18/2021

Corona: Elf Prozent der Kinder leiden wochenlang an Symptomen

In einer großen Studie untersuchten Experten die Auswirkungen von Covid-19 auf Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre.

Kinder und Jugendliche werden in der Corona-Pandemie häufig zu wenig beachtet. Sie würden ohnehin kaum schwer erkranken und bräuchten auch kaum eine Behandlung im Spital. Ob dies stimmt und wie sich eine Covid-Erkrankung auf diese Bevöllkerungsgruppe auswirkt, wurde im Frühjahr 2021 in einer groß angelegten Studie beleuchtet. Dafür wurden die Daten von 755 Kindern bis 14 Jahren ausgewertet.

Durchgeführt wurde die Untersuchung in Kooperation der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), der MedUni Graz sowie der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Neben spezifischen Krankheitssymptomen der akuten Erkrankung wurde auch die psychosoziale Belastung der Kinder und deren Familien durch die Erkrankung sowie durch die nicht pharmakologischen Kontrollmaßnahmen wie „Lockdown“ und Schulschließungen erfragt.

Long-Covid-Symptome

Die Ergebnisse zeigen jedenfalls klar: Auch Kinder stecken eine SARS-CoV-2-Infektion nicht so einfach weg. Länger als vier Wochen nach der Infektion wurden bei 11% der Kinder Symptome beobachtet, welche als Folge der Infektion interpretiert werden können („Long COVID“), wobei ältere Kinder (10-14-Jährige) mit 15,5% häufiger als jüngere Kinder betroffen waren. Die Daten zeigen, dass die  Bedeutung von Long Covid in dieser Altersgruppe unterschätzt werde, betont Volker Sprenger, MedUni Graz.

Als häufigstes „Long COVID“-Symptom wurde vermehrte Müdigkeit (4,2%) beobachtet, gefolgt von der Beeinträchtigung von Geruchs- und Geschmackssinns (insgesamt ca. 3%) und Kurzatmigkeit (2,1%).

Umfassendes Bild

Wichtig war im Studiendesign, dass die Altersgruppe gut repräsentiert ist - also nicht nur Kinder aufscheinen, die in Spitalsbehandlung waren. Die Mehrheit der Kinder, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, zeigt aber nur milde Symptome und benötigt eher selten eine stationäre Betreuung. „Wir wollten ganz bewusst auch die Kinder zu unserer Studie einladen, die nicht im Krankenhaus behandelt wurden, um ein umfassenderes Bild der Erkrankung in dieser Altersgruppe zu erhalten“, sagt Volker Strenger, Kinderinfektiologe an der Medizinischen Universität Graz und Studienkoordinator der ÖGKJ.

Um ein verlässliches Bild während der Pandemieperiode von März bis November 2020 zu erlangen, wurde eine repräsentative Stichprobe mit ausreichender Größe (n=1.271) aus der Gesamtanzahl der 0-14-jährigen Infizierten gezogen und deren Familien zu einer Umfrage eingeladen, welche online oder durch Telefon-Interviews erfolgte.

Auswertung

Die Zwischenauswertung von 755 Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren zeigt, dass bei 25% der Fälle Beschwerden der Grund für eine PCR-Testung auf SARS-CoV-2 waren. „Im Verlauf der Infektion entwickelten 60% der SARS-CoV-2 positiv getesteten Kinder klinische Symptome einer akuten COVID-19 Erkrankung. Knapp 7% wurden bei einem Arzt oder einer Ärztin vorstellig und 2,4% wurden in einem Krankenhaus aufgenommen“, berichtet Daniela Schmid, Infektionsepidemiologin und Studienkoordinatorin der AGES.

Die 1- bis 5-jährigen wurden häufiger stationär aufgenommen als 6- 14-jährigen Kinder. „Dies muss nicht unbedingt bedeuten, dass die Erkrankung in dieser Altersgruppe häufiger schwer verläuft, da kleine Kinder häufig auch zur Beobachtung aufgenommen werden oder um andere Diagnosen wie eine bakterielle Sepsis (Anm.: Blutvergiftung) auszuschließen“, berichtet Strenger aus dem klinischen Alltag. Die <1-Jährigen präsentierten sich meist mit milden Atemwegs- Symptomen (Husten und Schnupfen) und Fieber, die 1-5-Jährigen hauptsächlich mit Fieber und bei den die 10-14-Jährigen traten deutlich häufiger Kopfschmerzen (bei ca. einem Drittel) sowie eine Beeinträchtigung von Geruchs- und Geschmackssinns (in knapp 20%) auf als bei jüngeren Kindern. Kurzatmigkeit wurde bei 1 von 20 Kindern beobachtet.

Bei 6,2% der Befragten wurden auch nach mehr als drei Monaten Symptome beobachtet, am häufigsten vermehrte Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie Beeinträchtigung von Geruchs- und Geschmackssinns (mit jeweils ca. 2% der Befragten). Bei unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass andere Ursachen als die SARS-CoV-2 Infektion zugrunde gelegen sind (wie z.B. Isolation im Rahmen von

 

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