Obst in der Schwangerschaft fördert die spätere geistige Leistungsfähigkeit

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Warum Schwangere Obst essen sollten
05/27/2016

Warum Schwangere Obst essen sollten

Fruchtkonsum hat positive Auswirkungen auf Entwicklung der Kinder.

"An apple a day..." - das sollten sich offenbar ganz besonders Schwangere vornehmen, wobei es ganz generell um Obst geht: Denn die Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft viele Früchte gegessen haben, schnitten im Alter von einem Jahr bei entwicklungspsychologischen Tests deutlich besser ab. Das ergab eine jetzt veröffentlichte Untersuchung aus Kanada.

Obst wirkt

"Wir wollten mit unserer Studie herausfinden: Können wir Faktoren bestimmen, die eine Rolle bei der geistigen Entwicklung von Kindern spielen?", sagt der Kinderarzt Piush Mandhane von der University of Alberta in Kanada, der Hauptautor der Studie. "Und es zeigte sich, dass einer der größten Indikatoren für die kognitive Entwicklung der Fruchtkonsum in der Schwangerschaft ist."

Je mehr Obst die Mütter aßen, umso höher war zu einem bestimmten Zeitpunkt der Entwicklungsstand ihrer Kinder.

Für die Studie wurden insgesamt 688 Kinder aus Edmonton untersucht. Die Mediziner verwendeten dafür eine traditionelle IQ-Skala (Intelligenzquotient, Kenngröße zur Bewertung des intellektuellen Leistungsvermögens).

Der durchschnittliche IQ beträgt 100, die Standardabweichung beläuft sich auf 15 Punkte. Zwei Drittel der Bevölkerung fallen in diesen Bereich zwischen 85 und 115.

Mütter, die in der Schwangerschaft sechs oder sieben Portion Obst bzw. Fruchtsaft (ein Glas ist eine Portion) am Tag konsumierten - empfohlen sind eigentlich nur zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag -, deren Kinder hatten im Alter von einem Jahr höhere IQ-Werte. Ihre Kinder lagen bei Tests zur Ermittlung des IQ im Durchschnitt um sechs bis sieben Punkte höher wie Kinder von Müttern, die weniger Obst konsumierten.

Allerdings: Viele Stoffwechselexperten sehen einen zu hohen Fruchtzuckerkonsum - auch wenn er aus natürlichen Quellen kommt - sehr kritisch. Und maximal eine Obstportion täglich sollte in Form eines Fruchtsaftes aufgenommen werden.

"Pro zusätzlicher regelmäßiger Obstportion der Mütter in der Schwangerschaft haben Kinder dieselben Vorteile wie von jeweils einer um eine Woche längeren Schwangerschaft", so Mandhane.

Sein Team hat übrigens auch Studien mit Fruchtfliegen durchgeführt. Auch hier war ein Effekt zu bemerken: Bekamen die Fliegen vor der Geburt ihrer Nachkommen Fruchtsaft gefüttert, war die Gedächtnisfunktion der Jungfliegen deutlich besser.

Mandhane ist davon überzeugt, dass die Gehirnfunktion von Inhaltsstoffen im Obst positiv beeinflusst wird. Und dazu müssen (und sollen) es auch nicht sieben Portionen sein: Wer täglich die von den Ernährungsgesellschaften empfohlenen zwei Portionen schafft, ist bereits auf einem sehr guten Weg, betonen Experten.

Die Studie ist im Fachjournal EbioMedicine erschienen.

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