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Die skurrilsten Verschwörungstheorien über Stars und Promis

Elvis Presley lebt? Britney Spears ist ein Klon? Beyoncé gehört einem elitären Geheimbund an? Verschwörungstheorien sind fixer Bestandteil der Popkultur.
Britney Spears mit erhobener Hand und offenem Mund vor einem GLAAD-Hintergrund.

Sie sind schräg, hartnäckig – und halten sich seit Jahren im Netz, ganz unabhängig von Corona: Verschwörungstheorien über Stars und Promis. 

Zwischen Meme-Kultur, TikTok-Mythen und Fan-Chats entstehen Geschichten, die oft jeder Grundlage entbehren, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) eine breite Masse ansprechen. Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur, wenn die Welt immer unübersichtlicher und komplizierter wird. Sie bieten einfache Erklärungsversuche für komplexe Sachverhalte – und lassen in uns den spannenden Gedanken reifen, dass da draußen doch mehr ist, als wir mit dem bloßen Auge (und dem durchschnittlichen Menschenverstand) erahnen können. Sie lassen Grauzonen besonders hell erstrahlen, bieten aber gleichzeitig die Gefahr, sich in ein endloses, alles verschlingendes schwarzes Loch zu verwandeln.

Drehen sich die Verschwörungstheorien um Stars und Promis, haben Fans obendrein das Gefühl, ihren Lieblingen besonders nah zu sein – immerhin scheinen sie (und nur sie alleine!) auf eine besonders heiße Spur gestoßen zu sein. Eine grundsätzliche Regel gilt dabei jedoch immer: Je berühmter die Person, desto skurriler die Theorie.

Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der absurdesten Promi-Verschwörungstheorien – natürlich ohne jeglichen Wahrheitsanspruch. Doch, wer weiß ...?

Wurden diese Stars geklont?

Egal ob Justin Bieber, Avril Lavigne (alias "Melissa"), Selena Gomez oder kürzlich Jim Carrey: Theorien, dass es sich bei bestimmten Stars in Wirklichkeit um Klone handelt, halten sich hartnäckig. 

Besonders, wenn es um den gefallenen Popstar Britney Spears geht, sind die Klon-Theorien nicht totzukriegen. Erstmals machten diese in den Zehnerjahren die sozialen Medien unsicher, als Spears nur noch halbgare Choreografien während ihrer Konzerte ablieferte und auf der Bühne nicht mehr als ein Schatten ihres früheren Selbst war. Ein Schatten ... oder eben doch ein technisch ausgeklügelter Klon? 

Fans sind sich nämlich sicher, dass ihr Idol in Wirklichkeit seit der damaligen Vormundschaft ihres Vaters bereits tot und zwecks Vertuschung durch eine Doppelgängerin ersetzt wurde – die dann aber doch nicht ganz ans Original heranreicht. Denn mittels Fotovergleiche wollen Verschwörungstheoretiker beweisen, dass es Unterschiede zwischen der "neuen" und der "alten" Britney gibt: Ihre Zähne würden anders aussehen, aber auch ihre Nase und ihre Augen seien nicht mehr dieselben. Ja, gar ihre Stimme klinge nun anders. Der natürliche Alterungsprozess, mögliche Schönheitsoperationen und jahrelanger Drogen- und Medikamentenkonsum scheinen als Erklärung doch zu langweilig zu sein.

Die Klon-bzw. Doppelgänger-Theorie macht auch vor Paul McCartney nicht Halt. Anhänger glauben, der Ex-Beatle sei 1966 bei einem Autounfall gestorben und heimlich durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Als "Beweise" gelten angebliche Hinweise auf Beatles-Plattencovern (beispielsweise Abbey Road), rückwärts abgespielte Songs und kryptische Songtexte. Trotz unzähliger Widerlegungen hält sich der Mythos bis heute.

Totgesagte leben länger

Eine der ältesten und bekanntesten Pop-Verschwörungstheorien dreht sich um tote Stars, die in Wirklichkeit aber immer noch unter uns Lebenden weilen. Der Grund für dieses eher komplizierte Untertauchen? Weiß man nicht so genau. Wahrscheinlich, weil die Promis vom Rampenlicht genug hatten und endlich ein Leben in Ruhe und Frieden führen wollen. Immer wieder berichten (Hardcore-Fans), beispielsweise Elvis Presley oder Kurt Cobain gesehen zu haben. Es könnte sich aber auch um deren Geister handeln, die immer noch nicht ihre wohlverdiente Ruhe gefunden haben. Darüber gibt es nämlich auch einige Verschwörungstheorien.

Ein prominentes Beispiel ist wie gesagt der "King of Rock & Roll" Elvis Presley. Nach dessen Tod 1977 entstanden zahllose Gerüchte, er habe seinen Tod nur vorgetäuscht, um dem Ruhm zu entkommen. Fans berichten von angeblichen Sichtungen in den USA und im Ausland. Ungereimtheiten im Totenschein oder bei der Beerdigung werden als Indizien herangezogen. Elvis wurde so zur Urfigur des "Prominenten, der heimlich weiterlebt".

Elvis Presley in seiner Uniform der US-Armee, lächelnd.

Elvis Presley

Auch ein anderer König, nämlich der "King of Pop" Michael Jackson, soll in Wirklichkeit gar nicht tot sein, sondern undercover leben. Nach dessen Ableben 2009 tauchten Videos und Fotos auf, die angeblich Jackson zeigen sollen. Doppelgänger, maskierte Auftritte oder Stimmen in Songs anderer Künstler werden als Hinweise gedeutet. 

Auch Nirvana-Frontmann Kurt Cobain soll seinen Tod 1994 nur vorgetäuscht haben. Anhänger dieser Theorie verweisen auf angebliche Ungereimtheiten im offiziellen Ermittlungsbericht, darunter den hohen Heroinspiegel in Cobains Blut, der laut Kritikern kaum mit einem selbst ausgeführten Suizid vereinbar sei, sowie fehlende oder widersprüchliche Fingerabdrücke auf der Tatwaffe. Zudem wird spekuliert, Cobain habe dem enormen Erfolgsdruck entkommen wollen und unter falscher Identität weitergelebt. 

Zwei Jahre nach Cobain kam Rapper Tupac bei einem Drive‑by‑Shooting in Las Vegas ums Leben ... oder doch nicht? Anhänger der Theorie "Tupac lebt" verweisen auf widersprüchliche Zeugenaussagen, fehlende Tatortfotos, angeblich manipulierte Autopsieberichte und die Tatsache, dass der Mord bis heute nicht eindeutig aufgeklärt ist. Besonders häufig wird argumentiert, Tupac habe seinen Tod bewusst inszeniert, um sich aus dem gewalttätigen Umfeld der Hip‑Hop‑Szene und möglicher Feinde zu befreien. Als vermeintliche Hinweise gelten zudem Texte mit Todes‑ und Wiedergeburtsmotiven, der Künstlername "Makaveli" – angelehnt an Niccolò Machiavelli – sowie etwa angebliche Sichtungen auf Kuba.

Die Theorien, dass tote Stars in Wirklichkeit noch leben, speisen sich vor allem aus der enormen emotionalen Bindung vieler Fans an die Künstler.

Beyoncé und die Illuminaten

Sängerin Beyoncé steht im Zentrum einer modernen Netz-Verschwörung, laut der sie Teil einer geheimen Elite namens "Illuminati" sei, die über Musik, Mode und Symbolik die Massen beeinflusse. Als "Belege" führen Anhänger immer wieder Dreiecks‑ und Augen‑Symbole in Musikvideos, Choreografien oder Handgesten an, ebenso ihren enormen Einfluss in der Popkultur und ihren Aufstieg zur globalen Ikone – denn dieser sei nur mithilfe der Illuminati möglich gewesen, so die Theorie. Auch ihr wildes Bühnen-Alter-Ego Sasha Fierce soll den Geheimbund widerspiegeln. Ehemann Jay-Z soll ebenso Teil des Geheimbundes sein.

Beyoncé selbst hat diese Vorwürfe mehrfach ironisch kommentiert oder klar zurückgewiesen. Kritiker sehen darin eine Mischung aus Symbolüberinterpretation und Popkultur-Paranoia.

Die Illuminati waren ursprünglich ein realer Geheimbund, der 1776 in Bayern gegründet wurde und Aufklärung sowie Vernunft propagierte, jedoch bereits im 18. Jahrhundert verboten wurde. In modernen Verschwörungstheorien stehen "die Illuminati" hingegen für eine angeblich im Verborgenen agierende Elite, die Politik, Wirtschaft und Kultur weltweit kontrollieren soll. Oft wird ihnen eine enge Verbindung mit Satanismus nachgesagt.

Auch Madonna wird gerne nachgesagt, den Illuminati anzugehören. Diese hat die Verschwörungstheorie als kreative Inspiration genutzt und prompt in einem Song verarbeitet.

Taylor Swift sendet geheime Botschaften

In eine ähnliche Kerbe schlägt die Verschwörungstheorie rund um Megastar Taylor Swift. Während die Sängerin tatsächlich bewusst mit Easter Eggs spielt (beispielsweise Hinweise auf kommende Alben oder Songs), unterstellen manche Verschwörungstheoretiker der Amerikanerin eine gezielte Manipulation von Fans durch Farben, Zahlen, Gesten und Outfit-Codes, die angeblich politische oder ideologische Botschaften transportieren. Mehr noch: Swift soll in ihren Songs auf ihre reale Identität hindeuten: eine Geheimagentin oder – erneut – eine Illuminatin

Die Grenze zwischen Fan-Theorie und Verschwörung ist hier oft fließend.

Katy Perry ist JonBenét Ramsey

Diese Theorie behauptet, die 1996 im Alter von nur sechs Jahren ermordete US-Schönheitskönigin JonBenét Ramsey habe überlebt und später als Popstar Katy Perry Karriere gemacht (erneut sollen hier die Illuminati ihre Hände im Spiel gehabt haben). 

Grundlage sind angebliche optische Ähnlichkeiten und manipulierte Fotos. Teilweise wird auch argumentiert, Perrys Karrierebeginn passe zeitlich zu Ramseys "Verschwinden aus der Öffentlichkeit".  Andere zeitliche Widersprüche und belegbare Lebensläufe widerlegen die These eindeutig, dennoch kursiert sie weiterhin in sozialen Netzwerken.

Keanu Reeves ist unsterblich

Keanu Reeves hat seinen Tod zwar nicht vorgetäuscht, sondern wird per se nie sterben. Denn dem "Matrix"-Actionstar wird nachgesagt, unsterblich zu sein. Im Internet kursieren historische Fotos von Männern aus dem 19. Jahrhundert, die Reeves verblüffend ähneln. Daraus entstand die Theorie, der Schauspieler sei unsterblich oder ein Zeitreisender – oder ein Vampir, hier gehen die Meinungen auseinander. Hinzu kommen seine Rollen in übernatürlichen Filmen und sein zurückhaltendes, fast zeitlos wirkendes Auftreten, das die Spekulationen weiter befeuert. 

Belege dafür gibt es selbstverständlich nicht: Historiker haben die Bildvergleiche längst widerlegt, und Reeves selbst reagiert gelassen und humorvoll auf die Gerüchte. Dennoch hält sich die Theorie hartnäckig und gehört zu den bekanntesten Popkultur‑Mythen des Internets.

Ähnliche Verschwörungstheorien findet man auch über Marvel-Star Paul Rudd, der für seine 57 Lenzen immer noch außerordentlich jung aussieht und auf den ersten Blick nicht zu altern scheint. Vielleicht hat der Schauspieler aber auch einfach nur die geheime Quelle der ewigen Jugend entdeckt?

Stevie Wonder ist nicht blind

Musik-Legende Stevie Wonder kam bekanntlich blind zur Welt. Doch das wollen nicht alle wahrhaben. "Beweise" dafür, dass der Sänger in Wahrheit sehen kann, meinen Zweifler ebenfalls gefunden zu haben: 2004 trat Wonder zusammen mit Sänger Jake Simpson in der "Oprah Winfrey Show" auf und umarmte seinen Kollegen – ganz so, als wüsste er genau, wo dieser stand. 2010 fing Wonder einen Mikrofon-Ständer auf, nachdem ihn Paul McCartney bei einem Auftritt im Weißen Haus umgestoßen hatte.

Doch auch diese Theorie ist schnell rational erklärt: Die weiteren Sinne von blinden Menschen sind oft besser ausgeprägt als die sehender Menschen - vor allem, wenn es darum geht, die Quelle von Geräuschen zu orten. Studien belegen: Umso früher ein Mensch erblindet, desto ausgeprägter ist diese Fähigkeit.

Sam Moore überreicht Stevie Wonder eine Auszeichnung auf einer Bühne.

Stevie Wonder

Michael Jackson wurde mit Akne-Mittel kastriert

Noch einmal Jacko: Auch über den King of Pop kursiert so manch haarsträubendes Gerücht. Micheal Jacksons für einen Mann ungewöhnlich hohe Stimme sorgte immer wieder für Spekulationen. Besonders hartnäckig hielt sich die These eines Gefäßchirurgen aus Frankreich namens Alain Branchereau.

Er behauptete, man hätte dem Musiker mit 12 ein hormonelles Akne-Mittel namens Cyproterone verabreicht – eine Substanz, welche die Pubertät aufhält – um das Tieferwerden von Jackos Stimme aufzuhalten. Die von Branchereau kolportierte Theorie wurde von Jacksons Seite aber nie bestätigt.

Wie starb Kurt Cobain wirklich?

Sollte Cobain tatsächlich gestorben sein (und nicht nach wie vor unter uns weilen, siehe oben), handelt es sich bei seinem Tod um Mord – zumindest laut zahlreichen Verschwörungstheoretikern. Im Fokus stehen dabei oft seine Ehefrau Courtney Love, der Kritiker ein mögliches Motiv zuschreiben, angeblich widersprüchliche Aussagen sowie eine ungewöhnliche Handschrift im Abschiedsbrief; auch die fehlenden eindeutigen Fingerabdrücke auf der Tatwaffe würden laut Anhängern dieser Theorien dafür sprechen. 

Andere Verschwörungstheoretiker behaupten, Ermittlungsfehler oder bewusste Vertuschung hätten eine erneute Untersuchung verhindert. 

Marisa Tomei gewann Oscar aus Versehen

Schauspielerin Marisa Tomei sahnte 1993 den Oscar für ihre Performance in "Mein Vetter Vinnie" ab. Seitdem kursiert das Gerücht, dass der Goldjunge eigentlich für Vanessa Redgrave vorgesehen war, doch der Oscar-Moderator Jack Palance sei betrunken gewesen und hätte den falschen Namen vorgelesen. Nachdem dieser publik gemacht wurde, habe sich die Academy gezwungen gefühlt, Tomei die begehrte Statue zu überlassen.

Dran sein dürfte auch an dieser Theorie nicht viel: Wie ein Artikel von 1994 in The Hollywood Reporter erklärt, muss einer der offiziellen Vertreter der Academy sofort auf die Bühne gehen und den Fehler berichtigen, falls tatsächlich einmal ein falscher Gewinner verkündet werden sollte. Tomei selbst kennt diese Verschwörungstheorie übrigens – und hat sie in Interviews bereits mehrfach als "verletzend" bezeichnet.

Wurde Marilyn Monroe ermordet?

Rund um den Tod der Hollywood-Legende Marilyn Monroe im August 1962 ranken sich bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien, die weit über die offizielle Version eines Suizids durch eine Barbiturat-Überdosis hinausgehen. 

Eine der bekanntesten Thesen besagt, Monroe habe zu viel über Präsident John F. Kennedy, mit dem sie eine Affäre gehabt haben soll, gewusst und sei deshalb zum Schweigen gebracht worden. Angeblich war sein Bruder Bobby noch kurz vor ihrem Tod bei ihr zuhause. Aber auch ihre Ärzte, ein Mafiaboss sowie Geheimdienste (zu denen Monroe Verbindungen gehabt haben soll) stehen im Verdacht, für ihren Tod verantwortlich zu sein.

Kurz: Ihr Tod soll als Suizid inszeniert worden sein, es handle sich demnach um ein Vertuschungsmanöver. Diese Theorien "stützen" sich auf widersprüchliche Zeugenaussagen, ungewöhnliche Verzögerungen bei der Alarmierung der Polizei und Ungereimtheiten im Autopsiebericht. 

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