Montauk auf Long Island

© AP/Julie Jacobson

Reise
10/02/2019

Warum man im Oktober Long Island besuchen sollte

New-York-Besucher, die Austern-Fans sind, sollten vor allem im Oktober einen Besuch auf Long Island einplanen.

von Caroline Kaltenreiner

Es soll sich um die besten an der Ostküste der USA handeln: die Austern von Long Island. Die umliegenden Gewässer machen mit ihren 350 Quadratkilometer großen Austernriffen einen großen Teil des weltweiten Aufkommens aus. Die dort ansässige „Bluepoint“-Auster  wird von Gourmets besonders verehrt. Nachahmer wie die namensgleichen Schalentiere aus New Jersey oder Virginia werden von Kennern sofort am Geschmack identifiziert, spielt doch das Herkunftsgewässer eine wesentliche Rolle. Ein leicht salziger Anisgeschmack mit dezentem Pinienduft macht das Original aus.

Diese Vorreiterschaft  wird zwar das ganze Jahr über zelebriert, aber einmal im Jahr noch größer gefeiert: Das Oyster Festival, das passenderweise  an der Uferpromenade des Ortes Oyster Bay stattfindet, ist mit 200.000 Besuchern  das größte Hafenfestival an der Ostküste – heuer von 19. bis 20. Oktober.  Es ist das prominenteste Austernstädtchen Amerikas, mit der längsten Tradition.
Austern natur, mit einem Spritzer Zitrone? Nicht nur. Wer sich die Party gibt, darf sich auf  unterschiedlichste Zubereitungen freuen – ob roh, gebraten oder im Eintopf. Im Food Court bereiten  Köche  Austern, Venusmuscheln und andere Meeresfrüchte zu, mehr als sechzig Auswahlmöglichkeiten wird es geben. Beim Austern-Schäl- und Esswettbewerb treten mehr als zwanzig Teilnehmer gleichzeitig gegeneinander an. Und weil sich nicht immer alles nur ums Essen drehen kann, wird das Festival-Programm mit Live-Unterhaltung, Kunsthandwerksständen und Piratenshows abgerundet.

Die Regel, dass man Austern nur in Monaten mit einem „r“, also von September bis April,  schlürfen darf, kann man als ungenau bezeichnen. Es geht dabei nicht, wie oft vermutet, um Sommer-Temperaturen, die das Tier verderblich machen. Vielmehr kommt die Faustregel davon, dass Austern im Sommer laichen und sich die Konsistenz des Fleisches ändert, jedoch ist das Zeitfenster bei der Crassostrea-Auster, zu der die Bluepoint gehört,  sehr klein. Schon nach wenigen Wochen hat sie sich geschmacklich  erholt (Ostrea-Austern wie Bélon und Impériale sind tatsächlich von Mai bis August schwanger).

Eine andere Mär betrifft das Thema Lust: Wissenschaftlich wurde die oft nachgesagte aphrodisierende Wirkung der Auster (über den Placeboeffekt hinaus) nicht   nachgewiesen. Mit den Vitaminen A, B1, B2, B3, B12, D und E sowie vielen Mineralstoffen gilt die  kalorienarme Proteinbombe aber als gesundheitsfördernd.

Übrigens sind Austern nicht nur fürs Leibeswohl gut, sondern auch für das Wohl des Ökosystems. Schalentiere  helfen den Gewässern, indem sie Algen fressen, Partikel und überschüssige Nährstoffe herausfiltern und Lebensraum für andere Organismen schaffen. Darum ist es auch beim Genuss so wichtig, auf die Herkunft von Austern acht zu geben. Schließlich will man nicht die Umweltgifte, die Austern aus dem Wasser ziehen, zu sich nehmen. Etwa 200 Liter Wasser pro Tag können die Schalentiere filtern, laut der Long Island Oyster Growers Association macht das rund um die Insel jeden Tag etwa 900 Millionen Gallonen Wasser (ca. 3,4 Milliarden Liter) aus.  Ihre Riffe bieten zudem vielen Fischarten und Krabben einen guten Lebensraum.

Anreise
Tägliche Verbindungen mit Austrian  zu den Airports Newark oder JFK. Von New York mit Zug oder Bus nach Long Island. austrian.com

Austern-Adressen
– Little Creek Oyster Farm: Das Hafenhäuschen an der Uferpromenade in Greenport spezialisiert sich auf regionale und saisonale Speisen. littlecreekoysters.com
– Frisky Oyster: Signature Dish ist das Gold Oysters Friskafella mit Knoblauch- Spinat, Chipotle und Parmigiana-Aioli.  thefriskyoyster.com
– Catch Oyster Bar: In Patchogue, vielfältige Karte von Roasted Oysters bis Fried Oysters Rockafellar

Auskunft
discoverlongisland.com