Gasser vor Olympia-Goldjagd: "Bin so froh, dass der Clemens da ist"

Ein Mann mit einer Kappe mit österreichischem Wappen und eine Frau mit einer Wollmütze lächeln.
Gasser und Millauer sind ein Paar - und das österreichische Freestyle-Snowboard-Team bei Olympia. Die beiden Österreicher über den Slopestyle-Kurs, Erwartungen und Corona.

Olympia ist immer anders. In der Snowboard-Welt ist es bei Wettkämpfen und Trainingseinheiten meistens so, dass sich Freunde und Gruppen bilden, bei denen oft egal ist, aus welchem Land man kommt. Freunde und Trainingspartner der österreichischen Freestyle-Snowboarder Anna Gasser und Clemens Millauer kommen aus Deutschland, der Schweiz und vielen anderen Ecken der Welt.

Olympia-Logo für Beijing 2022 über einer stilisierten Berglandschaft.

Bei den Olympischen Spielen generell, und insbesondere in Corona-Zeiten, ist der Kontakt streng limitiert. Umso glücklicher sind die Kärntnerin und der Oberösterreicher, dass sie in ihrem Hotel in Zhangjiakou zusammen sein dürfen. "Wir haben zwei Einzelzimmer", erzählt Gasser. In einem sei das Gepäck, in dem anderen schlafen beide. "Es ist wirklich ein Luxus, dass man hier jemanden hat", sagt Millauer. Auch im Training könne man sich so gegenseitig unterstützen, während andere Nationen mit riesigen Teams am Werk sind.

Apropos Training. Schon in der Nacht auf Samstag geht es für Anna Gasser mit der Qualifikation los. Die ersten Kontakte mit dem Slopestyle-Kurs beim Training haben viele Athleten und Athletinnen an ihre Grenzen getrieben. "Der Kurs ist gut", erzählt Gasser, "aber die Bedingungen sind schwierig".

Ein Snowboarder springt während des Trainings bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking.

Ein Snowboarder macht einen Trick auf einer Rampe während des Slopestyle-Trainings.

Ein Snowboarder springt während des Slopestyle-Trainings in Peking 2022.

Eine Snowboarderin springt während des Trainings bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking.

Ein Snowboarder trainiert bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.

Ein Snowboarder fährt vor einer Leinwand mit den olympischen Ringen einen Hang hinunter.

Ein Snowboarder fährt eine schneebedeckte Halfpipe bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking hinunter.

Ein Snowboarder springt über eine Rampe mit dem Logo der Olympischen Spiele 2022 in Peking.

Ein Snowboarder springt während des Trainings bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking über ein Gebäude.

Ein Snowboarder springt während des Slopestyle-Trainings für Männer und Frauen.

Snowboarder beim Training für den Slopestyle-Wettbewerb der Männer und Frauen.

Snowboarder beim Slopestyle-Training der Männer und Frauen.

Ein Snowboarder beim Slopestyle-Training in Peking 2022.

Wie schon in Pyeongchang 2018 haben die Snowboarder in China mit Wind und Wetter zu kämpfen. Minus 19 Grad hatte es am Donnerstag. "Die Wartezeit beim Lift ist relativ lang", sagt Millauer. Wenn man nicht durchgehend in Bewegung bleibe, kühle man sofort aus. "Im Training fällt man oft hin. Es ist feiner hinzufallen, wenn man aufgewärmt ist."

Angstgegner Wind

Doch die kalten Temperaturen und der harte und aggressive Maschinenschnee sind nicht das einzige, was den beiden Sorgen bereitet: Der Wind, der am Donnerstag schon einige Male gestört hat ("mal von vorne, mal von hinten") soll am Wochenende zu den Bewerben noch stärker werden: "Ich hoffe die Organisatoren haben aus Korea gelernt, und haben einen Ersatztag eingeplant", sagt Millauer.

Anna Gasser kam 2018 beim Slopestyle nicht mit den Bedingungen zurecht und verpasste eine - für sie fix eingeplante - Medaille klar. "Damals ist wegen der Verhältnisse für mich eine kleine Welt zusammengebrochen", sagt sie. Heute sei sie erfahrener. "Damals hab' ich den Run nicht an die Verhältnisse angepasst. Das kann ich heuer schon."

Im Slopestyle gehört Anna Gasser zu den Top 10 der Welt. Dass sie Olympiagold bereits zuhause hat, macht sie entspannter. Ziel ist das Finale - dort ist eine Medaille in Reichweite. Ob sie auf dem ungewohnten Schnee ihre beste Leistung zeigen kann?" Gasser ist zufrieden. "Sie war heut schon sehr gut", sagt Freund und Trainingspartner Millauer.

Mitleid mit Kramer

Inzwischen hoffen die beiden Snowboarder, dass sie gesund und negativ durch die nächsten Tage kommen. "Für uns gibt es hier drei Disziplinen", sagt Millauer: "Slopestyle, Big Air und Corona." Bei einigen Athleten hätten sie schon gesehen, was ein positiver Test zuhause oder vor Ort bedeuten kann. Ein Schweizer Freund hätte schon in Quarantäne müssen.

Sehr mitgelitten hätten die beiden mit der Skispringerin und Goldhoffnung Sara Marita Kramer. "Sie hätte sich das so verdient", sagt Gasser, die sich an ihre eigene Favoritenrolle vor dem Gold im Big Air in Pyeongchang 2018 erinnert und sich vorstellen kann, was es für Kramer bedeutet, diese Spiele zu verpassen. "Aber ich hoffe, sie wird dadurch nur noch stärker. Ich glaube, sie macht in vier Jahren Gold!"

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