Knapp drei Viertel aller Schwangeren sind von Morgenübelkeit betroffen.

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Studie: Morgenübelkeit ist gut fürs Baby
09/27/2016

Studie: Morgenübelkeit ist gut fürs Baby

Morgenübelkeit während der Schwangerschaft senkt das Risiko einer Fehlgeburt. Das geht aus einer aktuellen US-Studie hervor.

Für den Großteil der Frauen ist die Morgenübelkeit, die vorwiegend im ersten Trimester auftritt, eine der unangenehmsten Begleiterscheinungen der Schwangerschaft. Zwischen 60 und 70 Prozent aller Schwangeren sind davon betroffen. Im Regelfall sollte die an sich harmlose morgendliche Übelkeit und das damit verbundene Erbrechen bis zum Ende der zwölften, spätestens 16. Schwangerschaftswoche, selbstständig abklingen.

US-amerikanische Forscher konnten nun nachweisen, dass Morgenübelkeit ein gutes Zeichen ist. Um herauszufinden, ob Morgenübelkeit sich tatsächlich positiv auf das ungeborene Kind auswirkt, untersuchte das Forscherteam insgesamt 797 Frauen, bei denen mittels Urintest eine Schwangerschaft im Anfangsstadium festgestellt wurde. Jene Probandinnen, die an Morgenübelkeit litten, waren zwischen 50 und 75 Prozent weniger gefährdet ihr Baby zu verlieren. Im Zuge der Studie wurden Frauen untersucht, die bereits ein oder zwei Mal ein Kind durch eine Fehlgeburt verloren hatten.

"Das sollte Frauen Sicherheit geben, die an diesen Symptomen leiden", so Stefanie Hinkle, Studienleiterin und Forscherin am US-amerikanischen Institut für Kindergesundheit. Morgenübelkeit werde Hinkle zufolge zwar schon seit geraumer Zeit mit der Gesundheit des Babys in Verbindung gebracht, spezifische und derart eindeutige Forschungserkenntnisse dazu habe es bislang noch nicht gegeben.

Phänomen Morgenübelkeit

Warum nur manche und nicht alle schwangeren Frauen an Morgenübelkeit leiden, ist noch immer unklar. Es wird vermutet, dass die hormonelle Umstellung des Körpers dafür verantwortlich ist. Dauer und Heftigkeit der Übelkeit können wiederum maßgeblich von Faktoren wie Stress und Unruhe negativ beeinflusst werden. Auch die Genetik spielt Experten zufolge eine Rolle. Litt die eigene Mutter an schwangerschaftsbedingter Übelkeit, ist meist auch die Tochter betroffen. Ob die Morgenübelkeit eine spezielle Funktion im Körper einer Schwangeren erfüllt, konnte bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht werden.

Fakt ist: Die Übelkeit ist als normale Begleiterscheinung einer Schwangerschaft einzuordnen, solange sie nicht die Gesundheit der Frau und des Kindes gefährdet. Übergibt sich die Frau mehr als fünf Mal pro Tag, muss mit Medikamenten gegengesteuert werden, da dann der Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht gerät, Mangelerscheinungen und ein drastischer Gewichtsverlust auftreten können und zudem die Gefahr der Dehydration besteht.

5 Tipps gegen Morgenübelkeit

1. Mehrere kleine Mahlzeiten/Snacks über den Tag verteilt einnehmen. Gesunde Knabbereien (Nüsse, Knäckebrot, etc.) sind ebenfalls empfehlenswert.

2. Bereits vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Zum Beispiel etwas Brot, ein paar Kekse oder eine Banane. Auch gesüßter Tee kann helfen.

3. Der Geschmacks- und Geruchssinn kann sich während der Schwangerschaft verändern. Lebensmittel, die einen besonders intensiven Geruch oder Geschmack haben oder stark gewürzt sind beziehungsweise Nahrungsmittel, die man ohnehin nicht mag, sollten Betroffene daher meiden. Auch Kaffee, Zigarettenrauch und Parfüm können die Übelkeit verstärken.

4. Ruhephasen können die Beschwerden lindern. Nach dem Essen sollte man sich nicht hinlegen, da bei einem eventuell auftretenden Reflux die Symptome verstärkt werden.

5. Spaziergänge an der frischen Luft sind ebenfalls ein hilfreiches Gegenmittel.