Wirtschaft | Karriere
03.03.2018

Lohnt sich der Master?

Die meisten Unternehmen schreiben auf der Suche nach Kandidaten keinen bestimmten Abschluss vor, daher liegt die Entscheidung allein bei den Studenten.

Reicht für einen Einstieg in einen Beruf der Bachelor oder zahlt es sich aus, doch noch ein Masterstudium anzuhängen? Unbedingt notwendig, um einen Job zu finden, ist der Master in den meisten Branchen wie im Ingenieurwesen oder im BWL-Bereich nicht. Einige Firmen bevorzugen sogar Bachelorabsolventen, die sie dann den Anforderungen entsprechend ausbilden und sich "herrichten" können.

Generell beobachten die österreichischen Unis sinkende Übertrittszahlen, immer weniger Studierende schließen nach dem Bachelor auch noch einen Master an. Im Studienjahr 2015/16 gab es rund 29.000 Bachelorabschlüsse, aber lediglich 15.000 Masterstudienabschlüsse: etwa die Hälfte der Studierenden schließt nicht mit dem Bachelor ab, sondern studiert weiter in Richtung Master. Masterstudien an öffentlichen Unis werden von Frauen und Männern etwa gleich häufig abgeschlossen, aber an Fachhochschulen weisen Frauen deutlich höhere Erfolgsquoten auf, geht aus der aktuellen Studierenden-Sozialerhebung des IHS hervor.

Klar ist mittlerweile

Der Bachelor ist keine halbe Sache. Die Anforderungsprofile der meisten ausgeschriebenen Stellen für Akademiker richten sich nicht nur an Master, sondern auch an Bachelor-Absolventen, Unternehmen schreiben meist keinen bestimmten Abschluss vor. "Um bei uns Karriere zu machen, zählt vor allem persönliche Weiterentwicklung und Engagement. Dabei ist nicht immer der Bildungsabschluss entscheidend", sagt Daniel Ziegl, Associate Manager Employer Branding bei Peek & Cloppenburg. "Vom Lehrling zum Store Manager oder Einkäufer – wir können durch unsere Qualifizierungsprogramme gemeinsam mit den Mitarbeitern viel gestalten. Entscheidend für den Erfolg ist eine Kombination aus Offenheit, Veränderungsbereitschaft und persönlicher Leistungsmotivation." Ein Master-Abschluss ist hingegen vor allem für jene interessant, die sich weiter spezialisieren wollen, um so Experte in einem bestimmten Bereich zu werden. Statt eines Masters könnte daher unter Umständen ein zweiter Bachelor Sinn machen, um sich thematisch breiter aufzustellen.

Daher ist es eine individuelle Entscheidung, die Studenten treffen, nämlich: Lohnt sich der Master für mich, beruflich und finanziell? Denn wer gleich nach dem Bachelor in den Arbeitsmarkt einsteigt, kann das Gelernte in die Praxis umsetzen und schnell Geld verdienen. Wer einen Master anhängt, profitieren zwar im Idealfall von höheren Aufstiegschancen und damit verbunden höheren Gehältern, muss aber die verlorenen Arbeitsjahre aufholen.