Politik | Inland
23.01.2018

Was die Freimaurer mit dem Buwog-Prozess zu tun haben

Im Buwog-Prozess gab es am zehnten Prozesstag Wirbel um angebliche Freimaurer-Codes. Es ist aber nicht das erste Mal, dass der Geheimbund eine Rolle in dem Fall spielt.

Am heutigen zehnten Verhandlungstag des Buwog-Prozesses wurde Lobbyist Peter Hochegger von Walter Meischbergers Anwalt Jörg Zarbl befragt. Der hatte es sich anscheinend zum Ziel gemacht, hinter Hocheggers Teilgeständnis eine Verschwörung der Freimaurer aufzudecken.

Wie er im Korruptions-U-Ausschuss geschildert hatte, war Hochegger von 1999 bis 2011 Angehöriger der Großloge „ Wien Zukunft“. Nun – so Zarbls Theorie – soll er seine Kontakte zu anderen Freimaurern in Justizkreisen dazu genutzt haben, um im Vorfeld des Prozesses eine Art Kronzeugenregelung zu bekommen. Als Beleg dafür nannte Zarbl eine E-Mail, in der Freimaurer-Codes benutz worden sein sollen. Hochegger bestritt diese Theorie.

Freimaurer waren schon 2010 Thema

Es ist nicht das erste Mal, dass die Freimaurer im Zusammenhang mit dem Buwog-Prozess eine Rolle spielen. Wie der trend (bzw. Format) 2012 berichtete, habe Meischberger schon vor mehr als acht Jahren eine Verschwörung durch die Freimaurer vermutet. In dem 2010 bei einer Razzia gefundenen Tagebuch schreibt Meischberger, Hochegger benutze seine Freimaurer-Freunde, um Probleme aus dem Weg zu schaffen. Die Freimaurer seien daran schuld, dass sich ganz Österreich gegen ihn und Karl-Heinz Grasser verschworen habe.

Die Involvierung in den Justiz-Skandal hat Hochegger in jedem Fall seine Mitgliedschaft bei dem Geheimbund gekostet. Er selbst erklärte, er habe sich beurlauben lassen, nachdem bei einer Razzia im Jahr 2009 Datenträger festgestellt wurden, auf denen sich auch Informationen über Hocheggers Logenarbeit befanden.

Interne Arbeitsgruppe

Großmeister Nikolaus Schwärzler sprach damals von einer Suspendierung. Dem trend sagte er, er befürchte, das Image der Freimaurer würde schwer unter Hocheggers Beteiligung an der Buwog-Affäre leiden. Medienberichten zufolge hätten die Freimaurer damals sogar eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet, um den Fall Hochegger aufzuarbeiten.