© DIENER / Kuess

Sport Wintersport
04/24/2019

KAC nach Sieg im 6. Finalspiel zum 31. Mal Eishockey-Meister

Die Klagenfurter setzen sich vor eigenem Publikum mit 3:2 durch und gewinnen die Finalserie 4:2.

von Peter Karlik

Es war 23.07 Uhr in der Klagenfurter Stadthalle, als die KAC-Spieler ihre Schläger weg- und ihre Handschuhe in die Höhe warfen. Hüpfend wie kleine Kinder liefen die harten Eishockey-Profis aufeinander zu und bildeten eine Jubeltraube.

Das 60 Jahre alte Gebäude am Messegelände wurde zum Tollhaus. 4.945 Zuschauer, inklusive der 200 enttäuschten Wiener, wurden Augenzeugen des 31. Meistertitels des Klagenfurter AC. Dank des 3:2 n.V. (0:1, 1:1, 0:1/1:0) im sechsten Spiel gewannen die Kärntner die Best-of-seven-Finalserie gegen die Vienna Capitals mit 4:2. Es ist der erste Meistertitel seit 2013, als im Finale ebenfalls die Capitals besiegt wurden (damals 4:0).

Zum dritten Mal, seit die Liga vor 15 Jahren zur Erste Bank Eishockeyliga wurde, holte der KAC den Meistertitel. Jedes Mal durfte er den Pokal mit einem Heimsieg mit den eigenen Fans feiern.

Held Comrie

Es war aber harte Arbeit der Klagenfurter notwendig. Vorsichtig starteten beide Mannschaften. Nach den von den Referees geprägten Spielen davor galt es, Strafen zu vermeiden. Die Capitals hatten sich mit ihrer Schiedsrichterkritik nach dem 0:2 am Montag schon zu viel mit Dingen beschäftigt, die sie nicht beeinflussen konnten.

Im ersten Drittel bewahrheitete sich, was die Wiener immer selbst betonten: Im Spiel fünf gegen fünf seien sie die bessere Mannschaft. Und die beiden Teams spielten das gesamte erste Drittel ohne Strafen. Der KAC kam mit mehr Schwung aus der Kabine und hatte die ersten Chancen. Bei den Schüssen von Wahl (2.), Kozek (3.) und Comrie (5.) reagierte Caps-Goalie Lamoureux stark.

Nach dieser Phase trauten sich die Wiener in die Offensive. Nach einem Querpass von Schneider verfehlte Vause, aber DeSousa traf aus fast schon unmöglichem Winkel zum 1:0 für die Capitals (11.). Ein Schock in Klagenfurt. Sollte die Meisterparty doch abgesagt werden?

Mit dem ersten Angriff im zweiten Drittel herrschte bei den Fans in der Stadthalle wieder Feierstimmung: Harand traf nach einem Querpass von Petersen zum 1:1 (21.). Der KAC startete in den Minuten danach Angriff auf Angriff in Richtung Wiener Tor. Erneut waren es die Wiener, die das nächste Tor erzielten. Und das hatte sich Rotter richtig verdient: Der Wiener wurde von Coach Cameron in die erste Linie mit Olden und Holzapfel vorgezogen und mit viel Eiszeit bedacht und bedankte sich. Er erkämpfte den Puck, lief vor das Tor und bekam nach einem Schuss von Fischer den Abpraller zum 2:1 (26.). Sehr zum Ärger des Klagenfurter Publikums blieb bei einigen Wiener Fouls der Arm der Referees unten.

Nachdem Petersen zum 2:2 ins linke Eck getroffen hatte (53.), ging es für die Capitals nur noch darum, sich in die Verlängerung zu retten. Und das schafften sie mit Kampf und Glück auch.

Erst in Minute 75 traf Verteidiger Comrie zum 3:2-Sieg für die Klagenfurter. Und der Rest war Kärntner Jubel.

KAC - Vienna Capitals 3:2 n.V. (0:1,1:1,1:0/1:0)
Stadthalle Klagenfurt, 4.945 (ausverkauft)

Tore: Harand (21.), Petersen (53.), Comrie (75.) bzw. DeSousa (11.), Rotter (26.)
Strafminuten: 6 bzw. 8

Endstand der Serie: 4:2

Die Sieger der bisherigen 16 EBEL-Saisonen:

2003/04 KAC (3:2 gegen VSV)
2004/05 Vienna Capitals (4:3 gegen KAC)
2005/06 VSV (4:2 gegen Salzburg)
2006/07 Red Bull Salzburg (4:1 gegen VSV)
2007/08 RB Salzburg (4:2 gegen Ljubljana)
2008/09 KAC (4:3 gegen Salzburg)
2009/10 RB Salzburg (4:2 gegen Linz)
2010/11 RB Salzburg (4:3 gegen KAC)
2011/12 Black Wings Linz (4:1 gegen KAC)
2012/13 KAC (4:0 gegen Vienna Capitals)
2013/14 Bozen (3:2 gegen Salzburg)
2014/15 RB Salzburg (4:0 gegen Vienna Capitals)
2015/16 RB Salzburg (4:2 gegen Znojmo)
2016/17 Vienna Capitals (4:0 gegen KAC)
2017/18 Bozen (4:3 gegen Salzburg)
2018/19 KAC (4:2 gegen Vienna Capitals)

Anzahl der EBEL-Titel:
6 RB Salzburg
4 KAC
2 Vienna Capitals, Bozen
1 VSV, Linz