Oft ist man trotz einer Nacht mit ausreichend Schlaf morgens müde.

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Was dahinter steckt: Genug Schlaf und trotzdem müde?
10/21/2016

Was dahinter steckt: Genug Schlaf und trotzdem müde?

Fühlt man sich trotz langer Nachtruhe morgens schlapp und schläfrig, kann das diverse Ursachen haben.

1. Sie schlafen "falsch"

Man mag zwar meinen, dass man beim Schlafen nicht allzu viel falsch machen kann, in der Realität ist Schlaf jedoch nicht gleich Schlaf. Eine falsche Schlafatmosphäre, eine qualitativ minderwertige Matratze oder gewisse Störquellen können den Erholungsfaktor nach dem Aufwachen mindern. Um sich nachts optimal regenerieren zu können, muss das Schlafzimmer zum Wohlfühlort gemacht werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Tipps für gesundes Schlafen und wie Sie morgens leichter aus dem Bett kommen.

2. Sie leiden an Eisenmangel

Ein Eisenmangel äußert sich beim Menschen unter anderem in Müdigkeit, Leistungsabfall und körperliche Schwäche. Auch Kopfschmerzen, brüchige Nägel, eine blasse Gesichtsfarbe und eingerissene Mundwinkel zählen zu den Symptomen. Durch den Mangel wird die Produktion des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins, gestört. Aus diesem Grund fühlen sich Menschen mit einer Eisenmangelanämie, so der Fachausdruck, schlapp. Mittels Bluttest kann man einen Mangelzustand beim Arzt abklären und Behandlungsmöglichkeiten (Ernährung, Tablette, etc.) diskutieren.

Auch der Mangel an Vitamin D kann für dauerhafte Müdigkeit und/oder Antriebslosigkeit verantwortlich sein. Vor allem in den dunklen, sonnenarmen Wintermonaten produziert der Organismus weniger Vitamin D, was sich in einer bleiernen Müdigkeit äußern kann. Wo Sie im Winter Vitamin D herbekommen, erfahren Sie hier.

3. Sie sind dehydriert

Morgens bleibt bei vielen nur Zeit für einen schnellen Kaffee. In der Arbeit angekommen vergisst man dann meist über Stunden aufs Trinken. In weiterer Folge fehlt dem Körper Flüssigkeit. Das kann sich in Form von Müdigkeit äußern. Eine US-Studie aus dem Jahr 2012 belegt, dass Schlappheit bei Frauen mit Dehydrierung in Verbindung steht. Die Forscher gehen davon aus, dass die Erkenntnisse auch auf Männer übertragbar sind. Wie man tagsüber richtig trinkt, erfahren Sie hier.

4. Sie erleben Symptome einer Depression

Zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen laut der Weltgesundheitsorganisation WHO längerfristige Verstimmungen, der Verlust von Interesse und Freude und erhöhte Ermüdbarkeit. Treten diese Symptome einzeln oder in Kombination über einen längeren Zeitraum auf, so sollte man sich an einen Arzt beziehungsweise Therapeuten wenden. Information und Anlaufstellen finden Sie hier.

5. Sie haben eine Entzündung im Körper

Kranke fühlen sich oft müde. Untersucht wurde dieses Phänomen unter anderem von Adriano Fontana vom Schweizer Institut für Experimentelle Immunologie an der Universität Zürich. Aus seinen Arbeiten geht hervor, dass unser eigenes Immunsystem uns im Krankheitsfall schlapp und schläfrig macht. Evolutionsbiologisch ist das durchaus plausibel. Schlaf und Inaktivität fördern nicht nur die Heilung und Regeneration, es hemmt auch die Übertragung der Krankheit, da man sich quasi nicht unter andere Menschen mischt.

Was bei Erkältungen, Grippe oder anderen akuten Krankheiten äußerst sinnvoll sein kann, macht chronisch Kranken zu schaffen. Doch wo liegt die Ursache für die krankheitsbedingte Müdigkeit? Fontana und andere Experten auf dem Gebiet der Immunologie haben körpereigene entzündungsmodulierende Botenstoffe als "Übeltäter" identifiziert. Zytokine sind Botenstoffe, die bei einer Reaktion des Immunsystems gebildet werden. Durch Zytokine können bestimmte Abwehrzellen aktiviert werden. Zytokine haben Effekte auf Entzündungsprozesse, Bakterienvermehrung und die Entstehung von Krebs. Behandelt man Betroffene mit Zytokin-Blockern, ist die Müdigkeit wie weggeblasen.