Koalitionspo­ker: "SPÖ wird alles versuchen, um Kurz zu verhindern"

Nationalratswahl 2017…
Foto: KURIER/Jeff Mangione  

Die beiden Ex-VP-Vizekanzler Pröll und Spindelegger raten zu transparenten Verhandlungen.

Ex-Vizekanzler Michael Spindelegger gilt als der Erfinder von Sebastian Kurz. Er war es, der ihn 2011 als Integrationsstaatssekretär installierte. "Damals konnte man noch nicht erkennen, ob er einmal das Zeug für den Bundeskanzler hat. Aber sein Talent war da", so der Ex-Vizekanzler.

Auch für den nächsten – vielleicht entscheidenden – Karriereschritt von Kurz war Spindelegger verantwortlich. Als er ins Finanzministerium wechselte, bot er Kurz den Job als Außenminister an – und der sagte zu. "Diesen Schritt habe ich damals sehr bewusst gemacht, um Sebastian als meinen Nachfolger aufzubauen", erzählt Spindelegger bei der Wahlfeier in Türkis im Wiener Stadtpark.

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Aber eine "g ’mahde Wiesen" ist der Sprung ins Kanzleramt für den Wahlsieger Kurz noch nicht, meint Spindelegger. "Die SPÖ wird alles versuchen, um Kurz zu verhindern", so der Ex-Finanzminister, der bei der letzten Wahl für die ÖVP 24 Prozent erreichte. Also hat Kurz möglicherweise nur einen Pyrrhussieg errungen?

"Der Kanzler wurde klar abgewählt, wenn Kern nun nicht für den 31-jährigen Wahlsieger Platz macht, dann verstehen die Österreicher die Welt nicht mehr", meint Ex-ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll. Aber ausschließen will es Ex-ÖVP-Vizekanzler Pröll nicht. "Das wäre eine Wählertäuschung", sagt Spindelegger.

Was raten die beiden erfahrenen politischen Haudegen nun Kurz? "Er muss ruhig ausloten, wie eine mögliche neue Regierung ausschauen könnte." Pröll warnt vor "überstürzten Einigungen". Der taktische Rat von Spindelegger lautet "Transparenz". Kurz soll die "Öffentlichkeit immer am Laufenden halten". Wenn es am Ende des Verhandlungspokers dann eine schwarz-blaue Koalition gibt, dann sehen die beiden Vizekanzler aber keinen Rechtsruck. Diese "Schablonen funktionieren nicht mehr", ist die Einschätzung von Pröll. Auch Kurz-Erfinder Micheael Spindelegger hält die Warnung vor einem Rechtsruck für übertrieben. Denn den "gibt es einfach nicht."

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(kurier) Erstellt am
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