Wie es ist, als Nachwuchspolitiker in Bosnien um Vertrauen zu kämpfen

Wie es ist, als Nachwuchspolitiker in Bosnien um Vertrauen zu kämpfen
Korruption, starre Parteistrukturen und machthungrige Langzeitpolitiker dominieren Bosnien-Herzegowina. Wie Nachwuchspolitiker dagegen ankämpfen.

Bosnien-Herzegowina gilt nicht gerade als lumpenreine Demokratie: Ethnonationale Parteien haben den Staatsapparat unter sich aufgeteilt, vergeben Ämter und Arbeitsplätze im Gegenzug für Stimmen und Geld. Das Land liegt im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International auf Rang 108 von 180. Die meisten großen Medien haben eine Parteinähe.

Ante Kelavić aus Maglaj weiß das – und trotz alldem hat er sich in die bosnische Politik gewagt. "Die dominierenden Parteien führen die Institutionen und Ministerien wie Privatunternehmen. Sie bedienen sich an öffentlichen Gelder und sorgen für sich und ihre Parteikollegen aus." Lange war er für die kroatisch-nationalistische HDZ aktiv, vor ein paar Monaten schloss er sich mit anderen jungen politisch Interessierten zu einer neuen Partei zusammen, genannt HDS. "Bei der HDZ wurden die Vorsitzenden gewählt, ohne intern über sie abzustimmen. Jetzt können wir reden und diskutieren  ohne Bedenken – und wir haben Demokratie in unserer Partei."

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