Sport Fußball
04/08/2019

Happel-Stadion oder Klagenfurt: Cup-Finale wird doch verlegt

"Die Sicherheit am Standort Viola Park kann nicht gewährleistet werden", begründet der ÖFB die Verlegung des Matches.

von Alexander Huber, Alexander Strecha

So eine Einigkeit gab es in den vergangenen Jahren selten: Sowohl die Fanszene in Violett als auch jene in Grün sahen das Austria-Stadion nicht als geeigneten Standort für das Cupfinale zwischen Salzburg und Rapid am 1. Mai an. Die Vereinslegenden Herbert Prohaska und Hans Krankl sprachen sich öffentlich für eine Verlegung aus.

Austria-Vorstand Markus Kraetschmer argumentierte hingegen mit dem gültigen Final-Vertrag bis 2022: Der ÖFB hatte vier Endspiele in der Generali Arena zugesichert, lediglich der Name müsste wegen Cupsponsor UNIQA auf Viola Park geändert werden.

Obwohl der ÖFB diesen Beschluss noch am Donnerstag, nach dem Finaleinzug von Rapid, bekräftigt hatte, folgte Montag mittags die Kehrtwende: Nach einer Besprechung zwischen Vertretern von Polizei, Austria und ÖFB wurde die Verlegung beschlossen. Und das nur 23 Tage vor dem Spiel, das heuer sportlich eine besondere Bedeutung bekommt: Mit einem Sieg könnte Rapid die verpatzte Saison retten und wäre direkt für die Gruppenphase der Europa League im Herbst qualifiziert. Falls Salzburg gewinnt, geht der millionenschwere Startplatz an den Dritten der Meistergruppe (derzeit Sturm).

Erinnerung

Der entscheidende Druck zur Verlegung kam von der Polizei. Zuerst gab es – in Erinnerung an den "Rapid-Kessel" beim Derby im Dezember – Bedenken wegen Tausenden Rapidlern rund um und im Stadion des Erzrivalen. Für alle Seiten offensichtlich unerwartet fielen die ab Donnerstag massiven Proteste von Austria-Fans aus. Kraetschmer wurde beleidigt und zum Rücktritt aufgefordert, das Stadion wurde mit Schlössern vor dem Spiel gegen Sturm versperrt und – zu schlechter Letzt – den Salzburg-Fans per Transparent gedroht: "Finale im Horr stornieren oder Bullen auf der Ost panieren".

Ursprünglich wurde dem violetten Anhang der neue Standort mit der Chance auf ein "Finale daheim" schmackhaft gemacht. Kraetschmer hatte mit dem ÖFB lediglich vereinbart, dass keine Rapid-Fans auf die Osttribüne dürften. Die Austrianer lehnen andere Anhänger auf "ihrer" Tribüne allerdings grundsätzlich ab.

Kraetschmers Bedauern 

Die Polizei ließ noch vor der Sicherheitsbesprechung verlauten, dass eine Verlegung das sinnvollste wäre. Laut ÖFB wurde danach von der Polizei "in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass die Sicherheit am Standort Viola Park nicht gewährleistet werden kann".

Im KURIER-Gespräch kündigt Kraetschmer an, dass der ÖFB eine Abschlagszahlung zu leisten hätte. Auch hier gibt es eine seltene Einigkeit mit Christoph Peschek. "Verträge sind einzuhalten, es ist für uns selbstverständlich, dass dem Stadtrivalen eine Abschlagszahlung zusteht", sagt der Rapid-Geschäftsführer, der sich vor allem freut, "weil beim Finale mehr Rapid-Fans dabei sein können". Zur Auswahl stehen das Happel-Stadion (48.500 Plätze) und Klagenfurt (29.000), die Entscheidung wird demnächst fallen.

Rapid zufrieden

Bereits am Donnerstag sollten mit den Vereinen alle Finaldetails besprochen werden. Von Rapid heißt es zur neuen Cup-Stadt: "Wir würden uns über das Happel-Stadion freuen, aber das entscheidet der ÖFB." Salzburg will nicht vor bis zu 40.000 Rapid-Fans im Prater spielen.

Geschäftsführer Stephan Reiter erklärt: "Da bereits von mehreren Seiten ein sicherer und neutraler Austragungsort gewünscht wurde, kann die Entscheidung nur auf Klagenfurt fallen."