Wirtschaft | Karriere
03.03.2018

Hören sich Profs gern selbst reden? Wir haben nachgefragt

Wir lassen die guten Sitten beiseite und wagen es, Fragen zu stellen, die man normalerweise runterschluckt. Dieses Mal richten wir diese Fragen an zwei Universitäts-Professoren. Harald Oberhofer lehrt an der Wirtschaftsuniversität Wien, Manfred Berthold an der Technischen Universität Wien.

10 Fragen an Harald Oberhofer:

KURIER: Haben Sie sich schon mal gedacht: "Du solltest dir das mit dem Studium noch einmal überlegen."?

Univ.Prof. Dr. Harald Oberhofer: Nein. Die Studienzeit war eine sehr schöne und lehrreiche. Der Fokus der Interessen hat sich in der Zeit aber verschoben. Am Anfang war ich hauptsächlich am Studium der Politikwissenschaft interessiert. Über die Zeit bin ich dann immer mehr in die Volkswirtschaftslehre abgedriftet.

Welche Studierenden nerven Sie?

Kaum welche. Was ich nicht mag sind Leute, für die man ständig Sonderregelungen treffen muss. Das ist zeitaufwendig und nervig.

Korrigieren Sie Prüfungsbögen immer selbst?

Ja natürlich. Ich halte aber auch keine Lehrveranstaltung mit Tausenden von Studierenden, wie andere KollegInnen.

Hören Sie sich gern selbst reden?

Überhaupt nicht. Die eigene Stimme klingt einfach nur furchtbar.

Lassen Sie auch privat gern den Professor raushängen?

Dazu müsste man besser meine Familie und Freunde fragen. Ich glaub aber eher nicht. Wobei: über Wirtschaft und Politik rede ich schon sehr gerne.

Denken Sie, was Sie machen, kann die Welt verändern?

Ehrlich gesagt nein.

An welche Studierende können Sie sich erinnern?

An die Guten, meistens aber nur an die Gesichter. Mein Namensgedächtnis ist unglaublich schlecht.

Haben Sie sich schon einmal dabei ertappt, sympathische Studierende zu bevorzugen?

Das geht nicht, weil ich mir ja keine Namen merken kann. Ich weiß dann bei den Klausuren sowieso nicht, wer wer ist.

Glauben Sie, an Ihrer Uni läuft alles gut?

Alles wird nie gut laufen können. Das Umfeld an der WU ist aber schon sehr gut, ich kann mich da überhaupt nicht beklagen.

Wollten Sie schon mal alles hinschmeißen und aussteigen?

Nein auf keinen Fall. Einen besseren und interessanteren Job kanns kaum geben.

10 Fragen an Manfred Berthold

KURIER: Haben Sie sich schon mal gedacht: "Du solltest dir das mit dem Studium noch einmal überlegen."?

Ao.Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr.techn. (2017 wurde er auch noch mit dem Best Teacher Award der TU Wien gekürt) Manfred Berthold: Ja, aber nur im Orientierungskurs im Rahmen der Steop.

Welche Studierenden nerven Sie am meisten?

Jene, die auf ausgetretenen Wegen keinen Schritt zu weit bereuen.

Korrigieren Sie Prüfungsbögen immer selbst?

Einzelprüfungen im Masterstudium ja, Massenprüfungen im Bachelorstudium stichprobenweise.

Hören Sie sich eigentlich gern selbst reden?

Nicht auf einem Tonmitschnitt, zum Beispiel bei aufgezeichneten Lehrveranstaltungen. Meine aufgezeichnete Stimme ist mir fremd und weicht so stark von der Eigenwahrnehmung meiner eigenen Stimme ab.

Lassen Sie auch privat gern den Professor raushängen?

Ja natürlich, würde meine Frau sofort erwidern.

Denken Sie, was Sie machen, kann die Welt verändern?

Die Umwelt zu planen und gestalten hat damit zu tun. Für meine StudentInnen ist das architektonische Gestalten die Kerndisziplin ihres Masterstudiums.

An welche Studierende können Sie sich erinnern?

Zumindest an meine bis dato über 400 persönlich betreuten Diplomandinnen und Diplomanden dank sozialer Medien.

Haben Sie sich schon einmal dabei ertappt, Ihnen sympathische Studierende zu bevorzugen?

Talentierte Studierende sind mir sympathisch, sie werden von mir gefordert, nicht so talentierte gefördert.

Glauben Sie, an Ihrer Uni läuft alles gut?

Wie im Leben. Manches würde ich mir für unsere Uni gerne wünschen.

Inwiefern geben Sie Ihre persönliche Meinung an die Studierenden weiter?

Wenn diese gefragt ist.