Wer fährt was? Die beliebtesten Autos Europas im Ländervergleich

Blick von oben in ein vollautomatisches Parksystem der Autostadt mit verschiedenen Autos.
Von Österreich bis Norwegen: Die Bestseller 2025 zeigen, wie unterschiedlich Europas Automärkte aufgestellt sind und wo sich Trends abzeichnen.

Europa bleibt ein sehr heterogener Automarkt: In fast jedem Land dominieren andere Modelle, die Kaufpräferenzen unterscheiden sich teils stark: Von traditionellen Kleinwagen bis zu SUVs und Elektroautos ist sind fast alle Segmente vertreten. Unter Bezug auf Daten zu den meistzugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2025 sowie ergänzende Marktkennzahlen zeichnet dieser Überblick ein aktuelles Bild für zehn wichtige Märkte des Kontinents.

Skoda Octavia

Österreich

Nachdem er 2024 dem Golf den Vortritt lassen musste, hat der Škoda Octavia mit 7.892 Stück wieder Platz eins in der heimischen Zulassungsstatistik erobert. Auch international ist der Octavia das gefragteste Modell der Tschechen - von den 1.043.900 Autos, die Škoda 2025 weltweit verkauft hat, entfielen 190.300 auf den Octavia. Auf Platz zwei und drei folgen der VW Golf und der BMW X1.

Ein neuer, weißer VW Golf steht neben einem älteren, silbernen VW Golf vor einer Bergkulisse.

Deutschland

In Deutschlands größtem Einzelmarkt war auch 2025 der Volkswagen Golf erneut das meistverkaufte Fahrzeug, wie schon in 49 der vergangenen 50 Jahre, wie das Kraftfahrt Bundesamt berichtet. Die Modellranglisten zeigen eine klare Dominanz der Volkswagen‑Modelle. Auf dem zweiten Platz der Rangliste befindet sich der VW T‑Roc, auf Platz drei der VW Tiguan. Gleichzeitig finden sich mit dem Opel Corsa, dem BMW X1 und dem Škoda Octavia auch etablierte Modelle anderer Hersteller in den Top zehn der Neuzulassungen.

Ein blauer Renault Clio fährt auf einer Landstraße.

Frankreich

In Frankreich gewann der Renault Clio, der dieses Jahr mit einem Facelift neu aufgelegt wird, im vergangenen Jahr erneut das langjährige Kopf‑an‑Kopf‑Duell mit dem Peugeot 208 und setzte sich als beliebtester Kleinwagen an die Spitze. Auf Platz drei befindet sich der Dacia Sandero. Traditionell stark im Heimatmarkt vertreten, spiegelt der Clio die Popularität klassischer, kompakter Fahrzeuge in Frankreich wider. Frankreichs Gesamtmarkt zeigte 2025 mit einem Minus von fünf Prozent leichte Rückgänge bei Neuzulassungen, bleibt aber weiterhin ein wichtiger Kernmarkt in Europa.

Fiat Pandina

Italien

Auch in Italien war der Fiat Panda 2025 wenig überraschend erneut Spitzenreiter, gefolgt vom Dacia Sandero und Jeep Avenger. Der robuste Kompaktwagen ist ein Dauerbestseller in seinem Segment; mehr als zwei Drittel der Verkäufe der Marke im Heimatland entfallen auf das günstige Einstiegsmodell. Der italienische Markt ist traditionell stark bei Kleinwagen und preiswerten Fahrzeugen, auch wenn elektrische und hybridisierte Modelle zunehmend gefragt sind.

Das Tesla Model Y fährt auf einer Küstenstraße entlang.

Niederlande

Die Niederlande gelten allgemein als guter Markt für Elektroauto-Hersteller. Wenig überraschend besteht die Top drei ausschließlich aus reinen Elektromodellen: Dem Tesla Model Y, Skoda Elroq und dem Kia EV3. Daten des International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigen, dass der Anteil von reinen Stromern in den Niederlanden 2025 deutlich über dem EU‑Durchschnitt lag, unterstützt durch steuerliche Anreize und Ladeinfrastruktur.

Volvo XC60

Schweden

Auch in Schweden nimmt die Elektromobilität deutlich an Fahrt auf. Trotzdem konnte sich 2025 das mittelgroße Hybrid-SUV Volvo XC60 an die Spitze der Beliebtheitsskala setzen. Auf Platz zwei schaffte es der kleinere Konzernverwandte XC40, der Volkswagen ID.7 bekam die Bronzemedaille.

Schweden gehört zu den skandinavischen Märkten mit sehr hohem Anteil elektrischer Neuzulassungen, was laut der European Automobile Manufacturers' Association ACEA ebenfalls auf staatliche Förderungen und eine hohe Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen zurückzuführen ist.

Tesla Model Y in der Gigafactory.

Norwegen

Norwegen sticht in ganz Europa hervor. Der skandinavische Staat ist das mit Abstand führende Land Europas in der Elektromobilität, mit einem massivem BEV‑Marktanteil, der deutlich über dem EU‑Durchschnitt liegt: Ganze 96 Prozent aller Neuzulassungen entfielen 2025 auf batterieelektrische Fahrzeuge. Das beliebteste einzelne Modell war das Tesla Model Y, gefolgt vom Model 3 und dem Volvo EX30. Mit den Zulassungsdaten gilt Norwegen als bester Markt Teslas, trotz schwindender Absatzzahlen im Rest der Welt.

Dacia Sandero

Spanien

Trotz äußerst populärer heimischer Marke (Seat) war der Dacia Sandero Spaniens meistzugelassenes Auto 2025. Kleinwagen und kompakte Modelle bleiben hier beliebt, unterstützt von einer wachsenden Nachfrage nach preisbewussten und effizienten Fahrzeugen. Das spiegelt sich auf den weiteren zwei Plätzen des Siegertreppchens wider: Nach dem Sandero folgt in Spanien der Renault Clio und der MG ZS. Erst auf Platz vier folgt der Seat Ibiza. Der spanische Gesamtmarkt wies mit knapp 13 Prozent zudem 2025 ein überdurchschnittliches Wachstum auf, unter anderem im Bereich elektrifizierter Modelle.

Ein grüner VW Tiguan fährt auf einer Landstraße.

Schweiz

Die Schweizer Neuwagenstatistik 2025 zeigt ein eher fragmentiertes Bild, in dem der VW Tiguan die Spitze eroberte, jedoch nur mit rund zwei Prozent Marktanteil. Ein klares Zeichen für eine breite Modellstreuung und keine klare Dominanz einzelner Fahrzeuge. Auf Platz zwei und drei schafften es das Tesla Model Y und der Mercedes-Benz GLC.

Ein roter Škoda Octavia fährt auf einer kurvenreichen Landstraße.

Tschechien

Dominanz der heimischen Marke: In Tschechien war der Škoda Octavia auch 2025 wieder das beliebteste Modell. Der Octavia ist dort seit Jahren das meistverkaufte Modell. Wenig überraschend folgen mit dem Kamiq und Karoq auf Platz zwei und drei ebenfalls Autos des Herstellers. Die Popularität wird zusätzlich gestützt durch Produktions‑ und Logistikketten in Zentral‑ und Osteuropa, die der Marke hier einen festen Platz verschaffen.

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