© EPA/DUMITRU DORU

Lagebericht

Neues "antirussisches Projekt": Lawrow droht Moldau

Teile der Republik Moldau sind von pro-russischen Separatisten besetzt und haben sich abgespalten. Sollten sie vom Westen bedroht werden, droht Lawrow mit Konsequenzen.

02/02/2023, 10:33 AM

Die Situation ist angespannt. "Die Frage ist nicht, ob die Russische Föderation eine neue Offensive gegen das Territorium der Republik Moldau durchfĂŒhren wird, sondern wann."

Alexandru Musteata, Geheimdienstchef der Republik, ist schon lĂ€nger ĂŒberzeugt, dass die Russen irgendwann angreifen werden. Es könne noch im Februar sein, spĂ€testens aber fĂŒr April rechnet der Geheimdienstchef mit Attacken. 

Nach den Informationen seines Geheimdienstes beabsichtige Russland, Transnistrien und Moldau zu verbinden. "Ja, wir können klar sagen, dass sie beabsichtigen, hierher zu kommen", sagte er. 

In Moldau mehrt sich spĂ€testens seit April, als es mehrere Explosionen in angrenzenden Konfliktregion Transnistrien gab, die Sorge, dass Russland nach dem Einmarsch in der Ukraine auch das kleine Nachbarland ins Visier nehmen könnte. 

Seit den 1990er-Jahren wird Transnistrien von einem prorussischen Regime regiert und von russischen Truppen gestĂŒtzt. Laufend schickt Russland neue Soldaten - und verkauft sie als Friedenstruppen. Der moldauische Landesteil, der im Osten an die Ukraine grenzt, ist seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein ausschließlich von Russland anerkannter Staat.

Lawrow: Neues "anti-russisches" Projekt

Nun ließ der russische Außenminister aufhorchen: Die Republik Moldau könnte aus Sicht von Sergej Lawrow ein neues „anti-russisches Projekt“ nach der Ukraine werden, sagte er am Donnerstag.

Lawrow erklĂ€rte weiter, dass der Westen auch Georgien zu Russlands nĂ€chstem Feind machen wolle. Die georgischen Provinzen SĂŒdossetien und Abchasien befinden sich seit dem Georgienkrieg 2008 unter russischer Besatzung.

Ganze NATO im Krieg mit Russland

In einem ausfĂŒhrlichen Studiointerview auf Russia Today kĂŒndigte Lawrow an, auf die Lieferung westlicher Waffen mit grĂ¶ĂŸerer Reichweite an die Ukraine mit einer Verschiebung der Fronten zu reagieren. Die ukrainische Armee wĂŒrde aus dem Grenzgebiet zu Russland verdrĂ€ngt werden, so Lawrow. Dadurch solle eine Art Sicherheitskorridor geschaffen werden.

FrĂŒhere Äußerungen von EU-KommissionsprĂ€sidentin von Ursula von der Leyen, die von der Notwendigkeit einer Niederlage Russlands sprach, nannte er „rassistisch“ und „nazistisch“. Seinen Darstellungen zufolge befinde sich „die ganze NATO“ durch ihre Waffenlieferungen im Krieg gegen Russland.

Die ukrainische Regierung bezeichnete er ebenfalls einmal mehr als Neonazis: „Warum weigern sich die Menschen, die Nazi-Ideologie zu sehen, die jetzt im Zentrum des Kiewer Regimes steht?“, fragte er den Interviewer Dmitri Kisseljow

Neue russische Angriffswelle

Russland bereitet nach Ansicht ukrainischer MilitĂ€rs einen neuen schweren Raketenangriff auf die Ukraine vor. Die meisten Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte seien in ihre StĂŒtzpunkte zurĂŒckgekehrt, was auf die Vorbereitung eines neuen Schlags hindeute, sagte eine Sprecherin der ukrainischen StreitkrĂ€ften am Donnerstag im Fernsehen. 

Russland ĂŒberzieht seit Oktober ukrainische StĂ€dte und Infrastruktur mit schweren Raketenangriffen. Die meisten Marschflugkörper werden von Schiffen aus dem Schwarzen oder Kaspischen Meer und von strategischen Bombern abgefeuert. Nach Angaben der Sprecherin der Kommandostelle SĂŒd in den ukrainischen StreitkrĂ€ften, Natalja Humenjuk, sind nur noch zehn Schiffe auf dem offenen Meer, die meisten davon U-Boote. Normalerweise seien es deutlich mehr. „Sie lassen fĂŒr einige Zeit ihre Muskeln im Meer spielen, demonstrieren ihre PrĂ€senz und Kontrolle ĂŒber die Situation und fahren dann zu den StĂŒtzpunkten, wo sie sich normalerweise auf Manöver fĂŒr einen massiven Raketenangriff vorbereiten“, begrĂŒndete sie ihren Verdacht auf eine bevorstehende Attacke mit Erfahrungen frĂŒherer Angriffe.

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskij hat bereits Mittwochabend vor einer Zunahme der russischen Angriffe im Vorfeld des Jahrestags des russischen Einmarsches am 24. Februar gewarnt.

Im Osten hĂ€tten die Russen das Ziel, zu dem Datum Errungenschaften vorzuweisen, sagte Selenskij in seiner tĂ€glichen Videobotschaft. „Die Situation wird immer hĂ€rter“, sagte er und lobte den Widerstand der StreitkrĂ€fte.

Bei einem Raketeneinschlag in ein vierstöckiges GebĂ€ude in Kramatorsk gab es drei Tote und 20 Verletzte. „Acht WohnhĂ€user wurden beschĂ€digt, eines davon wurde vollstĂ€ndig zerstört“, schrieb die Polizei auf Facebook. „Möglicherweise befinden sich noch Menschen unter den TrĂŒmmern.“

Die Suche nach Überlebenden und Bergungsarbeiten dauerten am Donnerstag noch an.

Kommentare

Kurier.tvMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat