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Sport
07/13/2022

Jiu Jitsu bei den World Games: Kampfsport als Familienangelegenheit

Die Fuhrmanns liefern seit Jahrzehnten EM- und WM-Medaillen in den Seewinkel im Burgenland. Jetzt ist längst die nächste Generation dran.

von Karoline Krause-Sandner

Das kleine Örtchen Wallern im Burgenland liegt zwischen ungarischer Grenze und Neusiedler See und zählt nicht einmal 2.000 Einwohner. Alle von ihnen kennen die Familie Fuhrmann, denn viele Jahre lang war sie mit ihrem Lebensmittelhandel hier für die Nahversorgung zuständig.

Die Fuhrmanns müssten eigentlich im ganzen Land bekannt sein, denn ihre Familienmitglieder haben schon mehrere Welt- und Europameistertitel heim in den Seewinkel gebracht. 1994 gewannen Ferdinand Fuhrmann und seine Schwester Sabine (heute Sabine Kampf) die Goldmedaillen im Jiu-Jitsu-Duo-Bewerb bei der Weltmeisterschaft, die jüngere Schwester Christiane brachte Bronze mit nach Hause.

Mittlerweile ist die nächste Generation an der Reihe. Ferdinands Töchter Anna (23) und Lisa (20) sind unter den 70 Athletinnen und Athleten, die Österreich in dieser Woche bei den World Games in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama vertreten. In 14 Sportarten tritt Österreich an, darunter neben Jiu Jitsu auch etwa Billard, Orientierungslauf, Wasserski, Tanzen und Faustball. Am Freitag sind die Schwestern aus dem Burgenland dran.

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Edelmetall

„Mein großes Ziel ist, eine Medaille mitzunehmen“, sagt Lisa Fuhrmann zum KURIER. Weil sie vom Alter her noch unter die U 21 fallen würde, sei aber der Druck nicht so hoch. „Ich habe noch viel Zeit.“ Lisa ist amtierende Welt- und Europameisterin in ihrer Altersklasse, im November gewann sie bei ihrer ersten WM-Teilnahme in der Elite-Klasse Bronze.

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Lisas ältere Schwester Anna arbeitet seit zweieinhalb Jahren an ihrer Rückkehr ins Wettkampfgeschehen, nachdem sie sich 2019 als U-21-Weltmeisterin bei der WM die Schulter verletzt hat. Nachdem sie sich von der OP erholt hatte, riss das Kreuzband und musste wegen schlechter Heilung zweimal operiert werden. Die World Games sind ihr erster Wettkampf seit 2019, damals hatte sie schon genug Punkte gesammelt, um an den Spielen in Birmingham teilzunehmen.

Die Fuhrmann-Schwestern sind die einzigen aus Österreich, die für die Jiu-Jitsu-Bewerbe in den USA in Frage kamen. Medaillenkandidaten gibt es derzeit außerhalb der Familie Fuhrmann nicht.

Die World Games sind die internationalen Spiele für jene Sportarten, die (noch) nicht olympisch sind. Die Hoffnungen für Jiu Jitsu sind beschränkt. Lisa Fuhrmann findet das schade: „Das Ziel von jedem Sportler wäre Olympia, aber weil Judo zu ähnlich ist, gibt’s nicht wirklich eine Chance.“ Doch sie freut sich, dass es jetzt mehr Aufmerksamkeit für die World Games gibt. „Als der Papa 1997 dort war, hat kaum jemand gewusst, was das eigentlich für ein Wettbewerb ist. Heute ist das anders.“ Vater Ferdinand Fuhrmann ist als Coach von Anna und Lisa dabei und kann sich von den Unterschieden selbst ein Bild machen.

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